Pallade Veneta - Selenskyj: Ukraine war nicht an Anschlägen auf Nord-Stream-Pipelines beteiligt

Selenskyj: Ukraine war nicht an Anschlägen auf Nord-Stream-Pipelines beteiligt


Selenskyj: Ukraine war nicht an Anschlägen auf Nord-Stream-Pipelines beteiligt
Selenskyj: Ukraine war nicht an Anschlägen auf Nord-Stream-Pipelines beteiligt / Foto: Handout - DANISH DEFENCE/AFP/Archiv

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat erneut bekräftigt, dass die Ukraine nicht an den Anschlägen auf die Nord-Stream-Pipelines in der Ostsee im Jahr 2022 beteiligt gewesen sei. Kiew habe sich "niemals offiziell an irgendeiner Operation beteiligt, die mit der Sprengung von Nord Stream zu tun hatte", antwortete Selenskyj am Sonntag auf eine Journalistenfrage nach den Ermittlungen zu den Anschlägen.

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Die deutsche Bundesanwaltschaft hatte im Juli bekanntgegeben, dass die Ermittler davon ausgingen, dass die Pläne für die Anschläge im Auftrag staatlicher Stellen in der Ukraine entwickelt wurden. Die Sabotageaktion sollte demnach Gaslieferungen über die Pipelines dauerhaft stoppen, damit Russland die Einnahmen nicht zur Finanzierung des Ukraine-Kriegs nutzen kann.

Selenskyj sagte am Sonntag, Deutschland wisse "sehr genau, dass die Ukraine weder hinter der Ausführung noch hinter der Konzeption dieser Operation stand". Kiew unterstütze die Behörden in Deutschland bei deren Ermittlungen und hoffe, dass diese keinen Bruch in den Beziehungen verursachen würden. "Es ist für uns sehr wichtig, unsere Partnerschaft nicht zu verlieren, nicht das Vertrauen der europäischen Länder zu verlieren, die der Ukraine seit Beginn dieses Krieges helfen", betonte der ukrainische Präsident.

Am Mittwoch war in Kroatien ein Ukrainer im Zusammenhang mit den Anschlägen auf die Nord-Stream-Pipelines festgenommen worden. Berichten zufolge wurde der Verdächtige am Rande von Dreharbeiten für einen Hollywood-Film festgenommen, der von dem Anschlag inspiriert sein soll.

Der Mann soll nach Überzeugung der Bundesanwaltschaft vor vier Jahren zusammen mit anderen Tauchern die Sprengsätze an den Gasleitungen angebracht haben. Er wird von der Bundesanwaltschaft des gemeinschaftlichen Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion, der verfassungsfeindlichen Sabotage sowie der Zerstörung von Bauwerken dringend verdächtigt.

Ein weiterer Tatverdächtiger sitzt bereits in Deutschland in Untersuchungshaft. Der mutmaßliche Anführer Serhii K., ein früherer ukrainischer Offizier, wurde im August 2025 im Urlaub in Italien gefasst und später nach Deutschland ausgeliefert. Ende Juni klagte ihn die Bundesanwaltschaft als Mittäter eines Kriegsverbrechens des Angriffs gegen zivile Objekte an, außerdem wegen Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion, Zerstörung von Bauwerken und Störung öffentlicher Betriebe.

Die Nord-Stream-Leitungen waren für den Transport von russischem Gas nach Deutschland gebaut worden. Bei den Anschlägen im September 2022 wurden sie schwer beschädigt. Sie waren zu dem Zeitpunkt nicht in Betrieb - Russland hatte die Gaslieferungen über Nord Stream 1 bereits kurz zuvor gestoppt, mutmaßlich als Reaktion auf die westlichen Sanktionen angesichts des russischen Einmarschs in die Ukraine. Nord Stream 2 ging nie in Betrieb.

H.Ercolani--PV

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