Pallade Veneta - Hunderte Asylsuchende sollen auf griechische Ägäisinseln verlegt werden

Hunderte Asylsuchende sollen auf griechische Ägäisinseln verlegt werden


Hunderte Asylsuchende sollen auf griechische Ägäisinseln verlegt werden
Hunderte Asylsuchende sollen auf griechische Ägäisinseln verlegt werden / Foto: Kostas ANAGNOSTOU - Eurokinissi/AFP/Archiv

Nach der Rettung von mehr als 150 Migranten vor der Küste der Insel Kreta in den vergangenen Tagen wollen die griechischen Behörden hunderte Migranten in Aufnahmezentren auf Samos und Lesbos bringen. Die Verlegung auf die anderen Inseln diene der "Identifizierung, dem Screening und der Überprüfung" der Asylsuchenden vor einem möglichen Transfer in Einrichtungen auf dem Festland, teilte das Migrationsministerium am Sonntag mit. In einem Aufnahmezentrum in Norden des Landes kam es derweil zu Unruhen.

Textgröße ändern:

Allein am Freitag waren laut Berichten der griechischen Nachrichtenagentur Ana bei zwei Rettungsaktionen mindestens 131 Menschen nahe der Insel Gavdos rund 40 Kilometer südlich von Kreta gerettet worden. Am Samstag ortete und rettete demnach ein vorbeifahrender Öltanker rund 33 weitere Ausländer von einem Boot.

Diese Menschen sollten "auf strikt verhältnismäßige Weise" von Kreta auf Aufnahmezentren auf den Inseln Lesbos und Samos in der Ägäis verteilt werden, erklärte das griechische Migrationsministerium. Später sollten sie möglicherweise in andere Einrichtungen auf dem Festland verlegt werden.

Für die betroffenen Inseln werde "keine zusätzliche Belastung" entstehen, erklärte das Ministerium. Im Falle einer Ablehnung von Asylanträgen würden Abschiebeverfahren eingeleitet.

Ungeachtet der Zusicherungen des Ministeriums kam der Bürgermeister von Mytilini auf Lesbos nach Angaben des Nachrichtenportals "Sto Nissi" am Sonntag mit örtlichen Hoteliers zu einem Krisentreffen zusammen. Den Angaben zufolge wurden auf Lesbos am Sonntag 200 Flüchtlinge erwartet, auf der Nachbarinsel Samos sollten es 200 weitere sein.

Kreta verfügt derzeit nur über eine provisorische Unterbringungsmöglichkeit für Asylsuchende. Das Migrationsministerium will allerdings bald ein Aufnahmezentrum auf der Insel einrichten. Das Ministerium arbeitet nach eigenen Angaben zudem mit Deutschland, Österreich, Dänemark und den Niederlanden am Aufbau von Abschiebezentren außerhalb der EU.

In einem temporären Aufnahmezentrum für Asylbewerber in Sintiki bei Serres im Norden Griechenlands kam es derweil in der Nacht zum Sonntag zu Unruhen. Eine Gruppe von Migranten griff einem örtlichen Fernsehsender zufolge Polizisten mit Steinen an und versuchte zu fliehen. Bei dem Vorfall wurden 14 Menschen festgenommen und fünf Ausländer verletzt, wie das Ministerium für Bürgerschutz mitteilte. Die Migranten schnitten demnach einen Drahtzaun auf, wodurch rund 41 Menschen entkommen konnten. 17 von ihnen konnten anschließend wieder festgenommen werden.

Der griechische Sender ERT sprach von Vorfällen "von bislang unbekannter Intensität". Es seien "erhebliche Schäden festgestellt" und "ein gesamter Flügel des Gebäudes zerstört" worden.

D.Vanacore--PV

Empfohlen

Selenskyj: Ukraine war nicht an Anschlägen auf Nord-Stream-Pipelines beteiligt

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat erneut bekräftigt, dass die Ukraine nicht an den Anschlägen auf die Nord-Stream-Pipelines in der Ostsee im Jahr 2022 beteiligt gewesen sei. Kiew habe sich "niemals offiziell an irgendeiner Operation beteiligt, die mit der Sprengung von Nord Stream zu tun hatte", antwortete Selenskyj am Sonntag auf eine Journalistenfrage nach den Ermittlungen zu den Anschlägen.

Nordische und baltische Staats- und Regierungschefs zu Solidaritätsbesuch in Kiew

Die Staats- und Regierungschefs der nordischen und baltischen Staaten sind zu einem Solidaritätsbesuch nach Kiew gereist. Norwegens Regierungschef Jonas Gahr Störe sagte der Ukraine während des Besuchs am Sonntag für das kommende Jahr Unterstützung in Höhe von neun Milliarden Dollar (7,7 Milliarden Euro) zu. Der Großteil der Hilfe werde an die ukrainische Armee gehen, erklärte die norwegische Regierung.

Debatte um Unterstützung durch BSW: AfD-Bundeschef Chrupalla zurückhaltend

AfD-Bundeschef Tino Chrupalla hat zurückhaltend auf Debatten über eine mögliche Unterstützung durch das BSW nach den Landtagswahlen in Ostdeutschland reagiert. "Das BSW muss sich erstmal selbst orientieren", sagte Chrupalla am Sonntag im ARD-"Sommerinterview". BSW-Gründerin Sahra Wagenknecht sage das eine, die Parteivorsitzende Amira Mohamed Ali einen Tag später etwas anderes. Auch die Positionen in den Landesverbänden des BSW in der Frage seien bisher unterschiedlich.

Selenskyj warnt vor Spaltung der Ukraine durch Wahlen im Krieg

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Wahlen während des Krieges mit Russland als Gefahr für sein Land zurückgewiesen und einen entsprechenden Vorstoß seines früheren Verteidigungsministers Mychailo Fedorow scharf zurückgewiesen. Eine Abstimmung sei ein "Tsunami für das Land, der die Ukraine spalten wird", sagte Selenskyj in am Sonntag veröffentlichten Äußerungen vor Journalisten. Fedorows Team bestätigte unterdessen eine bevorstehende USA-Reise des Ex-Ministers.

Textgröße ändern: