Pallade Veneta - Guterres: "Protektorat" der Vereinten Nationen keine Lösung für Gazastreifen

Guterres: "Protektorat" der Vereinten Nationen keine Lösung für Gazastreifen


Guterres: "Protektorat" der Vereinten Nationen keine Lösung für Gazastreifen
Guterres: "Protektorat" der Vereinten Nationen keine Lösung für Gazastreifen / Foto: Yuki IWAMURA - AFP

Ein Protektorat der Vereinten Nationen im Gazastreifen ist aus Sicht von UN-Generalsekretär António Guterres kein Zukunftsmodell für das Palästinensergebiet. "Ich denke nicht, dass ein Protektorat der UNO in Gaza eine Lösung ist", sagte Guterres am Montag. Er forderte stattdessen eine "Übergangsphase", an der unter anderem die USA und arabische Staaten involviert sein sollten.

Textgröße ändern:

"Es ist wichtig, diese Tragödie in eine Chance umzuwandeln", sagte Guterres. "Und damit das möglich ist, ist es entscheidend, nach dem Krieg entschlossen und unumkehrbar in Richtung einer Zweistaatenlösung zu gehen." Die Zweistaatenlösung sieht einen unabhängigen, mit Israel koexistierenden Palästinenserstaat vor.

Dies erfordere eine "gestärkte palästinensische Autonomiebehörde, die die Verantwortung in Gaza übernimmt", sagte der UN-Generalsekretär weiter. Diese könne jedoch nicht "mit israelische Panzern nach Gaza fahren", sodass die internationale Gemeinschaft eine "Übergangsphase" in Betracht ziehen müsse.

Guterres fuhr fort, er glaube jedoch nicht, dass ein UN-Protektorat eine gute Lösung sei. "Ich denke, wir brauchen einen Ansatz mit mehreren Akteuren, bei dem verschiedene Länder, verschiedene Einheiten, zusammenarbeiten." Dabei könnten die USA Hauptgarant für Israels Sicherheit sein, während arabische Staaten "essenziell" für die Unterstützung der Palästinenser seien.

"Alle müssen zusammenkommen, um die Bedingungen für einen Übergang zu schaffen, der es einer gestärkten palästinensischen Autonomiebehörde ermöglicht wird, die Verantwortung in Gaza zu übernehmen", fuhr der UN-Generalsekretär fort.

Guterres verurteilte zudem erneut das Töten von Zivilisten im Gazastreifen, insbesondere von Kindern. Israel führt derzeit Militäreinsätze im Gazastreifen aus, mit denen das Land auf den brutalen Großangriff der islamistischen Hamas vor mehr als einem Monat reagiert.

Am 7. Oktober hatten hunderte Kämpfer der von den USA und der EU als Terrororganisation eingestuften Hamas Israel überfallen und dort Gräueltaten überwiegend an Zivilisten verübt. In Israel wurden nach israelischen Angaben etwa 1200 Menschen getötet, etwa 240 Menschen wurden als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt.

Als Reaktion darauf begann Israel mit massiven Angriffen auf Ziele im Gazastreifen, inzwischen sind auch Bodentruppen in das Gebiet eingerückt. Nach Angaben der Hamas, die sich nicht unabhängig überprüfen lassen, wurden seit Beginn der Angriffe vor rund sechs Wochen rund 13.000 Menschen in dem Palästinensergebiet getötet.

L.Barone--PV

Empfohlen

EU-Abgeordneter Glucksmann kandidiert bei Präsidentschaftswahl in Frankreich

Der linksgerichtete EU-Parlamentsabgeordnete Raphaël Glucksmann hat seine Kandidatur bei der Präsidentschaftswahl in Frankreich verkündet. Sein Ziel sei es, "Frankreich wieder aufzurichten", sagte der 46-Jährige am Sonntagabend im Fernsehsender TF1. Vorwahlen im sozialdemokratischen Lager im Oktober sollen klären, ob Glucksmann als gemeinsamer Kandidat seiner Partei Place publique und der sozialistischen PS antritt.

Selenskyj: Ukraine war nicht an Anschlägen auf Nord-Stream-Pipelines beteiligt

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat erneut bekräftigt, dass die Ukraine nicht an den Anschlägen auf die Nord-Stream-Pipelines in der Ostsee im Jahr 2022 beteiligt gewesen sei. Kiew habe sich "niemals offiziell an irgendeiner Operation beteiligt, die mit der Sprengung von Nord Stream zu tun hatte", antwortete Selenskyj am Sonntag auf eine Journalistenfrage nach den Ermittlungen zu den Anschlägen.

Hunderte Asylsuchende sollen auf griechische Ägäisinseln verlegt werden

Nach der Rettung von mehr als 150 Migranten vor der Küste der Insel Kreta in den vergangenen Tagen wollen die griechischen Behörden hunderte Migranten in Aufnahmezentren auf Samos und Lesbos bringen. Die Verlegung auf die anderen Inseln diene der "Identifizierung, dem Screening und der Überprüfung" der Asylsuchenden vor einem möglichen Transfer in Einrichtungen auf dem Festland, teilte das Migrationsministerium am Sonntag mit. In einem Aufnahmezentrum in Norden des Landes kam es derweil zu Unruhen.

Nordische und baltische Staats- und Regierungschefs zu Solidaritätsbesuch in Kiew

Die Staats- und Regierungschefs der nordischen und baltischen Staaten sind zu einem Solidaritätsbesuch nach Kiew gereist. Norwegens Regierungschef Jonas Gahr Störe sagte der Ukraine während des Besuchs am Sonntag für das kommende Jahr Unterstützung in Höhe von neun Milliarden Dollar (7,7 Milliarden Euro) zu. Der Großteil der Hilfe werde an die ukrainische Armee gehen, erklärte die norwegische Regierung.

Textgröße ändern: