Pallade Veneta - Macron würdigt verstorbenen Delors als einen der prägendsten Politiker Europas

Macron würdigt verstorbenen Delors als einen der prägendsten Politiker Europas


Macron würdigt verstorbenen Delors als einen der prägendsten Politiker Europas
Macron würdigt verstorbenen Delors als einen der prägendsten Politiker Europas / Foto: Ludovic MARIN - AFP

Zahlreiche europäische Spitzenpolitiker haben am Freitag in Paris dem verstorbenen früheren EU-Kommissionspräsidenten Jacques Delors die letzte Ehre erwiesen. "Er hat wie kaum ein anderer unseren Kontinent nach vorn gebracht", sagte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron in seiner Trauerrede im Hof des Invalidendoms. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen und mehrere europäische Staats- und Regierungschefs waren unter den Trauergästen.

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Delors, der als Wegbereiter für den Binnenmarkt und den Euro gilt, war am 27. Dezember im Alter von 98 Jahren in seinem Haus in Paris gestorben. "Er wollte die Völker miteinander versöhnen", sagte Macron. "Er hat das heutige Gesicht Europas in allen seinen Zügen geprägt", fügte Macron hinzu und verwies auf Delors' Verdienste für die europäische Freizügigkeit, den Binnenmarkt und für Erasmus, das europäische Austauschprogramm für junge Menschen. Zu den Gästen des Staatsaktes zählten auch mehrere aktuelle Erasmus-Teilnehmerinnen und -Teilnehmer.

"Delors wurde niemals müde, als Versöhner aufzutreten, nach Kompromissen zu suchen, Brücken zu bauen", sagte Macron. Sein Tod bedeute nicht das Ende seines Weges, im Gegenteil: "Er hat uns den Staffelstab weitergegeben", sagte Macron, der mit Blick auf die in sechs Monaten anstehenden Europawahlen mehrfach die Notwendigkeit eines "souveränen Europas" betonte.

Unter den Gästen war auch der ungarische Regierungschef Viktor Orban, der mit der EU im Dauerkonflikt steht. Macron lud die anwesenden Spitzenpolitiker anschließend zum Mittagessen in den Elyséepalast ein.

Der am 20. Juli 1925 in Paris geborene Delors war von 1981 bis 1984 Wirtschafts- und Finanzminister unter Präsident François Mitterrand, bevor er 1985 nach Brüssel ging. Von 1985 bis 1995 setzte er sich an der Spitze der EU-Kommission maßgeblich dafür ein, die Idee der europäischen Integration voranzutreiben.

Später gründete Delors Denkfabriken in Brüssel, Paris und Berlin, die das Ziel verfolgten, den europäischen Föderalismus zu fördern. Der überzeugte Europäer warnte in den vergangenen Jahren wiederholt vor den Gefahren des Populismus in Europa und rief zu "Mut" im Umgang mit den Folgen des Brexit auf. Im eigenen Land verzichtete Delors 1995 zur Bestürzung vieler Parteifreunde auf eine Präsidentschaftskandidatur für die Sozialisten, obwohl er in den Umfragen vorne lag.

Gemeinsam mit der 2020 verstorbenen Marie Lephaille hatte Delors zwei Kinder: Die 1950 geborene Martine Aubry, die heute Bürgermeisterin der nordfranzösischen Stadt Lille ist, und den 1953 geborenen Jean-Paul, der 1982 an Leukämie verstarb. Aubry nahm ebenfalls an der Trauerfeier teil, auf der auch die europäische Hymne "Ode an die Freude" sowie zwei Jazz-Stücke gespielt wurden. Eine weitere Hommage an Delors ist im Laufe des Januars in Brüssel geplant.

Z.Ottaviano--PV

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