Pallade Veneta - Südkoreanische Armee reagiert mit Warnschüssen auf Grenzübertritte aus dem Norden

Südkoreanische Armee reagiert mit Warnschüssen auf Grenzübertritte aus dem Norden


Südkoreanische Armee reagiert mit Warnschüssen auf Grenzübertritte aus dem Norden
Südkoreanische Armee reagiert mit Warnschüssen auf Grenzübertritte aus dem Norden / Foto: Jung Yeon-je - AFP

Zunehmende Spannungen an der innerkoreanischen Grenze: Südkoreas Militär hat eigenen Angaben zufolge auf einen erneuten Übertritt von nordkoreanischen Soldaten mit Warnschüssen reagiert. "Mehrere nordkoreanische Soldaten, die innerhalb der entmilitarisierten Zone an der zentralen Frontlinie arbeiteten, haben die militärische Demarkationslinie überschritten", teilte der südkoreanische Generalstab am Freitag mit. Als Reaktion auf ein jüngst geschlossenes Militärabkommen zwischen Pjöngjang und Moskau bestellte Südkorea zudem den russischen Botschafter ein.

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Der Grenzübertritt von Soldaten aus dem Norden ist den südkoreanischen Angaben zufolge bereits der dritte innerhalb weniger Wochen und ereignete sich am Donnerstagvormittag (Ortszeit). "Nach Warnmeldungen und Warnschüssen haben sich die nordkoreanischen Soldaten nach Norden zurückgezogen", hieß es. Ähnliche Vorfälle hatte es am Dienstag sowie Anfang Juni gegeben. Dazu erklärte das südkoreanische Militär, diese seien offenbar unbeabsichtigt gewesen.

Nord- und Südkorea befinden sich seit dem Ende des Korea-Krieges formell weiter im Kriegszustand. Beide Länder trennt eine etwa vier Kilometer breite entmilitarisierte Zone. In der Mitte dieses von Minen durchsetzten Streifens verläuft die Demarkationslinie.

Während einer Phase der Annäherung und Entspannung im Jahr 2018 hatten beide Länder Landminen entlang eines Abschnitts der Grenze entfernt. In diesem Jahr begann Pjöngjang nach Angaben des südkoreanischen Militärs jedoch damit, erneut Minen zu verlegen, Panzersperren zu errichten und taktische Straßen zu verstärken. Der südkoreanische Generalstab erachtet dies als Maßnahme Pjöngjangs, um die "innere Kontrolle" zu stärken und Nordkoreaner am Überlaufen in den Süden zu hindern.

In den vergangenen Wochen schickte Nordkorea zudem mehr als tausend mit Müll gefüllte Ballons über die Grenze in den Süden. Nach Angaben aus Pjöngjang stellte dies eine Reaktion auf Aktionen südkoreanischer Aktivisten dar, die ihrerseits Ballons mit gegen Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un gerichteten Flugblättern und Geld für die Bevölkerung in Richtung Norden gestartet hatten. Am Freitag erklärte ein südkoreanischer Aktivist, weitere 20 Ballons mit Flugblättern sowie USB-Sticks mit K-Pop und Fernsehserien über die Grenze geschickt zu haben.

Die ohnehin angespannten Beziehungen zwischen beiden Ländern befinden sich derzeit auf einem Tiefpunkt. Nordkoreas Machthaber Kim ließ in diesem Jahr bereits mehrfach Raketentests vornehmen, zudem kündigte er an, die Entwicklung von Waffen auszuweiten - auch die taktischer Atomwaffen. Als Reaktion darauf verstärkten Südkorea und die USA ihre Verteidigungszusammenarbeit.

Der Besuch des russischen Präsidenten Wladimir Putin bei Kim in dieser Woche hat die Spannungen weiter verschärft. Bei dem Treffen unterzeichneten beide Staaten einen militärischen Beistandspakt. Putin erklärte dabei, er schließe auch Waffenlieferungen nach Nordkorea nicht aus - was ein Verstoß gegen UN-Sanktionen gegen Pjöngjang wäre.

Die USA bezeichneten die Äußerungen des Kremlchefs als "äußerst besorgniserregend". Ein solches Vorgehen würde die koreanische Halbinsel destabilisieren, hieß es aus dem Außenministerium.

Südkorea bestellte angesichts des Abkommens zwischen Moskau und Pjöngjang am Freitag den russischen Botschafter Georgi Sinowiew ein. Südkorea fordere Russland "nachdrücklich auf, die militärische Zusammenarbeit mit Nordkorea unverzüglich einzustellen und die Resolution des UN-Sicherheitsrats einzuhalten", hieß es in einer Erklärung des Außenministeriums.

Nordkorea ist seit 2006 wegen seines verbotenen Atomprogramms mit UN-Sanktionen belegt, was von Russland zunächst auch unterstützt wurde. Bei seinem Besuch in Pjöngjang sprach sich Putin allerdings dafür aus, diese Sanktionen zu überprüfen.

Besonders seit Beginn des russischen Einmarschs in der Ukraine hatten sich die seit dem Zweiten Weltkrieg bestehenden Beziehungen zu Nordkorea noch einmal vertieft. Machthaber Kim sicherte dem Kremlchef bei dessen Besuch seine "volle Unterstützung" im Konflikt mit der Ukraine zu.

Dagegen erklärte Südkorea am Donnerstag, seine langjährige Politik eines Verbots von Waffenverkäufen in Konfliktgebiete zu "überdenken" und Waffen an die Ukraine zu liefern. Putin warnte Seoul vor einem solchen Schritt und erklärte, dies sei ein "großer Fehler".

J.Lubrano--PV

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