Pallade Veneta - Bangladesch will Ausweisung gestürzter Regierungschefin über Interpol erwirken

Bangladesch will Ausweisung gestürzter Regierungschefin über Interpol erwirken


Bangladesch will Ausweisung gestürzter Regierungschefin über Interpol erwirken
Bangladesch will Ausweisung gestürzter Regierungschefin über Interpol erwirken / Foto: Abdul Goni - AFP

Justiz und Übergangsregierung in Bangladesch versuchen über Interpol die Auslieferung der in Folge von Massenprotesten nach Indien geflohenen Ex-Regierungschefin Sheikh Hasina zu erwirken. Wie der Chefermittler des Gerichtshofs für Internationale Verbrechen in Bangladesch (ICT), Mohammed Tajul Islam, am Montag sagte, haben die bangladeschischen Behörden bei Interpol "um Unterstützung bei der Verhaftung" Hasinas gebeten, "da sie Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen hat".

Textgröße ändern:

"Wir werden versuchen, die gestürzte Autokratin aus Indien ausliefern zu lassen", hatte Übergangsregierungschef Muhammed Yunus am Sonntag gesagt, ohne Hasina namentlich zu nennen. Seine Übergangsregierung hatte bereits Anfang November angekündigt, zusätzlich zu dem nationalen Haftbefehl gegen Hasina "so schnell wie möglich" eine sogenannte Rote Ausschreibung gegen Hasina bei Interpol zu beantragen.

Diese Ausschreibungen zur Fahndung werden von der internationale Polizeibehörde veröffentlicht, um nationale Ermittlungsbehörden auf Haftbefehle hinzuweisen. Interpol-Länder, zu denen auch Indien gehört, sind damit jedoch nicht zur Auslieferung von Verdächtigen verpflichtet.

Hasina war im August als Ministerpräsidentin zurückgetreten und per Hubschrauber in das Nachbarland geflohen. Zuvor hatte es wochenlang Massenproteste gegen ihre Regierung gegeben, gegen die die Polizei gewaltsam vorging. Mehr als 700 Menschen wurden getötet. Hasina regierte Bangladesch insgesamt 20 Jahre lang, zuletzt ab 2009. Ihrer Regierung werden Menschenrechtsverletzungen bis hin zur unrechtmäßigen Inhaftierung und Tötung Oppositioneller vorgeworfen.

Die Ex-Regierungschefin hätte am Montag zusammen mit ehemaligen führenden Mitgliedern ihrer Regierung vor Gericht erscheinen sollen. 13 Angeklagte, darunter elf ehemalige Minister, ein ehemaliger Verwaltungsbeamter sowie ein Richter, erschienen laut Ermittler Islam zu dem Gerichtstermin. Ihnen werde vorgeworfen, die "Massaker" an den Protestierenden mit geplant zu haben und die Sicherheitskräfte zu Gewalt angestachelt zu haben. Laut Islam gaben die Angeklagten den Polizisten den Befehl, "auf Sicht zu schießen und stellten sich denjenigen entgegen, die versuchten einen Völkermord zu verhindern".

Islam teilte weiter mit, dass die Ermittlungen über während der Regierungszeit von Hasina ausgeübte Verbrechen weiter andauerten. "Während der vergangenen 16 Jahre wurden immer wieder Verbrechen verübt, die zu Massenmord und Genozid führten", sagte er.

Nach dem Sturz der Regierung im August hatte die Armee in Bangladesch eine Übergangsregierung mit dem bis dato im Exil lebenden Friedensnobelpreisträger Yunus an der Spitze ausgerufen. Die neu eingesetzten Behörden hatten auch Ermittlungen wegen des spurlosen Verschwindens von hunderten Menschen während Hasinas Regierungszeit eingeleitet. Dabei geht es um mutmaßliche Verbrechen von Sicherheitskräften, wie etwa der berüchtigten paramilitärischen Eingreiftruppe Rapid Action Bataillon (RAB). Die Eliteeinheit steht wegen ihrer Rolle in außergerichtlichen Tötungen und dem Verschwindenlassen von Menschen auf einer Sanktionsliste der USA.

F.Dodaro--PV

Empfohlen

Argentinien: Polizei geht mit Tränengas und Gummigeschossen gegen Proteste vor

Die argentinische Polizei ist mit Tränengas und Gummigeschossen gegen Demonstranten vorgegangen, die in Buenos Aires gegen einen umstrittenen Gesetzentwurf zur Stärkung von Privatbesitz protestierten. Die Demonstration fand am Donnerstag vor dem Sitz des Senats in der Hauptstadt statt und startete zunächst friedlich. Mit Einbruch der Nacht brachen laut dem Bericht eines Korrespondenten der Nachrichtenagentur AFP dann Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Teilnehmern aus. Die Beamten seien dabei mit Steinen angegriffen worden.

Regierung will bei Klimaschutz vorerst nicht nachsteuern - Kritik der Grünen

Die Bundesregierung sieht trotz des drohenden Verfehlens von Klimazielen für 2030 vor allem in den Bereichen Verkehr und Gebäude derzeit keinen Anlass, die von ihr vorgesehenen Klimaschutzmaßnahmen nachzuschärfen. Das geht aus einer Antwort auf eine Anfrage der Grünen hervor, die der Nachrichtenagentur AFP am Freitag vorlag. Die Grünen kritisierten das scharf und warfen der Regierung vor, zentrale klimapolitische Instrumente sogar abzuschwächen.

Hitze und Niedrigwasser: Städte- und Gemeindebund fordert "nationalen Kraftakt"

Angesichts von Hitze und Niedrigwasser hat der Deutsche Städte- und Gemeindebund (DStGB) einen "nationalen Kraftakt für die Wasserversorgung und die Klimaanpassung" in den Kommunen gefordert. "Bereits jetzt ist die Hälfte aller Landkreise und kreisfreien Städte in Deutschland von akutem oder strukturellem Grundwasserstress betroffen", sagte Präsident Ralph Spiegler der "Rheinischen Post" (Freitagsausgabe). Deutschland müsse Wasser daher "künftig als strategische Ressource begreifen".

Regierung und Opposition in Venezuela beginnen offiziellen Dialog - ohne Machado

Regierung und Opposition in Venezuela haben offiziell mit einem von den USA vermittelten Dialog begonnen - allerdings ohne Friedensnobelpreisträgerin María Corina Machado. Bei den Gesprächen solle es um die Stärkung der Demokratie und die Garantie politischer Rechte gehen, hieß es am Donnerstag beim Zusammentreffen beider Seiten. Zudem solle gemeinsam über das weitere Vorgehen nach dem schweren Doppel-Erdbeben gehen, bei dem Ende Juni mehr als 6000 Menschen getötet wurden.

Textgröße ändern: