Pallade Veneta - Kanadas Premier Carney nach Treffen mit Trump zurückhaltend

Kanadas Premier Carney nach Treffen mit Trump zurückhaltend


Kanadas Premier Carney nach Treffen mit Trump zurückhaltend
Kanadas Premier Carney nach Treffen mit Trump zurückhaltend / Foto: Jim WATSON - AFP

Die Beziehungen zwischen Kanada und den USA bleiben vorerst angespannt. Der kanadische Premierminister Mark Carney sprach am Dienstag nach seinem Antrittsbesuch bei US-Präsident Donald Trump von "sehr komplexen Verhandlungen" über die Handels- und Zollpolitik. Zudem drängte er Trump nach eigenen Worten, Kanada nicht mehr als 51. US-Bundesstaat zu bezeichnen. Der Präsident sage jedoch, "was er will", räumte Carney ein.

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Trump sagte dagegen, sein Gespräch mit dem kanadischen Premier sei "großartig" verlaufen und es gebe "keine Spannungen" zwischen den beiden Ländern. Trump hatte den 60-jährigen Liberalen-Politiker Carney zuvor im Weißen Haus empfangen. Dabei wiederholte der US-Präsident vor Journalisten seinen Wunsch nach einem Anschluss Kanadas an die USA. Dies wäre eine "perfekte Hochzeit", sagte der Republikaner.

Carney entgegnete: "Wie Sie aus der Immobilienbranche wissen, gibt es einige Orte, die niemals zum Verkauf stehen." Dazu gehöre neben dem Weißen Haus und dem Buckingham-Palast in London auch Kanada. Trump konterte mit einem James-Bond-Zitat: "Sag niemals nie."

Trump sagte zudem, er strebe ein neues Handelsabkommen mit Kanada an. Das Freihandelsabkommen mit dem Nachbarland hatte er nach seinem Amtsantritt im Januar de facto aufgekündigt. Trump verhängte zunächst allgemeine Zölle von 25 Prozent für Importe aus Kanada und Mexiko sowie branchenspezifische Aufschläge auf Autos, Stahl und Aluminium. Einige der Zölle sind derzeit ausgesetzt, während Verhandlungen laufen.

Der US-Präsident hatte Kanada kurz vor dem Treffen erneut vorgeworfen, sich von den USA "mit 200 Milliarden US-Dollar pro Jahr subventionieren" zu lassen. Damit spielte Trump auf das Handelsbilanzdefizit der USA mit Kanada an - das allerdings nicht 200 Milliarden Dollar beträgt, sondern lediglich 63 Milliarden Dollar. Das Weiße Haus gibt an, die restlichen knapp 140 Milliarden entfielen auf US-Ausgaben für die Sicherheit des Nato-Partners Kanada.

Trump betonte, die Vereinigten Staaten bräuchten weder Autos noch Energie noch Holz aus Kanda. "Wir brauchen nichts von ihnen außer Freundschaft", betonte Trump. Kanada brauche dagegen "alles" von den Vereinigten Staaten.

Carneys Liberale Partei hatte vergangene Woche die Parlamentswahl in Kanada mit deutlichem Vorsprung gewonnen. Im Wahlkampf hatte sich der frühere Zentralbankchef und Investmentbanker wiederholt gegen Trumps Attacken zur Wehr gesetzt.

R.Zaccone--PV

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