Pallade Veneta - Klingbeil: Wirtschaftsreformen und Investitionen nötig gegen knappe Kassen

Klingbeil: Wirtschaftsreformen und Investitionen nötig gegen knappe Kassen


Klingbeil: Wirtschaftsreformen und Investitionen nötig gegen knappe Kassen
Klingbeil: Wirtschaftsreformen und Investitionen nötig gegen knappe Kassen / Foto: Tobias SCHWARZ - AFP

Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) hat angesichts der klammen öffentlichen Haushalte die Notwendigkeit von Wirtschaftsreformen und Investitionen in die Infrastruktur betont. "Entscheidend ist, dass wir jetzt die Wirtschaft ankurbeln und Arbeitsplätze sichern", erklärte Klingbeil am Donnerstag nach der halbjährlichen Sitzung des Stabilitätsrates der Finanzminister von Bund und Ländern. "Wir sorgen deshalb für massive private und öffentliche Investitionen. Wir schaffen mit Strukturreformen gute Rahmenbedingungen für die Wirtschaft: mit niedrigeren Energiepreisen, weniger Bürokratie, mehr Fachkräften", betonte Klingbeil.

Textgröße ändern:

Der Stabilitätsrat tagte am Donnerstag unter der Leitung Klingbeils und des Finanzministers von Nordrhein-Westfalen, Marcus Optendrenk (CDU). Die Finanzministerinnen und Finanzminister seien sich in der Sitzung einig gewesen, dass die Einhaltung der EU-Schuldenregeln "in naher Zukunft mit Anstrengungen auf allen staatlichen Ebenen verbunden sein dürfte", teilte das Gremium nach der Sitzung mit.

So gehe die Bundesregierung von einem gesamtstaatlichen Defizit von 2,5 Prozent der Wirtschaftsleistung aus - auf gleicher Höhe bewegte sich der Wert im vergangenen Jahr. Allerdings war damals noch für die kommenden Jahre ein sinkendes Defizit prognostiziert worden.

Klingbeil betonte am Donnerstag vor diesem Hintergrund auch die Notwendigkeit von Sparanstrengungen. Er hob den "strikten Finanzierungsvorbehalt für jedes Vorhaben" hervor, der im Koalitionsvertrag von Union und SPD festgehalten ist, und stellte zudem eine "umfassende Überprüfung staatlicher Aufgaben auf ihre Notwendigkeit" in Aussicht. Die Bundesregierung muss noch in diesem Jahr den Haushalt für 2025 nachträglich und den für 2026 beschließen.

Das von Union und SPD noch vor der Regierungsbildung geschaffene Sondervermögen für die Infrastruktur und die weitgehende Ausnahme der Verteidigungsausgaben von der Schuldenbremse begrüßte der Stabilitätsrat in seiner Sitzung am Donnerstag. "Voraussetzung hierfür ist, dass die Mittel zielgerichtet für Infrastrukturinvestitionen eingesetzt werden, die wirksam zu einer zusätzlichen Stärkung des Wachstumspotenzials beitragen", hieß es in der Erklärung.

Der Stabilitätsrat ist ein gemeinsames Gremium des Bundes und der Länder. Er soll die institutionellen Voraussetzungen zur Sicherung langfristig tragfähiger Haushalte im Bund und in den Ländern sichern. Er kommt in der Regel zweimal jährlich zusammen - im Juni und im Dezember.

P.Colombo--PV

Empfohlen

Brasilien ruft Botschafter nach Äußerungen von Argentiniens Präsident Milei zurück

Wegen abfälliger Äußerungen von Argentiniens Staatschef Javier Milei über den brasilianischen Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva hat Brasilien seinen Botschafter im Nachbarland zurückgerufen. Angesichts der "beleidigenden Äußerungen des argentinischen Staatschefs" habe Außenminister Mauro Vieira beschlossen, Botschafter Julio Bitelli zu Konsultationen zurückzubeordern, teilte das Außenministerium am Sonntag mit.

Wirbel um Kabinettsumbildung: Schnieder wirft hin - Bilger soll Nachfolger werden

Mit einer Kabinettsumbildung hatte Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) einen Neustart seiner Regierung markieren wollen - stattdessen ist die Bundesregierung in neue Turbulenzen gestürzt. Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) kündigte am Sonntagabend an, den Kanzler um seine Entlassung zu bitten. Er begründete dies mit dem "unwürdigen Zustand", den die Umstände der Kabinettsumbildung für ihn herbeigeführt hätten. Merz gab daraufhin die Nachfolge bekannt: Unions-Parlamentsgeschäftsführer Steffen Bilger (CDU) soll das Ressort übernehmen.

Bundesanwaltschaft übernimmt Ermittlungen zu Anschlag auf Berliner CSD

Nach dem Anschlag am Rande des Berliner Christopher Street Days (CSD) mit einer Toten und fast 30 Verletzten hat die Bundesanwaltschaft die Ermittlungen übernommen. Hintergrund sei die "mutmaßliche islamistische Tatbegehung", sagte eine Sprecherin am Sonntag der Nachrichtenagentur AFP. Ermittelt werde auch bezüglich möglicher "Hintermänner" oder "Mitwisser".

CDU-Politiker Bilger soll neuer Bundesverkehrsminister werden

Der Parlamentsgeschäftsführer der Unionsfraktion im Bundestag, Steffen Bilger (CDU), soll neuer Bundesverkehrsminister werden. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) werde Bilger für die Nachfolge des bisherigen Ministers Patrick Schnieder (CDU) vorschlagen, erklärte Regierungssprecher Stefan Kornelius am Sonntagabend in Berlin. In einem Telefonat habe der Kanzler Schnieder für die geleistete Arbeit gedankt und sein "Bedauern" darüber ausgedrückt, "dass der Amtswechsel wegen unvorhergesehener Umstände nicht wie geplant kommuniziert werden konnte".

Textgröße ändern: