Pallade Veneta - Mehr als hundert Hilfsorganisationen warnen vor "Massenhungersnot" im Gazastreifen

Mehr als hundert Hilfsorganisationen warnen vor "Massenhungersnot" im Gazastreifen


Mehr als hundert Hilfsorganisationen warnen vor "Massenhungersnot" im Gazastreifen
Mehr als hundert Hilfsorganisationen warnen vor "Massenhungersnot" im Gazastreifen / Foto: - - AFP

Angesichts der verheerenden humanitären Lage im Gazastreifen haben mehr als hundert Hilfsorganisationen vor einer "Massenhungersnot" gewarnt. In einer gemeinsamen Erklärung forderten die 111 Organisationen am Mittwoch sofortige Verhandlungen über eine Waffenruhe, die Öffnung aller Grenzübergänge und den ungehinderten Fluss von Hilfsgütern durch von der UNO kontrollierte Strukturen. Die israelische Regierung wies den Vorwurf zurück, die Verteilung von Hilfsgütern zu blockieren.

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Die Hilfsorganisationen beschrieben desaströse Zustände im Gazastreifen. "Unsere Kollegen und die Menschen, denen wir helfen, siechen dahin." Inner- und außerhalb des Palästinensergebiets befänden sich tonnenweise Hilfsgüter in Lagerhallen, deren Auslieferung den Helfern jedoch verboten werde. "Das ist nicht nur physische Qual, sondern psychologische." Zu den Unterzeichnern der Erklärung gehörten Ärzte ohne Grenzen, Save the Children und Oxfam.

Die israelische Regierung wies den Vorwurf der Blockade von Hilfslieferungen zurück und erklärte, 950 Lastwagenladungen von Hilfsgütern warteten im Gazastreifen darauf, von Hilfsorganisationen verteilt zu werden. Eine Hungersnot sei "zu diesem Zeitpunkt" sei nicht erkennbar, zitierte die "Times of Israel" einen hochrangigen israelischen Sicherheitsvertreter. "Wir verstehen jedoch, dass Handlungen notwendig sind, um die humanitäre Situation zu stabilisieren", fügte der Vertreter hinzu.

Der von der radikalislamischen Hamas kontrollierte Zivilschutz warf Israel derweil vor, 17 Menschen bei Angriffen in der Nacht zum Mittwoch getötet zu haben. Unter den Todesopfern befand sich laut Zivilschutzsprecher Mahmud Bassal auch eine schwangere Frau.

Die israelischen Truppen hätten acht Menschen bei einem Angriff auf den Stadtteil Al-Hawa in der Stadt Gaza getötet, zwei weitere bei weiteren Angriffen in der Stadt, drei im südlichen Bani Suheila und vier in der Nähe eines Hilfszentrums im Zentrum des Küstenstreifens, erklärte Bassal. Die israelische Armee sprach unterdessen von Angriffen auf dutzende "Terrorziele" im Norden des Gazastreifens und der Stadt Gaza.

Die UNO hatte am Dienstag mitgeteilt, dass israelische Soldaten seit Beginn der Arbeit der von den USA und Israel unterstützten Hilfsorganisation GHF Ende Mai mehr als tausend Palästinenser getötet hätten, während diese versuchten, sich Nahrungsmittel zu verschaffen. UN-Generalsekretär António Guterres erklärte, der "Horror", dem die Palästinenser im Gazastreifen durch israelische Angriffe ausgesetzt seien, sei beispiellos in jüngster Zeit.

Wegen der katastrophalen humanitären Lage im Gazastreifen steigt der internationale Druck auf Israel. Das größte Krankenhaus des Gazastreifens hatte am Dienstag verkündet, 21 Kinder seien in den vergangenen 72 Stunden an Unterernährung gestorben.

Die US-Regierung erklärte unterdessen, dass ihr Sondergesandter Steve Witkoff in dieser Woche zu Gesprächen über die Lage im Gazastreifen nach Europa und anschließend möglicherweise in den Nahen Osten reisen werde. Sein Ziel sei eine Waffenruhe und die Einrichtung eines humanitären Korridors für die Lieferung von Hilfslieferungen in das Palästinensergebiet.

Der Krieg im Gazastreifen war durch den beispiellosen Großangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 ausgelöst worden. Dabei wurden nach israelischen Angaben mehr als 1210 Menschen getötet und 251 weitere als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt. Noch immer werden 49 Geiseln von den Islamisten festgehalten, mindestens 27 von ihnen sind nach israelischen Angaben jedoch tot.

Als Reaktion auf den Hamas-Angriff geht Israel seither massiv militärisch in dem dichtbesiedelten Küstenstreifen vor. Dabei wurden nach Angaben der Hamas-Behörden bislang mehr als 59.100 Menschen getötet. Die Zahlen können nicht unabhängig überprüft werden, die UNO stuft sie aber als glaubwürdig ein.

M.Jacobucci--PV

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