Pallade Veneta - Abstimmung in Taiwan zur Abwahl von Parlamentsabgeordneten der Opposition gescheitert

Abstimmung in Taiwan zur Abwahl von Parlamentsabgeordneten der Opposition gescheitert


Abstimmung in Taiwan zur Abwahl von Parlamentsabgeordneten der Opposition gescheitert
Abstimmung in Taiwan zur Abwahl von Parlamentsabgeordneten der Opposition gescheitert / Foto: I-Hwa CHENG - AFP

Bei einer Abstimmung in Taiwan ist am Samstag die Abwahl dutzender Parlamentsabgeordneter gescheitert, mit der sich die Partei von Präsident Lai Ching-te eine Mehrheit im Parlament sichern wollte: Die Mehrheit der Wählerinnen und Wähler entschied sich gegen die Neuvergabe von 24 Sitzen, die derzeit von der chinafreundlichen Oppositionspartei Kuomintang (KMT) gehalten werden, wie die zentrale Wahlkommission nach Auszählung der Stimmen bekanntgab.

Textgröße ändern:

Am 23. August ist eine weitere Abstimmung geplant, bei der über sieben von der KMT gehaltene Sitze entschieden wird. "Lasst diese politische Farce hier enden", sagte der KMT-Vorsitzende Eric Chu am Samstag nach Bekanntgabe des Ergebnisses vor Journalisten. Präsident Lai solle "aufhören, über politische Machtkämpfe nachzudenken" und sich "aufrichtig entschuldigen".

Der Generalsekretär der regierenden DPP, Lin Yu-chang, sagte, seine Partei akzeptiere das Ergebnis "demütig". Seine Partei werde "die Reaktion der Gesellschaft sorgfältig reflektieren".

Die Initiative für die Abwahl der Abgeordneten war von Bürgerinitiativen ausgegangen, die von der Präsidentenpartei Demokratische Volkspartei (DPP) unterstützt werden. Diese können laut taiwanischem Wahlrecht im Verlauf einer Legislaturperiode mit einer Unterschriftensammlung Neuwahlen in einem Wahlbezirk durchsetzen.

Präsident Lai war bei der Präsidentschafts- und Parlamentswahl 2024 gewählt worden, seine für einen pekingkritischen Kurs stehende DPP hatte ihre Mehrheit im Parlament damals aber verloren. Seitdem hält eine Koalition aus der KMT und der Taiwanischen Volkspartei (TPP) die Mehrheit der insgesamt 113 Sitze und blockiert immer wieder Vorhaben von Lais Regierung wie etwa Teile des Haushalts.

Mit der versuchten Abwahl der KMT-Abgeordneten wollte sich die Regierung nun eine Mehrheit sichern und die Haushaltskürzungen, die unter anderem die Militärausgaben betreffen, wieder rückgängig machen.

Die Opposition hatte massiv gegen die Abwahl-Initiative protestiert. KMT und TPP warfen der DPP vor, die taiwanische Demokratie untergraben zu wollen. Die DPP hingegen wirft der KMT einen pekingfreundlichen Kurs vor und bezeichnet die Partei und die Abgeordneten, gegen die sich die Abwahl-Initiative richtet, als Sicherheitsrisiko für die Insel. Taiwan befürchtet seit Jahren eine Militäroffensive Chinas.

China betrachtet das demokratische und selbstverwaltete Taiwan als abtrünnige Provinz, die notfalls mit militärischer Gewalt wieder mit dem Festland vereinigt werden soll. In den vergangenen Jahren hat Peking rund um das Inselgebiet die Zahl der chinesischen Kampfjets und Kriegsschiffe erhöht und mehrfach große Militärmanöver abgehalten.

J.Lubrano--PV

Empfohlen

Krise in transatlantischen Beziehungen: Merz trifft Rubio bei Sicherheitskonferenz

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat sich kurz nach seiner außenpolitischen Grundsatzrede bei der Münchner Sicherheitskonferenz mit US-Außenminister Marco Rubio getroffen. An dem Gespräch nahm auch Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) teil. Merz war zuvor in seiner Eröffnungsrede auf Distanz zu den USA gegangen. Europa müsse sich aus seiner selbstverschuldeten Abhängigkeit von den USA befreien und "eine neue transatlantische Partnerschaft begründen", sagte der Kanzler.

Merz geht auf Distanz zu USA - und ruft zur Erneuerung des Bündnisses auf

Bei der Münchner Sicherheitskonferenz ist Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) deutlich auf Distanz zu den USA gegangen - und hat Washington zugleich zu einer Erneuerung des transatlantischen Verhältnisses aufgerufen. "Zwischen Europa und den Vereinigten Staaten hat sich eine Kluft, ein tiefer Graben aufgetan", sagte Merz in seiner Rede vor den Delegierten in München. Der erste Tag der Sicherheitskonferenz mit mehr als 60 Staats- und Regierungschefs aus aller Welt war von der Debatte um das erschütterte Verhältnis zu den USA und um den Ukraine-Krieg geprägt.

Merz zu Russland-Dialog bereit: "Wenn es sinnvoll ist"

Nach dem Vorpreschen des französischen Präsidenten Emmanuel Macron mit Blick auf die Wiederaufnahme eines Dialogs mit Russland hat sich Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) zurückhaltend gezeigt. "Wenn es sinnvoll ist, zu reden, dann sind wir zu Gesprächen bereit", sagte Merz am Freitag bei der Münchner Sicherheitskonferenz (MSC). Allerdings zeige Russland noch keine Bereitschaft zu "ernsthaften Gesprächen".

Alabali Radovan begrüßt Forderung aus Union nach Stärkung der Entwicklungspolitik

Bundesentwicklungsministerin Reem Alabali Radovan (SPD) hat Forderungen aus der Union begrüßt, die Entwicklungspolitik wieder zu stärken. Dies sei "unsere gemeinsame Aufgabe in der Politik", sagte Alabali Radovan dem Magazin "stern" laut Mitteilung vom Freitag. Sie bezog sich dabei auf ein gemeinsames Papier von Ex-CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer, des früheren Bundesentwicklungsministers Gerd Müller (CSU) und des Ökonomen Moritz Schularick anlässlich der Münchner Sicherheitskonferenz.

Textgröße ändern: