Pallade Veneta - Erneuter Vorfall: Drohnensichtung über größtem Luftwaffenstützpunkt Dänemarks

Erneuter Vorfall: Drohnensichtung über größtem Luftwaffenstützpunkt Dänemarks


Erneuter Vorfall: Drohnensichtung über größtem Luftwaffenstützpunkt Dänemarks
Erneuter Vorfall: Drohnensichtung über größtem Luftwaffenstützpunkt Dänemarks / Foto: Sergei GAPON - AFP/Archiv

Die Reihe mysteriöser Drohnensichtungen reißt nicht ab: Nach mehren Vorfällen seit Wochenbeginn wurden in Dänemark nach Polizeiangaben nahe und über der Militärbasis Karup, dem größten Stützpunkt der dänischen Luftwaffe, am Freitagabend mehrere Stunden lang ein bis zwei Drohnen gesichtet. Auch bei diesen Flugkörpern blieb deren Herkunft zunächst ungeklärt. Russland übte derweil scharfe Kritik an den EU-Plänen zum Aufbau eines gemeinsamen Drohnenwalls.

Textgröße ändern:

Ein Polizeisprecher sagte der Nachrichtenagentur AFP am Samstag, Polizei und Militär arbeiteten bei den Ermittlungen zu den Vorfällen zusammen. "Wir haben sie nicht abgeschossen", sagte der Sprecher mit Blick auf die Drohnen. Karup ist die größte Militärbasis Dänemarks. Auf ihr sind sämtliche Helikopter der dänischen Luftwaffe stationiert sowie Einrichtungen der Flugabwehr, das Ausbildungszentrum der Luftwaffe und weitere Unterstützungseinrichtungen. Zudem ist ein Teil des Generalstabs dort untergebracht.

Die Start- und Landebahnen des Stützpunkts Karup werden auch vom zivilen Flughafen Midtjylland genutzt. Dieser wurde wegen der Drohnensichtung kurzzeitig geschlossen. Flüge waren der Polizei zufolge aber nicht betroffen, da zu diesem Zeitpunkt keine Verbindungen geplant gewesen seien. Betroffen war offenbar nicht nur die Basis Karup. Aus Militärkreisen verlautete am Samstag, an "mehreren Militäreinrichtungen" in Dänemark seien Drohnen gesichtet worden. Nähere Angaben wurden dazu nicht gemacht.

Aus Norwegen wurde ein Drohnen-Verdachtsfall gemeldet. Ein Sprecher des norwegischen Generalstabs erklärte, es seien "wahrscheinlich" Drohnen gesichtet worden, der Verdacht müsse jedoch noch von Militär und Polizei erhärtet werden. Mutmaßlich seien "mindestens zwei Drohnen" rund eine Stunde lang in einem Sperrgebiet nahe dem größten norwegischen Luftwaffenstützpunkt Örland unterwegs gewesen und dann wieder verschwunden. Die Luftabwehr habe sie nicht angegriffen.

Auch aus dem norddeutschen Bundesland Schleswig-Holstein wurden mehrere Drohnenüberflüge gemeldet, die sich in der Nacht zum Freitag abspielten. Landesinnenministerin Sabine Sütterlin-Waack (CDU) sagte dem NDR, die Ermittlungen seien angelaufen, es gebe dadurch aber "keine veränderte Sicherheitslage".

In den vergangenen Tagen hatte es in Dänemark mehrere Drohnen-Überflüge an Flughäfen gegeben. In der Nacht zum Donnerstag waren solche unbemannten Flugkörper über den Flughäfen Aalborg, Esbjerg und Sönderborg sowie über dem Luftwaffenstützpunkt Skrydstrup entdeckt worden. Bereits in der Nacht zum Dienstag musste der Flugbetrieb am Kopenhagener Flughafen eingestellt werden, weil mehrere große Drohnen stundenlang über das Gelände geflogen waren.

Regierungschefin Mette Frederiksen sprach nach den Vorfällen der vergangen Tage von "hybriden Angriffen". Bisher gibt es keine Hinweise darauf, wer für die Vorfälle verantwortlich ist. Russland hat jegliche Verwicklung zurückgewiesen.

Vor gut zwei Wochen waren zahlreiche russischen Drohnen in den Luftraum Polens eingedrungen, das Verteidigungsbündnis Nato hatte mehrere davon abgeschossen. Auch aus Rumänien wurde das Eindringen russischer Drohnen gemeldet.

Am Mittwoch richtet Dänemark als derzeitiger EU-Ratsvorsitzender einen informellen Gipfel der EU-Staats- und Regierungschefs in Kopenhagen aus, an den sich ein Gipfel der Europäischen Politischen Gemeinschaft (EPG) anschließt. Auch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) will zu beiden Treffen in die dänische Hauptstadt fliegen.

Die EU will angesichts der Vorfälle den Aufbau eines Abwehrsystems gegen unbemannte Luftfahrzeuge vorantreiben. Am Freitag berieten Vertreter der acht an Russland oder die Ukraine angrenzenden EU-Mitgliedstaaten sowie Dänemarks und der Ukraine per Videoschaltung über den sogenannten Drohnenwall.

Russland reagierte auf die Pläne mit scharfer Kritik. Der Aufbau eines Drohnenwalls würde zu einem "Anstieg der militärischen und politischen Spannungen auf unserem Kontinent" führen, erklärte das Außenministerium in Moskau laut der Nachrichtenagentur RIA Nowosti. Die Pläne der EU seien "persönlichen Ambitionen und politischen Spielchen der regierenden EU-Eliten" geschuldet.

A.Tucciarone--PV

Empfohlen

Polizeibeauftragter: Mehr digitale Befugnisse für Ermittler "unerlässlich"

Der Polizeibeauftragte des Bundes, Uli Grötsch (SPD), hält eine Ausweitung der digitalen Befugnisse für die deutschen Polizeibehörden für "unerlässlich". In vielen Bereichen der Kriminalität seien "moderne Kommunikationsmittel ein Tatmittel", sagte Grötsch am Mittwoch in Berlin. Angesichts der dadurch anfallenden großen Datenmengen sei er "der festen Überzeugung, dass auch Polizeibehörden digitale Ermittlungsbefugnisse brauchen".

Polizist soll nach Kontrolle Prostituierte vergewaltigt haben - Anklage in Mannheim

Weil er nach einer Kontrolle zwei Prostituierte vergewaltigt haben soll, hat die Staatsanwaltschaft Mannheim Anklage gegen einen Polizisten erhoben. Der Beamte soll Anfang Juni Hinweisen auf illegale Prostitution in einem Hotel nachgegangen sein, wie die Behörde zusammen mit dem Polizeipräsidium Mannheim am Mittwoch mitteilte. Dabei habe er zwei Frauen kontrolliert, die unter einem Vorwand nach Deutschland gelockt und zur Prostitution gezwungen worden seien. Dies habe der Beamte nicht gewusst.

Trump äußert sich auf Gipfel "sehr verärgert über die Nato"

US-Präsident Donald Trump hat sich auf dem Nato-Gipfel im türkischen Ankara erbost über das Verteidigungsbündnis geäußert. "Ich bin sehr verärgert über die Nato", sagte er am Mittwoch vor Journalisten bei einem Treffen mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte. "Ich bin nicht glücklich mit der Nato wegen dem, was sie mit Grönland gemacht haben", sagte Trump. Zudem habe die Allianz Washington im Iran-Krieg nicht geholfen.

Trump auf Nato-Gipfel: Iran-Feuerpause "ist vorbei"

Nach den nächtlichen Angriffen der US-Streitkräfte auf Ziele im Iran hat US-Präsident Donald Trump die Feuerpause mit der Islamischen Republik für beendet erklärt. "Was mich betrifft, ist sie vorbei", sagte Trump am Mittwoch auf dem Nato-Gipfel in Ankara auf die Frage eines Journalisten. Trump bezeichnete die iranische Führung als "Lügner" und "krank".

Textgröße ändern: