Pallade Veneta - Vor EU-Treffen: Dänemark verbietet landesweit alle zivilen Drohnenflüge

Vor EU-Treffen: Dänemark verbietet landesweit alle zivilen Drohnenflüge


Vor EU-Treffen: Dänemark verbietet landesweit alle zivilen Drohnenflüge
Vor EU-Treffen: Dänemark verbietet landesweit alle zivilen Drohnenflüge / Foto: Tobias SCHWARZ - AFP

Angesichts der jüngsten mysteriösen Drohnen-Vorfälle verbietet Dänemark als Sicherheitsmaßnahme für die europäischen Spitzentreffen in der kommenden Woche landesweit alle zivilen Flüge unbemannter Flugobjekte. Der dänische Luftraum werde von Montag bis Freitag "für alle zivilen Drohnenflüge" gesperrt, teilte das Verkehrsministerium in Kopenhagen am Sonntag mit. Dadurch solle eine Verwechslung zwischen "feindlichen Drohnen" und zivilen Drohnen vermieden werden. Die Bundeswehr gab derweil bekannt, bei der Drohnenabwehr in Kopenhagen mitzuhelfen.

Textgröße ändern:

Dänemark richtet am Mittwoch als derzeitiger EU-Ratsvorsitzender einen informellen Gipfel der EU-Staats- und Regierungschefs in Kopenhagen aus. Daran schließt sich ein Gipfel der Europäischen Politischen Gemeinschaft (EPG) an. Auch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) will an beiden Treffen in der dänischen Hauptstadt teilnehmen.

Zuletzt hatten aber Überflüge nicht identifizierter Drohnen in Dänemark für Unruhe gesorgt. Seit dem 22. September haben solche Drohnenflüge zur Schließung mehrerer dänischer Flughäfen geführt. Betroffen waren auch Militärstützpunkte, zuletzt in der Nacht zum Sonntag.

Bisher gibt es keine Hinweise darauf, wer für die Vorfälle verantwortlich ist. Die dänische Regierungschefin Mette Frederiksen hat von "hybriden Angriffen" gesprochen. Russland hat jegliche Verwicklung zurückgewiesen.

Der dänische Verkehrsminister Thomas Danielsen erklärte nun am Sonntag, die Sperrung des Luftraums für zivile Drohnenflüge von Montag bis Freitag solle verhindern, "dass feindliche Drohnen mit legalen Drohnen verwechselt werden können und umgekehrt". Verstöße gegen das Flugverbot können demnach mit Geldstrafen oder bis zu zwei Jahren Haft bestraft werden.

Justizminister Peter Hummelgaard erklärte, mit dem Flugverbot solle die Arbeit der Polizei erleichtert werden. "Die Polizei ist in erhöhter Alarmbereitschaft, und unsere Behörden müssen ihre Kräfte dort einsetzen, wo es nötig ist, um Dänen und unsere Gäste zu schützen."

Derweil erklärte die Bundeswehr, bei der Drohnenabwehr für den informellen EU-Gipfel zu helfen. Dänemark habe "verschiedene Nationen, darunter auch Deutschland, um Unterstützung bei der Absicherung des informellen Treffens der EU-Staats- und Regierungschefs" gebeten. Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) und Bundeswehr-Generalinspekteur Carsten Breuer entschieden demnach, der dänischen Anfrage zu folgen.

Die Bundeswehr solle "vor Ort" bei der Drohnenabwehr helfen, erklärte die Bundeswehr. Der Einsatz unterstreiche die "enge sicherheitspolitische Zusammenarbeit mit Dänemark sowie die Handlungsfähigkeit und Solidarität europäischer Partner im Umgang mit hybriden Bedrohungen".

In der Nacht zum Donnerstag waren unbemannte Flugkörper über den Flughäfen Aalborg, Esbjerg und Sönderborg sowie über dem Luftwaffenstützpunkt Skrydstrup entdeckt worden. Bereits in der Nacht zum Dienstag musste der Flugbetrieb am Kopenhagener Flughafen eingestellt werden, weil mehrere große Drohnen stundenlang über das Gelände geflogen waren.

Auch am Wochenende wurden wieder Drohnen gesichtet. Wie die dänischen Streitkräfte am Sonntag mitteilten, waren von den nächtlichen Flügen mehrere Stützpunkte betroffen. Es seien Gegenmaßnahmen ergriffen worden. Nähere Angaben machte die Armee nicht.

Von Drohnen-Vorfällen und anderen Luftraumverletzungen waren in den vergangenen Wochen auch mehrere andere europäische Nato-Staaten betroffen. So waren vor gut zwei Wochen zahlreiche russische Drohnen in den Luftraum Polens eingedrungen, das Verteidigungsbündnis Nato schoss mehrere davon ab. Auch aus Rumänien wurde das Eindringen russischer Drohnen gemeldet. In der Nacht zum Freitag wurden laut Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) "Drohnenschwärme über Schleswig-Holstein festgestellt".

Die Nato kündigte am Samstagabend eine verstärkte Wachsamkeit und eine Ausweitung der Fähigkeiten im Ostseeraum an. "Wir werden unsere Wachsamkeit dank neuer Mittel noch verstärken", erklärte der Sprecher des obersten Nato-Kommandos in Europa, Martin O'Donnell. Dabei handele es sich um geheimdienstliche Mittel, Aufklärungs- und Überwachungsausrüstung und "mindestens eine Luftabwehr-Fregatte".

D.Vanacore--PV

Empfohlen

Bund hat 2025 über 481 Millionen Euro für Microsoft-Lizenzen ausgegeben

Die Ausgaben der Bundesverwaltung für Lizenzen des US-Softwarekonzerns Microsoft sind in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Im Jahr 2025 wurden dafür 481,4 Millionen Euro ausgegeben, wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine schriftliche Anfrage der Grünen-Bundestagsabgeordneten Rebecca Lenhard hervorgeht, die der "Süddeutschen Zeitung" (SZ, Montagsausgabe) vorlag. Im Jahr 2023 wurden demnach Microsoft-Produkte im Wert von 274,1 Millionen Euro abgerufen, 2024 waren es 347,7 Millionen Euro.

Machado: Freigelassener venezolanischer Oppositioneller von bewaffneten Männern verschleppt

Kurze Zeit nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis ist der venezolanische Oppositionelle Juan Pablo Guanipa nach Angaben der venezolanischen Friedensnobelpreisträgerin María Corina Machado von "schwer bewaffneten Männern" verschleppt worden. Die Männer in Zivilkleidung hätten Guanipa "gewaltsam" mitgenommen, erklärte Machado am Sonntag (Ortszeit) im Onlinedienst X. "Wir fordern seine sofortige Freilassung", fügte sie hinzu.

Unionsfraktion gegen SPD-Forderung nach Kassenbeiträgen auf alle Einkommensarten

Die Forderung des SPD-Bundesvorstandes nach einer neuen Abgabe zur Finanzierung des Gesundheitssystems ist in der Unionsfraktion auf klare Ablehnung gestoßen. "Der Vorschlag wäre ein fatales Zeichen und ein Blankoscheck für ein 'Weiter so', welches wir uns nicht mehr leisten können", sagte die gesundheitspolitischen Sprecherin der Unionsfraktion, Simone Borchardt, der "Augsburger Allgemeinen" (Montagausgabe). Die SPD hatte gefordert, neben den Löhnen, Gehältern und Renten langfristig alle Einkommensarten zur Finanzierung der Kranken- und Pflegeversicherung heranzuziehen.

Kuba setzt Betankung von Flugzeugen für einen Monat aus

Vor dem Hintergrund der durch die US-Sanktionen verschärften Energiekrise in Kuba setzt die Regierung in Havanna die Betankung von Flugzeugen vorübergehend aus. Die französische Fluglinie Air France teilte der Nachrichtenagentur AFP am Sonntagabend mit, die kubanische Luftfahrtbehörde habe sie informiert, dass beginnend am Dienstag einen Monat lang keine Betankung auf der Karibikinsel mehr möglich sein werde. Flugzeuge müssten nach dem Abflug von Kuba anderswo zwischenlanden, um zu tanken.

Textgröße ändern: