Pallade Veneta - Evangelische Kirche in Deutschland spricht sich gegen Wehrpflicht aus

Evangelische Kirche in Deutschland spricht sich gegen Wehrpflicht aus


Evangelische Kirche in Deutschland spricht sich gegen Wehrpflicht aus
Evangelische Kirche in Deutschland spricht sich gegen Wehrpflicht aus / Foto: Ina FASSBENDER - AFP/Archiv

Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) hat sich gegen die Wiedereinführung der Wehrpflicht ausgesprochen. Wegen der veränderten sicherheitspolitischen Herausforderungen gebe es die Notwendigkeit, den Wehrdienst auszubauen, jedoch immer nach dem Grundsatz: "So viel Freiwilligkeit wie irgend möglich", sagte die EKD-Ratsvorsitzende Bischöfin Kirsten Fehrs der "Rheinischen Post" (Donnerstagsausgabe). Wer sich an geeigneter Stelle freiwillig für andere einsetze, stärke das Gemeinwesen nachhaltiger als jeder, der dazu verpflichtet wurde, erklärte Fehrs.

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Die EKD-Ratsvorsitzende forderte eine breite Perspektive auf Sicherheit und gesellschaftlichen Zusammenhalt. "Viele junge Menschen haben Sorgen, was die Neuaufstellung des Wehrdienstes für sie persönlich bedeutet."

Zugleich seien viele bereit, sich beispielsweise im Freiwilligendiensten, der Pflege oder im Katastrophenschutz zu engagieren, erklärte Fehrs. Ein kluges Gesetz müsse sowohl das Engagement als auch die Besorgnis ernst nehmen. "Deshalb sind Wehrdienst und Friedensdienst zusammenzudenken." Die EKD erneure in diesem Zusammenhang ihre Forderung nach einem "Recht auf Freiwilligendienst", das den vielfältigen Fähigkeiten und Lebenssituationen junger Menschen gerecht werde.

Verhandlungsführer von Union und SPD im Bundestag hatten sich diese Woche auf einen Kompromiss zum Wehrdienstgesetz von Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) geeinigt. Das Vier-Stufenmodell sieht ein Losverfahren für die Musterung und eine gleichfalls per Los entschiedene "Bedarfswehrpflicht" vor, wenn sich nicht genügend Freiwillige melden.

Pistorius hatte am Dienstag in der Fraktionssitzung der SPD dann aber deutliche Kritik an dem Kompromiss geäußert. Eine bereits angekündigte Pressekonferenz zu dem Kompromiss wurde daraufhin kurzfristig abgesagt. Trotz des Eklats soll das Gesetz nun am Donnerstag in erster Lesung im Bundestagsplenum beraten werden.

R.Zarlengo--PV

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