Pallade Veneta - Merz will weiter strikt an der "Brandmauer" zur AfD festhalten

Merz will weiter strikt an der "Brandmauer" zur AfD festhalten


Merz will weiter strikt an der "Brandmauer" zur AfD festhalten
Merz will weiter strikt an der "Brandmauer" zur AfD festhalten / Foto: Michael Kappeler - POOL/AFP/Archiv

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) will trotz anderslautender Forderungen aus seiner Partei weiter strikt am Unvereinbarkeitsbeschluss der CDU zur AfD festhalten. "Wir werden noch viel deutlicher die Unterschiede zwischen uns und der AfD herausstellen", sagte der CDU-Chef der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". "In der öffentlichen Wahrnehmung setzt sich die falsche Erzählung fest: Die könnten doch mit der AfD alles durchsetzen, wenn sie nur diese 'Brandmauer' einreißen würden."

Textgröße ändern:

Vor dem Hintergrund eines Umfragetiefs der Union und des Höhenflugs der AfD hatten einige ehemalige Unions-Politiker CDU und CSU zuletzt aufgefordert, auf die Rechtsaußenpartei zuzugehen. "Die derzeitige Stigmatisierung hilft der AfD nur noch", sagte etwa Ex-CDU-Generalsekretär Peter Tauber dem "Stern". Ähnlich äußerte sich der frühere Bundeswirtschafts- und Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU). Beim liberalen Flügel der CDU stießen die Überlegungen zu einer strategischen Öffnung gegenüber der AfD auf starken Widerstand.

Auch Merz lehnte eine Annäherung erneut klar ab. "Die AfD stellt die Bundesrepublik Deutschland in Frage, wie sie seit Adenauer geprägt worden ist und wie sie die CDU mitgeprägt hat", sagte Merz mit Blick auf den ersten Bundeskanzler Konrad Adenauer. Merz betonte jedoch, dass die Union im politischen Spektrum rechts zu viel Platz gelassen habe.

Mit Blick auf die Flüchtlingspolitik der ehemaligen Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und das Erstarken der AfD seither ergänzte Merz: "2015 wurden Entscheidungen getroffen, die ganz wesentlich zur Verdoppelung dieser Partei innerhalb einer Wahlperiode beigetragen haben. Die AfD nährt sich von einem Meinungsklima, das zahlreiche westliche Demokratien erfasst hat und das einen solchen Trend befördert."

Der CDU-Bundesparteitag hatte 2018 einen Unvereinbarkeitsbeschluss mit Blick auf die AfD gefasst. Die CDU lehnt demnach "Koalitionen und ähnliche Formen der Zusammenarbeit" ab. Der Beschluss ist immer noch in Kraft. Das Präsidium der CDU trifft sich am Sonntag, um über die Strategie gegenüber der AfD zu beraten.

Merz hatte Anfang Oktober in einem MDR-Interview mit Blick auf die Präsidiumsklausur gesagt, die CDU müsse sich "mit der AfD auch inhaltich sehr viel stärker auseinandersetzen". Ignorieren lasse sich die Partei nicht mehr. Es müsse darum gehen, "in der Sache auch die Unterschiede herauszustellen" und zu zeigen, "was droht unserem Land, wenn die AfD stärker wird" und womöglich in einem ostdeutschen Bundesland den Ministerpräsidenten stelle.

Im kommenden Jahr finden in Deutschland fünf Landtagswahlen ab. Nach aktuellen Umfragen könnte es die AfD in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern mit deutlichem Abstand auf Platz eins schaffen. In Baden-Württemberg könnte es nach jüngsten Erhebungen für Platz zwei vor den Grünen reichen. Gewählt wird auch in Rheinland-Pfalz und Berlin.

I.Saccomanno--PV

Empfohlen

Trump-Verbündeter und Russland-Kritiker Lindsey Graham mit 71 Jahren gestorben

Der US-Senator Lindsey Graham, einflussreicher Verbündeter von US-Präsident Donald Trump und außenpolitischer Hardliner, ist tot. Der republikanische Politiker sei am Samstagabend (Ortszeit) mit 71 Jahren nach "kurzer und plötzlicher Krankheit" gestorben, teilte sein Büro mit. Trump äußerte seine Trauer, Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu und der ukrainische Staatschef Wolodymyr Selenskyj würdigten Graham als Verbündeten ihrer Länder.

Dreyfus-Gedenktag: Macron ruft zu "ständiger Wachsamkeit" gegen Antisemitismus auf

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat angesichts des wieder zunehmenden Antisemitismus im Land zu "ständiger Wachsamkeit" aufgerufen. Anlässlich des ersten nationalen Gedenktages für den 1894 Jahren zu Unrecht verurteilten jüdischen Offiziers Alfred Dreyfus sagte Macron, "wir wissen, dass die alten Dämonen des Antisemitismus unser Land nie vollständig verlassen haben". Der Präsident rief zudem dazu auf, Franzosen zu ehren, die sich der "Nazi-Barbarei" entgegengestellt hätten.

Kritik an geplanter Einschränkung bei Unterhaltsvorschuss

Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) will die Bezugszeit beim Unterhaltsvorschuss für Alleinerziehende einschränken. "Vorgesehen ist unter anderem, den Unterhaltsvorschuss künftig für Kinder bis einschließlich 15. Lebensjahr zu gewähren", teilte ein Ministeriumssprecher am Sonntag auf Anfrage in Berlin mit. Die Grünen und das Deutsche Kinderhilfswerk kritisierten die Pläne.

Plan zur Regierungsumbildung in Kiew: Selenskyj will politische Strategie ändern

Mit einer größeren Regierungsumbildung will der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sein Land auf die Herausforderungen im fünften Kriegsjahr einstellen. Die Ukraine sei dabei, ihre "politische Strategie zu ändern", schrieb Selenskyj am Sonntag im Onlinedienst X. Unter anderem sollen Ministerpräsidentin Julia Swyrydenko und die Chefs einiger Strafverfolgungsbehörden ausgetauscht werden. Am Wochenende starben bei erneuten russischen Angriffen in der Ukraine mindestens zwölf Menschen.

Textgröße ändern: