Pallade Veneta - Ermittlungen nach Protest bei Konzert von israelischem Orchester in Paris

Ermittlungen nach Protest bei Konzert von israelischem Orchester in Paris


Ermittlungen nach Protest bei Konzert von israelischem Orchester in Paris
Ermittlungen nach Protest bei Konzert von israelischem Orchester in Paris / Foto: Sébastien DUPUY - AFP/Archiv

Nach einer Protestaktion mit Rauchfackeln während eines Konzerts des Israel Philharmonic Orchestra in der Pariser Philharmonie sind Ermittlungen gegen drei Männer und eine Frau eingeleitet worden. Die vier Beschuldigten seien am Sonntag einem Ermittlungsrichter vorgeführt worden und anschließend gegen Auflagen auf freien Fuß gekommen, teilte die Staatsanwaltschaft mit.

Textgröße ändern:

Die vier Beschuldigten waren am Donnerstagabend festgenommen worden, nachdem sie ein Konzert des israelischen Orchesters unter der Leitung von Lahav Shani gestört hatten. Die Pariser Philharmonie sprach von "schwerwiegenden Zwischenfällen". Dreimal hätten Zuschauer versucht, das Konzert zu stören, darunter zweimal mit dem Einsatz von Rauchfackeln. Dabei sei es zu Auseinandersetzungen mit anderen Zuschauern gekommen. Die Störer seien des Saales verwiesen und das Konzert sei fortgesetzt worden. Die Philharmonie erstattete Anzeige.

Pro-palästinensische Aktivisten hatten zuvor die Absage des Konzerts gefordert. Die Gewerkschaft CGT-Spectacle forderte die Philharmonie auf, das Publikum auf die "schwerwiegenden Vorwürfe" gegen die israelische Regierung im Zusammenhang mit dem Krieg im Gazastreifen hinzuweisen. Die Sicherheitsvorkehrungen rund um das Konzert waren verstärkt worden.

Der 36 Jahre alte israelische Dirigent Shani war bereits zuvor Zielscheibe von Protesten. Im September hatte ein Festival in Flandern die Münchner Philharmoniker ausgeladen, deren Chefdirigent Shani im nächsten Jahr wird.

Ermittelt wird im Zusammenhang mit der Protestaktion in Paris laut Staatsanwaltschaft unter anderem wegen Sachbeschädigung, Gefährdung Dritter, Besitz von Brandbeschleunigern, Organisation einer nicht angemeldeten Demonstration, Verweigerung der Aufnahme von Personalien und Fingerabdrücken durch die Polizei sowie Gewalt.

F.M.Ferrentino--PV

Empfohlen

Grüne organisieren Verfassungsbeschwerden in Karlsruhe gegen Bundeshaushalt 2025

Die Grünen halten den Bundeshaushalt für 2025 für verfassungswidrig und wollen einen Gang nach Karlsruhe organisieren. Die Bundesregierung habe "Milliarden Euro zweckentfremdet und damit gegen die Verfassung verstoßen", erklärte der Grünen-Finanzpolitiker Andreas Audretsch am Freitag. "Milliarden, die in Infrastruktur und Klimaschutz hätten fließen sollen, landen im Konsum und in fossiler Vergangenheit." Die Grünen wollen nun zwei Gutachten nutzen, um "gemeinsam mit der Zivilgesellschaft" Verfassungsbeschwerden in Karlsruhe "auszuloten und voranzutreiben".

Atomgespräche zwischen den USA und Iran beginnen in Oman

In Omans Hauptstadt Maskat haben die hochrangigen Atomgespräche zwischen Vertretern der USA und des Iran begonnen. Dies meldete das iranische Staatsfernsehen am Freitagvormittag. Teheran sei darauf vorbereitet, sich gegen "exzessive Forderungen" der USA zu wehren, sagte der iranische Verhandlungsführer, Außenminister Abbas Araghtschi, bei einem Treffen mit seinem omanischen Kollegen Badr Albusaidi kurz vor Beginn der Verhandlungen.

Umfrage: Brombeer-Koalition in Thüringen weiter ohne Mehrheit

Die sogenannte Brombeer-Koalition aus CDU, BSW und SPD in Thüringen ist nach einer aktuellen Umfrage weiter deutlich von einer eigenen Mehrheit entfernt. Eine am Donnerstagabend veröffentlichte Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Insa im Auftrag der Thüringer Funke-Zeitungen sieht die vom Landesverfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestufte AfD mit 38 Prozent nach wie vor als stärkste Kraft. Gegenüber Dezember verlor die Partei einen Punkt.

"Politbarometer": Große Mehrheit glaubt nicht an Friedensbereitschaft Putins

Trotz der jüngsten Gespräche zwischen Russland und der Ukraine zur Beendigung des Krieges ist nur rund jeder sechste Deutsche der Ansicht, dass der russische Präsident Wladimir Putin ernsthaftes Interesse an einer dauerhaften Waffenruhe hat. In dem am Freitag veröffentlichten ZDF-"Politbarometer" bescheinigten 16 Prozent der Befragten dem Kreml-Chef eine entsprechende Bereitschaft.

Textgröße ändern: