Pallade Veneta - COP30 in Belém: Umweltorganisationen fordern konkrete Verhandlungsfortschritte

COP30 in Belém: Umweltorganisationen fordern konkrete Verhandlungsfortschritte


COP30 in Belém: Umweltorganisationen fordern konkrete Verhandlungsfortschritte
COP30 in Belém: Umweltorganisationen fordern konkrete Verhandlungsfortschritte / Foto: Mauro PIMENTEL - AFP

Zum Auftakt der zweiten und entscheidenden Verhandlungswoche der Weltklimakonferenz in Belém haben Umweltorganisationen mehr Bewegung in den Verhandlungen gefordert. Ein Fahrplan zum Ausstieg aus den fossilen Energien sei zwar formell "nirgends in den Verhandlungen verankert, als Antwort auf die weit klaffende Ambitionslücke zwischen den nationalen Klimabeiträgen und dem Pariser Klimaziel führt aber kein Weg vorbei an einer weltweiten Abkehr von Kohle, Öl und Gas", erklärte am Montag die Klimachefin von WWF Deutschland, Viviane Raddatz, bei der COP30.

Textgröße ändern:

"Wir dürfen auf den Klimakonferenzen nicht mehr darüber diskutieren, ob wir den Ausstieg als Lösung überhaupt erwähnen, sondern müssen konkret besprechen, wie wir ihn voranbringen", forderte Raddatz. Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) solle sich nun "dafür einsetzen und Allianzen bilden".

Zudem drang die WWF-Vertreterin auf Fortschritte beim zweiten zentralen Verhandlungsthema Klimafinanzierung. "Bekenntnisse allein schützen das Klima nicht. Diese COP muss klar abstecken, wie das Geld fließen soll", erklärte sie.

Der Oxfam-Klimaexperte Jan Kowalzig erklärte zu den bevorstehenden Verhandlungen: "Einfach wird die zweite Woche nicht, zumal es bei den politisch gewichtigeren Themen in der ersten Woche kaum Bewegung gab." Er rief Industrieländer wie Deutschland dazu auf, eine "Führungsrolle" zu übernehmen. Sie müssten "bei der Frage der finanziellen Unterstützung mehr auf die Entwicklungsländer zugehen".

Li Shuo, Klimaexperte vom Asia Society Policy Institute, sagte der Nachrichtenagentur AFP, die Frage bei der zweiten Verhandlungswoche sei, "wie man die sehr heikle Balance" zwischen den unterschiedlichen nationalen Interessen bei den Themen Klimafinanzierung und Klimaschutzmaßnahmen zur Verringerung der Treibhausgas-Emissionen hinbekomme.

Eine Woche nach Beginn der UN-Klimakonferenz werden die Verhandlungen ab Montag auf Ministerebene fortgeführt. Auch Umweltminister Schneider ist dabei. Nachdem er am Wochenende Umweltprojekte im Amazonas-Gebiet besucht hatte, hält er neben vielen anderen internationalen Regierungsvertretern am Montag gegen 16.15 Uhr Ortszeit (20.15 Uhr MEZ) eine Rede vor dem Konferenzplenum.

Die brasilianische COP-Präsidentschaft hat die bisherigen Ergebnisse der Konsultationen in einer am Sonntagabend veröffentlichten Note zusammengefasst. Darin ist die Rede von der "Notwendigkeit einer beschleunigten Umsetzung" der nationalen Klimaziele, um die Ziele des Pariser Klimaabkommens in Reichweite zu halten.

Zum Thema Klimafinanzierung enthält die Zusammenfassung den Aufruf an die Industriestaaten, "die Führung zu übernehmen bei der Bereitstellung und Mobilisierung der notwendigen Finanzierung" von Maßnahmen für Klimaschutz und die Anpassung an seine Folgen in den Entwicklungsländern.

Um bei den besonders schweren Themen voranzukommen, hat die COP-Präsidentschaft Vermittler-Tandems eingesetzt. Der deutsche Umweltstaatssekretär Jochen Flasbarth vermittelt mit der gambischen Klimaministerin Rohey John Manjang bei dem wichtigen Verhandlungsthema Klimaanpassung. Bei Klimafinanzierung stellen Kenia und Großbritannien das Vermittler-Duo und bei Emissionsminderung Ägypten und Spanien.

Die Weltklimakonferenz im brasilianischen Belém soll nach offizieller Planung am Freitagabend enden. In den vergangenen Jahren wurden bei den UN-Klimaverhandlungen jedoch immer bis mindestens Samstag überzogen.

C.Grillo--PV

Empfohlen

Bundestag beschließt umstrittene Krankenkassenreform - jetzt Bundesrat am Zug

Der Bundestag hat die umstrittene Reform zur Stabilisierung der Beiträge in der gesetzlichen Krankenversicherung beschlossen. Das von der Bundesregierung eingebrachte Vorhaben wurde am Freitag in namentlicher Abstimmung mit 319 gegen 286 Stimmen bei vier Enthaltungen angenommen. Nun soll im Laufe des Tages auch der Bundesrat abschließend über die Reform befinden, damit sie noch vor der Sommerpause in Kraft treten kann.

Nach JU wollen auch CDU-Mitglieder Rücktritt von Berliner Regierungschef Wegner

Nach der Jungen Union fordern nun auch CDU-Mitglieder den Rückzug von Berlins Regierenden Bürgermeister Kai Wegner (CDU). In einem offenen Brief fordern die Berliner CDU-Mitglieder, dass Wegner die CDU nicht wie geplant in die Abgeordnetenhauswahl im September führt, wie das Portal Table Briefings am Donnerstagabend berichtete. "Wir schreiben nicht gegen die Union - wir schreiben, weil wir sie schützen wollen", heißt es demnach in dem Entwurf des Briefs.

Kontroverse Debatte über Kassen-Reform vor Abstimmung im Bundestag

Vor der Abstimmung über die Reform der gesetzlichen Krankenversicherung hat der Bundestag am Freitag in einer emotional geführten Debatte über umstrittene Vorhaben diskutiert. Vertreter der Regierungsfraktionen Union und SPD verteidigten die Pläne, die weiter wachsende Milliarden-Defizite und einen deutlichen Beitragsanstieg für die Versicherten verhindern sollen. Die Opposition kritisierte massive Einschnitte bei den Kassenleistungen und zusätzliche Kosten zulasten der Versicherten.

Getöteter iranischer Ayatollah Ali Chamenei nach mehrtägigen Trauerfeiern beigesetzt

Nach sechstägigen Trauerfeierlichkeiten ist der im Iran-Krieg getötete oberste Führer der Islamischen Republik, Ayatollah Ali Chamenei, beigesetzt worden. Sein Leichnam befinde sich nun im Mausoleum des Imams Resa in der Stadt Maschhad, berichtete das Staatsfernsehen am Freitagmorgen. Chameneis Sohn und Nachfolger, Modschtaba Chamenei, nahm offenbar nicht an der Zeremonie mit Vertretern der Staatsführung teil. US-Präsident Donald Trump und Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu berieten derweil erneut über den Krieg.

Textgröße ändern: