Pallade Veneta - Bericht zu sozialer Kluft: Ungleichheiten nehmen weltweit zu

Bericht zu sozialer Kluft: Ungleichheiten nehmen weltweit zu


Bericht zu sozialer Kluft: Ungleichheiten nehmen weltweit zu
Bericht zu sozialer Kluft: Ungleichheiten nehmen weltweit zu / Foto: William EDWARDS - AFP/Archiv

Die Kluft zwischen Superreichen und den übrigen Menschen hat sich seit den 90er Jahren erheblich verschärft. Die reichsten zehn Prozent der Weltbevölkerung erzielen derzeit gut die Hälfte des weltweiten Einkommen und besitzen drei Viertel des Vermögens, wie aus einem am Dienstag in Paris veröffentlichten Bericht des Labors für weltweite Ungleichheiten hervorgeht, das einer Pariser Wirtschaftshochschule angegliedert ist.

Textgröße ändern:

Demnach erhält die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung nur acht Prozent des Einkommens und besitzt nur zwei Prozent des Vermögens. Die reichsten 0,001 Prozent der Bevölkerung, also etwa 56.000 Multimillionäre, die in ein Fußballstadion passen könnten, kontrollieren laut dem Bericht derzeit mehr als sechs Prozent des weltweiten Reichtums. Mitte der 90er Jahre waren es noch vier Prozent.

"Die extremen Vermögensungleichheiten nehmen schnell zu", heißt es in dem Bericht, an dem unter anderem der Wirtschaftswissenschaftler Thomas Piketty, Autor des Bestsellers "Das Kapital im 21. Jahrhundert", mitgearbeitet hat. Seit den 1990er Jahren sei das Vermögen der Milliardäre und hundertfachen Millionäre jährlich um etwa acht Prozent gestiegen, fast doppelt so schnell wie die Wachstumsrate bei der ärmeren Hälfte der Bevölkerung.

Dabei zahlen die Wohlhabendsten jedoch verhältnismäßig weniger Steuern als Haushalte mit niedrigeren Einkommen, erklären die Autoren, die eine Mindeststeuer auf Vermögen befürworten. Die französische Nationalversammlung hatte die sogenannte Zucman-Steuer kürzlich erst abgelehnt. "Schon geringe Sätze einer weltweiten Mindeststeuer für Milliardäre und hundertfache Millionäre könnten zwischen 0,45 und 1,11 Prozent des weltweiten BIP einbringen", heißt es in dem Bericht.

Seit 1980 sind die Einkommen der ärmsten Prozent der Weltbevölkerung jährlich um 1,8 Prozent gestiegen, die der reichsten zehn Prozent hingegen um 1,2 bis drei Prozent. Die Mittelschicht, die 40 Prozent zwischen den beiden Extremen, verzeichnete die geringste Entwicklung von einem Prozent.

Dies sei insbesondere auf einen rückläufigen Anteil der Arbeitseinkommen zurückzuführen, der von gut 61 Prozent im Jahr 1980 auf rund 53 Prozent im Jahr 2025 gesunken sei. Umgekehrt seit der Anteil des Kapitaleinkommens von 39 Prozent auf 47 Prozent gestiegen.

"Ungleichheiten sind eine politische Entscheidung", betonen die Autoren des Berichts. Sie ließen sich aber durch eine starke Umverteilung, eine gerechte Besteuerung und Vorrang für soziale Investitionen verringern.

Der Bericht verweist auch auf "extreme und anhaltende Ungleichheiten" mit Blick auf den Klimawandel. Die reichsten zehn Prozent der Menschen sind demnach für 77 Prozent der weltweiten CO2-Emissionen im Zusammenhang mit privatem Kapitalbesitz verantwortlich - also etwa durch Unternehmen, die sie besitzen. Die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung ist hingegen nur für drei Prozent dieser Emissionen verantwortlich.

Auch bei den Geschlechtern bestehen weiter massive Ungleichheiten: Weltweit verdienen Frauen im Schnitt nur 61 Prozent des Stundenlohns von Männern. Dieser reduziert sich auf gerade mal 32 Prozent, wenn unbezahlte Hausarbeit berücksichtigt wird.

R.Lagomarsino--PV

Empfohlen

Trump: USA werden den Iran "sehr bald" verlassen

US-Präsident Donald Trump hat ein baldiges Ende der Einsätze der US-Armee im Iran in Aussicht gestellt. Auf eine Journalistenfrage zu den erhöhten Spritpreisen im Zuge des Iran-Krieges antwortete Trump am Dienstag: "Ich muss nur den Iran verlassen, und das werden wir sehr bald tun, und dann werden sie zusammenbrechen." Anschließend sprach er von einem Zeitraum von "vielleicht zwei Wochen, vielleicht ein paar Tagen länger".

Trump unterzeichnet Dekret zur Erschwerung der Briefwahl

Im Vorfeld der wichtigen Zwischenwahlen zum US-Kongress im November hat US-Präsident Donald Trump ein Dekret zur Erschwerung der Briefwahl unterzeichnet. Bei der Unterzeichnung am Dienstag wiederholte Trump seine Behauptung, dass diese in den USA beliebte Form der Stimmabgabe für Wahlbetrug verantwortlich sei. Es war zunächst unklar, ob der US-Präsident über die rechtlichen Befugnisse für eine solche Maßnahme verfügt.

Syriens Übergangspräsident trifft in London König Charles III. und Premier Starmer

Einen Tag nach seinem Besuch in Berlin ist Syriens Übergangspräsident Ahmed al-Scharaa in Großbritannien von König Charles III. und Premier Keir Starmer empfangen worden. Wie der Buckingham-Palast mitteilte, empfing der britische Monarch al-Scharaa am Dienstagnachmittag zu einer Audienz. Zuvor hatte al-Scharaa bereits in der Downing Street mit Starmer gesprochen, einem britischen Regierungssprecher zufolge drehte sich die Unterredung um den Iran-Krieg.

Selenskyj: Ungarn blockiert EU-Hilfspaket "um Russland zu gefallen"

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat dem ungarischen Regierungschef Viktor Orban vorgeworfen, einen von der EU beschlossenen Hilfskredit in Höhe von 90 Milliarden Euro für die Ukraine zu blockieren, "um Russland zu gefallen". Selenskyj erhob den Vorwurf am Dienstag in Kiew bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit der EU-Außenbeauftragten Kaja Kallas. Selenskyj warf Orban vor, durch seine Blockadehaltung dringend nötige Reparaturarbeiten an von Russland beschädigten Infrastruktureinrichtungen in seinem Land zu verzögern.

Textgröße ändern: