Pallade Veneta - Regierung macht Weg für leichteren Abschuss von Wölfen frei

Regierung macht Weg für leichteren Abschuss von Wölfen frei


Regierung macht Weg für leichteren Abschuss von Wölfen frei
Regierung macht Weg für leichteren Abschuss von Wölfen frei / Foto: PATRIK STOLLARZ - AFP/Archiv

Die Bundesregierung hat eine Änderung des Jagdgesetzes auf den Weg gebracht, um einen möglichen Abschuss von Wölfen zu erleichtern. Damit solle der "Schutz von Weidetieren" verbessert werden, teilte das Landwirtschaftsministerium am Mittwoch in Berlin mit. Die Umweltschutzorganisation WWF kritisierte den Vorstoß hingegen - es gebe keine Hinweise, dass eine "anlasslose Jagd" zu sinkenden Risszahlen führe.

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Der vom Bundeskabinett beschlossene Gesetzesentwurf sieht ein "regionales Bestandsmanagement" vor. Dieses ermöglicht es Bundesländern, in denen es Regionen mit hohen Wolfszahlen gibt und der Bestand der Tiere demzufolge als nicht gefährdet gilt, die Zahl der dort lebenden Wölfe zu regulieren. "In diesem Rahmen ist eine Jagdzeit von 1. Juli bis 31. Oktober vorgesehen", erklärte das Landwirtschaftsministerium.

Außerdem soll der Abschuss von Wölfen auch unabhängig vom jeweiligen Bestand erleichtert werden - und zwar dann, wenn Tiere bereits Schutzmaßnahmen überwunden und Weidetiere verletzt oder getötet haben. Auch in Gegenden, die als Weidegebiete ausgewiesen werden, die aber wegen besonderer Gegebenheiten mit etwa Deichen oder Almwiesen als nicht geeignet für Zäune gelten, soll der Abschuss von Wölfen möglich sein.

Hintergrund ist, dass die Wolfsbestände in Europa in den vergangenen zehn Jahren stark gewachsen sind - laut Bundeslandwirtschaftsministerium von gut 11.000 Tieren im Jahr 2012 auf über 20.000 im Jahr 2023. In Deutschland leben demnach derzeit nach amtlichen Zahlen 209 Wolfsrudel, vor allem in Brandenburg, Niedersachsen und Sachsen. Ein Rudel besteht in der Regel aus fünf bis zehn Tieren.

Parallel dazu sei auch die Zahl der Wolfsrisse gestiegen, führte das Ministerium aus. 2024 seien rund 4300 Nutztiere von Wölfen gerissen worden, überwiegend Schafe und Ziegen.

Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer (CSU) hob am Mittwoch hervor, dass Weidetierhaltung "das Herzstück unserer Kulturlandschaft" sei. "Doch wo Herden grasen, ist der Wolf längst kein Zaungast mehr, sondern Teil des Alltags", fügte er hinzu. "Für viele Tierhalter bedeutet jeder Riss nicht nur einen wirtschaftlichen Verlust, sondern auch emotionale Belastung."

Der WWF kritisierte hingegen, mit dem Gesetz könnten "sehr schnell sehr viele Wölfe geschossen werden, die keine Probleme machen". Es bestehe das Risiko, "den Wolf in Deutschland wieder auszurotten", erklärte WWF-Wildtierexpertin Sybille Klenzendorf. "Realistisch betrachtet kann sich die Situation für Weidtierhalter sogar verschärfen, wenn zum Beispiel durch den Abschuss von Leittieren instabile Rudel entstehen und Jungtiere verstärkt auf leichter verfügbare Nutztiere ausweichen."

Der Deutsche Jagdverband (DJV) wies darauf hin, dass es laut einer Umfrage im Auftrag des Verbands eine Mehrheit der Deutschen (64 Prozent) für richtig hält, den Wolf zur Bestandskontrolle ins Jagdrecht aufzunehmen. Auch die Jagd speziell auf Wölfe, die Haus- und Nutztiere töten, wird demnach in ähnlicher Größenordnung befürwortet (62 Prozent), wobei die Zustimmung auf dem Land noch höher liegt (69 Prozent).

Zugleich bewertet knapp die Hälfte der Deutschen (47 Prozent) die Rückkehr des Wolfes nach Deutschland positiv, während 35 Prozent dies negativ sehen. 29 Prozent der Befragten empfinden Wölfe als Bedrohung, in ländlichen Regionen steigt dieser Anteil auf 34 Prozent. Für die Umfrage wurden vom Institut Civey im Dezember 5000 Bundesbürgerinnen und Bundesbürger ab 18 Jahren befragt.

C.Conti--PV

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