Pallade Veneta - Israel nimmt Abschied von Ran Gvili: Leiche der letzten Hamas-Geisel zurückgebracht

Israel nimmt Abschied von Ran Gvili: Leiche der letzten Hamas-Geisel zurückgebracht


Israel nimmt Abschied von Ran Gvili: Leiche der letzten Hamas-Geisel zurückgebracht
Israel nimmt Abschied von Ran Gvili: Leiche der letzten Hamas-Geisel zurückgebracht / Foto: ilia yefimovich - AFP

Mehr als zwei Jahre nach dem Großangriff auf Israel ist die Leiche der letzten Hamas-Geisel aus dem Gazastreifen zurückgebracht worden. Seine Regierung habe mit der Rückkehr des Leichnams des israelischen Polizisten Ran Gvili ihre "moralische und ethische Mission" erfüllt, sagte Ministerpräsident Benjamin Netanjahu am Montag vor dem Parlament. Polizisten würdigten den Verstorbenen bei der Ankunft seines Sarges in Israel. Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) nannte die Rückgabe eine "große Erleicherung".

Textgröße ändern:

Israelische Soldaten waren am Sonntag zu einem Einsatz zur Bergung der Leiche auf einem Friedhof im nördlichen Gazastreifen ausgerückt. Am Montag meldete die Armee, Gvilis Leichnam sei identifiziert und nach Israel überführt worden. Gvili war die letzte der 251 verschleppten Geiseln, die sich noch im Gazastreifen befand. Der damals 24-jährige Polizist war beim Großangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 getötet worden.

Bei einer Zeremonie zu Ehren des Getöteten würdigte Gvilis Vater den Einsatz seines Sohns. "Ich bin stolz auf dich, mein Sohn", sagte Ytzik Gvili. "Du solltest sehen, welche Ehre dir hier zuteil wird."

"Er kommt endlich nach Hause, wir können es kaum glauben", sagte Gvilis Mutter Talik dem israelischen Rundfunk KAN. Auf Bildern, die vom israelischen Militär veröffentlicht wurden, war Gvilis von einer israelischen Flagge bedeckter Sarg zu sehen. Daneben standen Soldaten, die die Nationalhymne sangen.

Der junge Mann hatte einer Eliteeinheit der israelischen Polizei angehört. Er war am 7. Oktober 2023 wegen einer bevorstehenden Schulteroperation nicht im Dienst, schloss sich jedoch seiner Einheit an, als er von dem Hamas-Überfall hörte. Bei den Kämpfen gegen die zahlenmäßig überlegenen Angreifer wurde er getötet. Seine Leiche wurde in den Gazastreifen verschleppt. Netanjahu bezeichnete Gvili am Montag als "Helden Israels".

Das Forum der Geisel-Familien würdigte ihn als "wahren Freund, der von allen geliebt wurde". "Wir können endlich sagen, dass es keine Geiseln mehr in Gaza gibt", erklärte die Organisation.

"Die israelische Regierung hat ihre moralische und ethische Mission zur Heimkehr aller Geiseln, der lebenden und der toten, beendet", sagte Netanjahu vor der Knesset. Zuvor hatte er die nun abgeschlossene Rückholung aller lebenden und verstorbenen Geiseln als "außergewöhnliche Leistung für den Staat Israel" bezeichnet. "Wir haben versprochen – und ich habe versprochen –, alle zurückzuholen. Wir haben sie alle zurückgebracht, bis auf den letzten Gefangenen."

Wadephul erklärte im Onlinedienst X: "Die Rückkehr des Leichnams von Ran Gvili nach Israel ist eine große Erleichterung. 843 Tage nach dem Terrorangriff vom 7. Oktober 2023 ist der letzte Verschleppte wieder zu Hause."

UN-Generalsekretär António Guterres erklärte, "die vollständige Umsetzung des Waffenruhe-Abkommens sei nun "von entscheidender Bedeutung".

Nach zwei Jahren Krieg im Gazastreifen zwischen Israel und der Hamas gilt dort seit Oktober eine fragile Waffenruhe. Die Übergabe aller noch im Gazastreifen festgehaltenen Geiseln war Teil der ersten Phase des von US-Präsident Donald Trump vermittelten Waffenruhe-Abkommens. Die 20 noch lebenden Geiseln kamen bereits im Oktober frei, die Übergabe der sterblichen Überreste der 28 toten Geiseln verlief hingegen schleppend.

De Hamas erklärte, die Rückkehr der letzten Geisel nach Israel sei ein Beleg dafür, dass die Palästinenserorganisation sich zur "Einhaltung aller Anforderungen des Waffenruhe-Abkommens" bekenne. Die radikale Palästinenserorganisation hatte die Informationen zur Bergung von Gvilis Leichnam nach eigenen Angaben bereitgestellt.

Kurz nachdem das israelische Militär die Rückkehr des Leichnam bestätigt hatte, meldete das Al-Aksa-Krankenhaus im Gazastreifen die Einlieferung von neun Palästinensern, die aus israelischer Gefangenschaft frei kamen.

Kämpfer der Hamas und verbündeter Milizen hatten bei ihrem Überfall auf Israel, der den Gaza-Krieg auslöste, nach israelischen Angaben 1221 Menschen getötet. 251 Menschen wurden als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt. Israel startete daraufhin eine Offensive im Gazastreifen. In den zwei sich anschließenden Kriegsjahren wurden nach Angaben der Hamas-Behörden im Gazastreifen mehr als 71.600 Menschen getötet.

G.Riotto--PV

Empfohlen

Forschungsministerin Bär (CSU) in Aachen mit Karnevalspreis ausgezeichnet

Der Aachener Karnevalsverein (AKV) hat Bundesforschungsministerin Dorothee Bär (CSU) mit dem Orden wider den tierischen Ernst ausgezeichnet. Bär erhielt den Karnevalspreis am Samstag bei einer Festsitzung in Aachen, wie der AKV auf seiner Facebookseite mitteilte. Sie folgt damit auf ihren Kabinettskollegen, Finanzminister Lars Klingbeil (SPD), der im Vorjahr damit geehrt wurde.

Irans Parlamentspräsident erklärt EU-Streitkräfte zu "terroristischen Gruppen"

Der Iran hat die Streitkräfte der EU-Mitgliedsstaaten zu "terroristischen Gruppen" erklärt. Dies gab der iranische Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf am Sonntag vor dem Parlament in Teheran bekannt, während die Folgen der Entscheidung zunächst unklar blieben. Der Schritt sei eine Reaktion auf die vor wenigen Tagen von der EU getroffene Einstufung der Iranischen Revolutionsgarden als Terrororganisation.

NRW-CDU will gegen Missbrauch von Sozialleistungen durch kriminelle Banden vorgehen

Die CDU in Nordrhein-Westfalen will den Missbrauch von Sozialleistungen durch kriminelle Banden massiv einschränken. In einem Antrag für den Bundesparteitag in Stuttgart im Februar, fordert der Landesverband drastische Maßnahmen gegen den Missbrauch der EU-Freizügigkeit, wie die "Bild am Sonntag" (BamS) berichtete. Dabei ginge es auch um eine Reform der Zahlung von Kindergeld ins Ausland.

Bundestagspräsidentin Klöckner bekräftigt Wunsch nach weiblichem Staatsoberhaupt

Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) hat frühere Äußerungen bekräftigt, wonach sie es für überfällig hält, dass Deutschland ein weibliches Staatsoberhaupt bekommt. Sie beteilige sich zwar nicht an den Personalspekulationen um mögliche Nachfolger von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, sagte Klöckner der "Bild am Sonntag". Sie halte es aber für "sehr verwunderlich, dass in all den Jahren noch keine Frau im Schloss Bellevue war", fügte sie hinzu.

Textgröße ändern: