Pallade Veneta - Nach Deal mit Taliban: 20 Straftäter direkt nach Afghanistan abgeschoben

Nach Deal mit Taliban: 20 Straftäter direkt nach Afghanistan abgeschoben


Nach Deal mit Taliban: 20 Straftäter direkt nach Afghanistan abgeschoben
Nach Deal mit Taliban: 20 Straftäter direkt nach Afghanistan abgeschoben / Foto: © Bundespolizei/AFP

Erstmals seit einer neuen Vereinbarung mit der Taliban-Regierung hat die Bundesregierung Straftäter nach Afghanistan abgeschoben. Die 20 Betroffenen seien in Deutschland unter anderem wegen Körperverletzung, Sexual- und Drogendelikten straffällig geworden, teilte das Bundesinnenministerium am Donnerstag mit. Die Vereinbarung mit der Regierung in Kabul schaffe "eine verlässliche Grundlage für direkte und dauerhafte Abschiebungen" nach Afghanistan, erklärte Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU).

Textgröße ändern:

In den vergangenen Monaten hat das Innenministerium nach eigenen Angaben "intensiv daran gearbeitet, Rückführungen direkt und ohne Unterstützung von Drittstaaten nach Afghanistan zu ermöglichen". Auf der Grundlage dieser neuen Vereinbarung zu regelmäßigen Abschiebungen hob am Mittwoch der erste Charterflug von Leipzig nach Kabul ab.

Die Abschiebung von Straftätern sei "ein zentraler Baustein von Kontrolle, Kurs und klarer Kante in der Migrationspolitik", erklärte Dobrindt. "Unsere Gesellschaft hat ein Interesse daran, dass Straftäter unser Land verlassen. Deswegen handeln wir konsequent und bauen die Abschiebungen Schritt für Schritt aus."

Aus Baden-Württemberg wurden drei Männer im Alter zwischen 22 und 38 Jahren abgeschoben. Unter ihnen ist nach Angaben des baden-württembergischen Justizministeriums auch ein 22-jähriger Sexualstraftäter, der 2019 in Illerkirchberg gemeinsam mit drei weiteren Tätern eine Minderjährige vergewaltigt hatte. Damit seien nunmehr alle Mittäter dieses Verbrechens in den Irak und nach Afghanistan abgeschoben, erklärte die baden-württembergische Justizministerin Marion Gentges (CDU).

Aus Sachsen wurden drei ausreisepflichtige Afghanen abgeschoben, die zum Teil schwere Straftaten begangen hatten. Einer von ihnen fügte laut Landesregierung im Jahr 2023 im Erzgebirgskreis einem Lokführer schwere Verletzungen zu.

Unter den Abgeschobenen sind nach Angaben des Innenministeriums in Wiesbaden auch vier Straftäter aus Hessen. Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) erklärte dazu, die erfolgreiche Abschiebung zeige, "dass unser Rechtsstaat konsequent handelt". "Wer unser Recht missachtet, muss unser Land verlassen – das ist eine Frage der Gerechtigkeit und Ausdruck eines wehrhaften Rechtsstaats."

Dobrindt hatte bereits mehrfach angekündigt, regelmäßig Straftäter nach Afghanistan abschieben zu wollen. Beamte seines Ministeriums reisten dazu nach Kabul und führten dort Gespräche mit der radikalislamischen Taliban-Regierung. Dies sorgte auch für Kritik, Dobrindt verteidigte die Verhandlungen aber.

D.Bruno--PV

Empfohlen

Regel gegen Extremisten in Landtag von Rheinland-Pfalz: AfD scheitert mit Klage

Die rheinland-pfälzische AfD-Fraktion ist mit einer Klage gegen eine Regeländerung zu verfassungsfeindlichen Mitarbeitern im Landtag gescheitert. Die Änderung des Abgeordneten- und Fraktionsgesetzes wird nicht ausgesetzt, wie der rheinland-pfälzische Verfassungsgerichtshof in Koblenz am Donnerstag mitteilte. Es wies einen Eilantrag der Fraktion zurück. (Az.: VGH A 6/26)

Trump beschimpft Schauspielstar De Niro als "krank und wahnsinnig"

US-Präsident Donald Trump hat Schauspiel-Legende Robert De Niro nach dessen Aufruf zum "Widerstand" gegen die Regierung mit einer Schimpftirade überzogen. "Der vom Trump-Derangement-Syndrom befallene Robert De Niro, ein weiterer kranker und wahnsinniger Mensch mit, wie ich glaube, einem extrem niedrigen IQ, der absolut keine Ahnung hat, was er tut oder sagt - wobei einiges davon wirklich kriminell ist", schrieb Trump am Mittwoch (Ortszeit) in seinem Onlinedienst Truth Social über den 82-Jährigen.

Iranerin in Paris wegen Terror-Verherrlichung zu einem Jahr Haft verurteilt

Wegen Verherrlichung von Terrorakten ist eine Iranerin in Paris zu einem Jahr Gefängnis verurteilt worden. Ein Gericht in Paris verhängte am Donnerstag zudem ein dauerhaftes Aufenthaltsverbot gegen die 39-jährige Mahdieh Esfandiari. Es wird erwartet, dass Esfandiari gegen zwei seit mehr als dreieinhalb Jahren im Iran festgehaltene Franzosen ausgetauscht wird.

Ermittlungen gegen AfD-Politiker Eisenhut wegen Volksverhetzung eingestellt

Ermittlungen gegen den baden-württembergischen AfD-Landtagsabgeordneten Bernhard Eisenhut wegen des Verdachts der Volksverhetzung sind eingestellt worden. Der Kontext der Äußerungen des Politikers auf einer Veranstaltung der Gemeinderatsfraktion der AfD Karlsruhe habe nicht weiter aufgeklärt werden können, teilte die Staatsanwaltschaft Karlsruhe am Donnerstag mit. Mit Blick auf die Meinungsfreiheit und den politischen Meinungskampf sei die Äußerung als straffrei zu werten.

Textgröße ändern: