Pallade Veneta - Mindestens zehn Tote bei israelischen Luftangriffen auf Gazastreifen

Mindestens zehn Tote bei israelischen Luftangriffen auf Gazastreifen


Mindestens zehn Tote bei israelischen Luftangriffen auf Gazastreifen
Mindestens zehn Tote bei israelischen Luftangriffen auf Gazastreifen / Foto: YOUSSEF MASSOUD - AFP

Im Gazastreifen ist es zur schwersten Gewalteskalation zwischen Israel und Palästinensern seit mehr als einem Jahr gekommen. Die israelischen Streitkräfte erklärten am Freitag, bei Luftangriffen im Gazastreifen 15 Extremisten getötet zu haben, darunter einen Anführer der militanten Palästinenserorganisation Islamischer Dschihad. Die palästinensischen Gesundheitsbehörden sprachen zunächst von zehn Toten, darunter ein fünfjähriges Mädchen, und 79 Verletzten. Der Islamische Dschihad feuerte in der Folge dutzende Raketen Richtung Israel ab.

Textgröße ändern:

Israels Regierungschef Jair Lapid sprach am Freitagabend von einem "präzisen Anti-Terror-Einsatz gegen eine unmittelbare Bedrohung". Der Islamische Dschihad sei eine "Hilfstruppe des Iran, die den Staat Israel zerstören und unschuldige Israelis töten will". Die Regierung werde "alles tun, um unser Volk zu verteidigen". Israel wolle keinen sich ausweitenden Konflikt im Gazastreifen, "aber wir werden davor auch nicht zurückschrecken".

Ein israelischer Armeesprecher betonte, der Einsatz gehe weiter: "Wir sind noch nicht fertig." In der Nacht auf Samstag gab es weitere Luftangriffe auf den Gazastreifen.

Der Islamische Dschihad warf Israel vor, einen "Krieg gegen unser Volk" begonnen zu haben. Bei den Luftangriffen sei auch der "große Dschihad-Kommandeur Taysir al-Dschabari" getötet worden.

Die im Gazastreifen herrschende Hamas erklärte, mit den Angriffen habe Israel "ein weiteres Verbrechen begangen, für das es bezahlen muss". Sämtliche Palästinenserorganisationen seien zum Kampf aufgerufen: "Alle Fronten müssen das Feuer auf den Feind eröffnen."

Am Abend beobachteten AFP-Korrespondenten in Gaza, wie aus dem Gazastreifen Raketen in Richtung Israel abgefeuert wurden. In israelischen Orten nahe der Grenze zu dem Palästinensergebiet heulten die Sirenen. Der Islamische Dschihad erklärte, als "erste Antwort" auf den Tod des Dschihad-Kommandeurs und seiner "Märtyrer-Brüder" seien "mehr als hundert Raketen auf Tel Aviv, zentrale Städte und Gebiete rund um Gaza" abgefeuert worden.

Die israelische Armee bestätigte zunächst, dass mindestens 70 Raketen aus dem Gazastreifen abgefeuert worden seien. Dutzende davon seien vom Luftabwehrsystem Iron Dome abgefangen worden, andere seien in unbewohnten Gebieten gelandet. Zunächst gab es keine Angaben über mögliche Verletzte in Israel.

Angesichts der neuen Gewalteskalation versucht Ägypten zwischen Israel und Palästinensern zu vermitteln. "Wir hoffen, einen Konsens zu erzielen, um so schnell wie möglich zur Ruhe zurückzukehren", sagte ein ägyptischer Sicherheitsvertreter der Nachrichtenagentur AFP im Gazastreifen. Der israelische Armeesprecher Richard Hecht hatte zuvor ebenfalls von einer ägyptischen Mediation gesprochen, ohne Details zu nennen.

Das Auswärtige Amt in Berlin warnte, nach dem israelischen Militäreinsatz könne es zu "weiteren Raketenangriffen auf Israel kommen". Gefahr bestehe innerhalb 80 Kilometern vor Gaza. "Damit kann auch der Großraum Tel Aviv und Jerusalem betroffen sein".

Die Luftangriffe erfolgten vier Tage nach der Schließung zweier Grenzübergänge zwischen Israel und dem Gazastreifen aus Sicherheitsgründen. Zuvor waren zwei ranghohe Mitglieder des Islamischen Dschihad in Dschenin im Westjordanland festgenommen worden.

Die jetzige Gewalteskalation ist die heftigste im Gazastreifen seit Mai vergangenen Jahres. Die Hamas hatte damals Raketen Richtung Israel abgefeuert, woraufhin die israelische Luftwaffe Ziele im Gazastreifen bombardierte. Während der elftägigen Gefechte wurden im Gazastreifen mehr als 260 Menschen getötet, in Israel gab es 13 Tote.

M.Romero--PV

Empfohlen

Nach BSW-Austritten in Thüringen: Koalition soll weiter bestehen bleiben

Ungeachtet des Austritts zahlreicher Parteiaustritte aus dem Thüringer BSW soll die gemeinsame Regierungskoalition mit CDU und SPD fortgesetzt werden. "Wir vertrauen einander", sagte Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) am Freitag in Erfurt. "Wir arbeiten als Regierung ganz stabil zusammen". Dies betreffe auch die ursprünglich vom BSW gestellten Minister.

Thüringer BSW-Fraktion zerfällt - will aber an Regierungskoalition festhalten

Nach den Parteiaustritten weiterer BSW-Mitglieder in Thüringen ist der innerparteiliche Streit mit der Bundesspitze um die Regierungsbeteiligung im Freistaat endgültig eskaliert. Zehn Abgeordnete der BSW-Landtagsfraktion um Landeschefin Katja Wolf erklärten am Freitag in Erfurt ihren Parteiaustritt. Wie es mit der Landtagsfraktion weitergeht, soll kommende Woche beraten werden. Wolf und auch Fraktionschefin Sigrid Hupach betonten zugleich, dass sie und ihre Mitstreiter an der Regierungskoalition mit CDU und SPD festhalten.

Landtagswahl in Sachsen-Anhalt: Spitzenkandidaten sprechen über Machtoptionen

Zwei Tage vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt haben sich die Spitzenkandidaten der Parteien zu möglichen Machtoptionen geäußert. Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) sagte am Freitag im ZDF-"Morgenmagazin", er wolle "idealerweise das Land aus der Mitte heraus führen". Er bekräftigte, weder mit der Linkspartei noch mit der AfD eine Koalition bilden zu wollen. AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund betonte erneut, dass er nur mit absoluter Mehrheit regieren wolle.

Weitere Abgeordnete wollen Thüringer BSW-Fraktion verlassen

Weitere Abgeordnete wollen die BSW-Fraktion im Thüringer Landtag verlassen. Voraussichtlich neun Mitglieder werden aus Fraktion und Partei austreten, wie AFP am Freitag aus Parteikreisen erfuhr. Bereits vor wenigen Tagen hatten mehrere Abgeordnete ihren Austritt erklärt, nachdem der Konflikt zwischen der Bundesspitze des BSW und dem Thüringer BSW-Landesverband um die Regierungsbeteiligung im Freistaat eskaliert war. Für den Vormittag war eine Pressekonferenz angekündigt.

Textgröße ändern: