Pallade Veneta - Generalbundesanwalt klagt Vietnamesen wegen Agententätigkeit und Entführung an

Generalbundesanwalt klagt Vietnamesen wegen Agententätigkeit und Entführung an


Generalbundesanwalt klagt Vietnamesen wegen Agententätigkeit und Entführung an
Generalbundesanwalt klagt Vietnamesen wegen Agententätigkeit und Entführung an / Foto: Nhac NGUYEN - AFP/Archiv

Fünf Jahre nach der spektakulären Entführung eines vietnamesischen Geschäftsmanns aus Berlin hat der Generalbundesanwalt Anklage gegen einen Tatverdächtigen erhoben. Die Anklage lautet auf geheimdienstlichen Agententätigkeit und Beihilfe zur Freiheitsberaubung, wie am Donnerstag in Karlsruhe mitgeteilt wurde. Gegen den Mann hatte seit 2017 Haftbefehl bestanden. Im Juni war er von Tschechien ausgeliefert worden.

Textgröße ändern:

In dem Fall geht es um das Schicksal des Geschäftsmanns Xuan Thanh Trinh: Er war im Juli 2017 gemeinsam mit seiner Begleiterin in einer Aktion des vietnamesischen Geheimdienstes auf offener Straße in Berlin gewaltsam in einen Transporter gezerrt und dann gegen seinen Willen nach Vietnam gebracht worden. Dort wurde er anschließend wegen angeblicher Misswirtschaft und Unterschlagung zu lebenslanger Haft verurteilt.

Dem nun angeklagten Ahn T. L. wird vorgeworfen, an der Ausspähung der Opfer im Vorfeld beteiligt gewesen zu sein und bei der Entführung selbst als Fahrer mitgewirkt zu haben. Vor seiner Auslieferung nach Deutschland hatte sich T.L. zuletzt in Prag aufgehalten.

An der Tat sollen weitere Vietnamesen beteiligt gewesen sein; der Generalbundesanwalt sprach am Donnerstag von Mitarbeitern des vietnamesischen Geheimdienstes und Bediensteten der vietnamesischen Botschaft in Berlin sowie mehreren in Europa lebenden vietnamesischen Staatsangehörigen.

Thanhs Entführung hatte die Beziehungen zwischen Deutschland und Vietnam schwer belastet. Das Auswärtige Amt sprach seinerzeit von "Menschenraub". Wegen des Falls wurde ein geplantes Partnerschaftsabkommen mit Vietnam auf Eis gelegt.

In Verbindung mit dem Verfahren gegen Thanh in Vietnam waren unter anderem von dessen Anwältin Zweifel an der Rechtsstaatlichkeit des Vorgehens der Behörden geäußert worden. Es gab auch Vorwürfe gegen die Regierung in Hanoi, aus politischen Motiven einen Widersacher ausschalten zu wollen. Ein weiterer Beteiligter an der Entführung war bereits 2018 in Berlin zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt worden.

H.Lagomarsino--PV

Empfohlen

Migranten aufgreifen und "Mauer bauen": US-Regierung präsentiert Online-Videospiele

Die Regierung von US-Präsident Donald Trump hat Online-Videospiele auf ihrer Website vorgestellt, bei denen Nutzer Migranten aufgreifen oder eine Sperranlage an der Grenze zu Mexiko bauen können. Die am Donnerstag (Ortszeit) präsentierten Spiele sind auf der offiziellen Website des Weißen Hauses zu finden und ähneln Videospieleklassikern.

Sachsen-Anhalt: Schulze will "aus der Mitte führen" - Siegmund nur allein regieren

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) will nach der Landtagswahl am Sonntag "idealerweise das Land aus der Mitte heraus führen". Er bekräftigte am Freitag im ZDF-"Morgenmagazin" seine bisherige Position, weder mit der Linkspartei noch mit der AfD eine Koalition bilden zu wollen. AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund betonte erneut, dass er nur mit absoluter Mehrheit regieren wolle.

Korruptionsskandal erschüttert Obersten Gerichtshof Brasiliens

Ein Korruptionsskandal rund um den Richter Alexandre de Moraes hat den Obersten Gerichtshof Brasiliens erschüttert. Der linksgerichtete brasilianische Präsident Luiz Inácio Lula da Silva ordnete am Donnerstag (Ortszeit) eine umfassende Untersuchung der Affäre an, die sich um einen der größten Finanzskandale in der Geschichte des südamerikanischen Landes dreht. "Es ist entscheidend, dass alle untersucht werden", erklärte Lula im Onlinedienst X.

Möglicher Sabotageversuch an Umspannwerk in nordrhein-westfälischem Dormagen

In Nordrhein-Westfalen hat es einen weiteren möglichen Anschlagsversuch auf ein Umspannwerk gegeben. Bei dem Vorfall in Dormagen sei offenbar versucht worden, "mutwillig einen Kurzschluss herbeizuführen", sagte ein Sprecher der Kölner Polizei in der Nacht zum Freitag der Nachrichtenagentur AFP. Es könnte sich demnach "um mögliche Sabotage handeln". Es gab laut Polizei auch ein mögliches Bekennerschreiben.

Textgröße ändern: