Pallade Veneta - SPD-Fraktion sieht Gasumlage kritisch

SPD-Fraktion sieht Gasumlage kritisch


SPD-Fraktion sieht Gasumlage kritisch
SPD-Fraktion sieht Gasumlage kritisch / Foto: Ina FASSBENDER - AFP

Die SPD-Fraktion sieht die geplante Gasumlage kritisch - erst recht vor dem Hintergrund der Verstaatlichung des Energiekonzerns Uniper. "Da gibt es aus meiner Sicht erhebliche rechtliche Fragen und auch politische", sagte Parlamentsgeschäftsführerin Katja Mast am Mittwoch in Berlin. Die SPD-Bundestagsfraktion werde das Vorhaben daher "sehr detailliert und auch kritisch prüfen".

Textgröße ändern:

Diese Prüfung sei ergebnisoffen, sagte Mast weiter: Am Ende könne dann "ein Ja oder ein Nein stehen". Mit Blick auf Uniper sagte die SPD-Politikerin, aus ihrer Sicht sei es problematisch, mit der Gasumlage einen Konzern zu stützen, "der überwiegend in der Hand des Bundes ist". Auch bei anderen Unternehmen, die von der Umlage profitieren könnten, stellten sich Fragen, etwa wenn diese "gar keine wirtschaftlichen Probleme haben" und auch Boni zahlten.

Es stelle sich zudem die Frage, warum Rettungspakete für durch die Energiekrise in Schieflage geratene Unternehmen nicht "über den Gesamttopf der Steuerzahlerinnen und Steuerzahler" geschnürt werden könnten, sagte Mast weiter. Sie wies darauf hin, dass die Gasumlage "ausgerechnet die Preise belastet, die sowieso schon hoch sind".

SPD-Fraktionsvize Matthias Miersch bezeichnete zwar die Verstaatlichung von Uniper als "einen wichtigen und notwendigen Schritt zur Stabilisierung der deutschen Energieversorgung". Auch er fügte aber hinzu: "Die rechtlichen Zweifel an einer Gasumlage steigen damit enorm."

Notwendig sei nun ein Gesamtkonzept, forderte Miersch. "An Stelle eines rechtlich hoch unsicheren und einseitigen Instruments einer Gasumlage könnte dann die Finanzierung all der notwendigen Maßnahmen im Energiebereich solidarisch über die Abschöpfung der Übergewinne im Strombereich, durch Haushaltsmittel sowie durch einen leistungsgerechten Energiesoli erfolgen", erklärte er weiter in Berlin.

Auch der Grünen-Politiker Anton Hofreiter ging auf Distanz zur Gasumlage. Mit Blick auf die Verstaatlichung von Uniper sagte er den Sendern RTL und ntv: "Natürlich ist es nicht kostengünstig, aber es stabilisiert den Energiemarkt und in dem Zuge könnte man dann die Gasumlage beerdigen." Zur Finanzierung der Kosten der Energiekrise schlug Hofreiter vor, dafür ein neues Sondervermögen nach dem Vorbild des Sondervermögens für die Bundeswehr aufzulegen.

Dagegen will Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) ungeachtet der Verstaatlichung von Uniper vorerst an der Gasumlage festhalten. Er ließ allerdings in Berlin auch erkennen, dass bei rechtlichen Problemen "sofort eine Alternative" folgen müsse.

J.Lubrano--PV

Empfohlen

Innenminister Dobrindt und EU-Kollegen beraten in Kopenhagen über Abschiebezentren

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) und die für Migration zuständigen Minister Dänemarks, der Niederlande, Österreichs und Griechenlands beraten am Freitag in Kopenhagen über Abschiebezentren für Migranten außerhalb der EU. Nach Angaben des Bundesinnenministeriums will Dobrindt als Gast beim dänischen Einwanderungsminister Morten Bödskov über den Plan zur Umsetzung der so genannten Return Hubs berichten (Pk. 13.30 Uhr). Bei dem Treffen wird demnach "die letzte Vorbereitungsphase" eingeleitet. Auch EU-Innenkommissar Magnus Brunner soll bei dem Treffen dabei sein.

Prägend für "Generationen von Frauen": US-Feministin Gloria Steinem mit 92 Jahren gestorben

Die US-Journalistin und feministische Galionsfigur Gloria Steinem ist im Alter von 92 Jahren gestorben. Steinem starb am Mittwoch in ihrem Zuhause in New York, wie ihre Stiftung am Donnerstag im Onlinedienst Instagram mitteilte. In den 70er Jahren hatte Steinem die feministische Zeitschrift "Ms." gegründet. Sie gehörte zu den prominentesten Vertreterinnen der Frauenrechtsbewegung in den USA. Prominente US-Demokraten würdigten ihre Vorreiterrolle für "Genrationen von Frauen".

Polizeieinsatz wegen verdächtigen Gegenstands an Umspannwerk in Dormagen

Wegen eines verdächtigen Gegenstands ist die Polizei am Donnerstag zu einem Einsatz an einem Umspannwerk im nordrhein-westfälischen Dormagen ausgerückt. Ein Spaziergänger habe den nicht näher benannten Gegenstand am frühen Abend im Bereich der Anlage im Stadtteil Gohr auf dem Boden gefunden, sagte eine Sprecherin der Polizei in Neuss. Das Fundstück sei beschlagnahmt worden. Zuerst hatte der Westdeutsche Rundfunk berichtet.

ZDF-Umfrage vor Landtagswahl in Sachsen-Anhalt: AfD weiter ohne absolute Mehrheit

Drei Tage vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt sieht eine ZDF-Umfrage weiterhin keine absolute Mehrheit für die klar führende AfD. In der am Donnerstag in Mainz veröffentlichten Erhebung der Forschungsgruppe Wahlen kommt die vom Landesverfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestufte Partei auf 41 Prozent und damit auf einen Prozentpunkt mehr als in der vergangenen Woche. Mit unverändert 23 Prozent folgt die regierende CDU von Ministerpräsident Sven Schulze.

Textgröße ändern: