Pallade Veneta - US-Klimastudie: Große Ölkonzerne tragen Mitschuld an Waldbränden in Nordamerika

US-Klimastudie: Große Ölkonzerne tragen Mitschuld an Waldbränden in Nordamerika


US-Klimastudie: Große Ölkonzerne tragen Mitschuld an Waldbränden in Nordamerika
US-Klimastudie: Große Ölkonzerne tragen Mitschuld an Waldbränden in Nordamerika / Foto: Frederic J. BROWN - AFP/Archiv

Die größten Produzenten fossiler Brennstoffe haben einer neuen Studie zufolge einen entscheidenden Anteil an der Zerstörung großer Flächen durch Waldbrände in Nordamerika. Laut der am Dienstag in der Zeitschrift "Environmental Research Letters" veröffentlichte Studie sind die klimaschädlichen Methan- und CO2-Emissionen der "Big 88" für mehr als ein Drittel der in den vergangenen 40 Jahren durch Waldbrände vernichteten Flächen verantwortlich.

Textgröße ändern:

Die Waldbrände im Westen der USA und im Südwesten Kanadas hätten sich seit Jahrzehnten verschlimmert, sagte die Hauptautorin der Studie, Kristina Dahl, von der Vereinigung Union of Concerned Scientists (UCS), der Nachrichtenagentur AFP. Sie seien intensiver, hielten länger an und erstreckten sich über größere Flächen.

Nach ihren Angaben wurden dort in den Jahren 1986 bis 2021 acht Millionen Hektar Land durch Waldbrände zerstört - eine Fläche von der Größe Tschechiens. 37 Prozent davon gingen auf das Konto der großen Öl- und Energiekonzerne.

Bislang seien die Kosten für Wiederaufforstung und -aufbau größtenteils von der Allgemeinheit getragen worden, sagte die Klimaforscherin. "Deshalb wollten wir besser verstehen, welche Rolle die Emissionen der fossilen Brennstoffindustrie spielen - damit sie ihren gerechten Anteil an den Kosten übernimmt."

Für ihre Studie ermittelten die US-Klimaforscher die freigesetzten Treibhausgas-Emissionen der großen Konzerne wie ExxonMobil, Chevron, BP und Shell während des gesamten Kreislaufs der fossilen Brennstoffe - von ihrer Förderung über die Verarbeitung bis zu ihrem Verbrauch. Um zudem den Anteil der Unternehmen an der Lufttrockenheit durch ihre CO2- und Methan-Emissionen festzustellen, kombinierten sie verschiedene Daten und Klimamodelle.

Nach ihren Berechnungen sind die Emissionen der "Big 88" für den Anstieg der weltweiten Durchschnittstemperaturen um 0,5 Grad seit Beginn des 20. Jahrhunderts verantwortlich. Wärmere Luft aber nimmt mehr Wasser von Pflanzen und Böden auf, der Wasserdampfdruck sinkt - im Westen der USA sogar um elf Prozent. Dadurch trocknet die Vegetation schneller aus und wird anfälliger für Brände.

Die Industrie habe jahrzehntelang ihre Verantwortung auf Einzelne abgewälzt, sagte Klimaforscherin Dahl. Dass "wir unseren individuellen CO2-Fußabdruck verringern müssen", sei ein "vor allem von der fossilen Brennstoffindustrie vorangetriebenes Narrativ".

Dahls Vereinigung USC fordert seit Jahren von der US-Regierung eine Untersuchung der "Desinformationskampagnen der Industrie", die darauf abzielten, klimawissenschaftliche Erkenntnisse zu leugnen.

A.Rispoli--PV

Empfohlen

Niedersachsen verbietet künftig Anbindehaltung von Rindern

Die bereits seit Langem in der Kritik stehende Anbindehaltung von Rindern soll in Niedersachsen künftig verboten werden. "Das Leid der Rinder, die in Anbindehaltung gehalten werden, muss endlich beendet werden", erklärte Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte (Grüne) am Donnerstag. Tierschützer begrüßten, dass Niedersachsen als erstes Bundesland vollständig aus der Anbindehaltung von Rindern aussteige.

EU hofft auf baldigen Abschluss eines Handelsabkommens mit Australien

Nach Handelsverträgen mit den südamerikanischen Mercosur-Staaten und Indien hofft die EU auf den baldigen Abschluss eines weiteren Abkommens mit Australien. EU-Handelskommissar Maros Sefcovic und Agrarkommissar Christophe Hansen empfangen nach Kommissionsangaben am kommenden Donnerstag ein australisches Verhandlungsteam in Brüssel. Der Abschluss könnte in den Wochen danach folgen.

Australischer Junge schwimmt vier Stunden im Meer und rettet abgetriebene Familie

In Australien ist ein Teenager vier Stunden lang vom offenen Meer an die Küste geschwommen, um seine Familie zu retten. Der 13-jährige Austin Appelbee legte vier Kilometer im Meer zurück, nachdem er mit seiner Mutter und seinen beiden jüngeren Geschwistern vor der Südwestküste Australiens abgetrieben worden war. Am Strand alarmierte er dann die Rettungskräfte. Nach der erfolgreichen Rettungsaktion lobten diese am Dienstag die "übermenschlichen" Überlebensinstinkte des Jungen.

Für weniger Importe aus China: USA legen Rohstoffreserve an

Die USA wollen eine Rohstoffreserve für die Industrie aufbauen und damit unabhängiger von China werden. Dafür sei eine Anschubfinanzierung von fast zwölf Milliarden Dollar (rund zehn Milliarden Euro) geplant, teilte das Weiße Haus am Montag mit. Präsident Donald Trump wollte den Plan demnach in Kürze verkünden.

Textgröße ändern: