Pallade Veneta - Kritik von Naturschützern: Kreuzfahrtbranche weiter auf "fossilem Kurs"

Kritik von Naturschützern: Kreuzfahrtbranche weiter auf "fossilem Kurs"


Kritik von Naturschützern: Kreuzfahrtbranche weiter auf "fossilem Kurs"
Kritik von Naturschützern: Kreuzfahrtbranche weiter auf "fossilem Kurs" / Foto: JEAN-SEBASTIEN EVRARD - AFP/Archiv

Kreuzfahrten sind bei vielen Bundesbürgern beliebt - doch mit Blick auf die Umweltfolgen bleibt die Branche nach Angaben des Naturschutzbunds Nabu weiter deutlich hinter ihren Möglichkeiten zurück. Zwar investierten die Unternehmen zunehmend in Landstromanschlüsse, die die Schiffe während der Liegezeit im Hafen mit Strom versorgen, anstatt die Motoren laufen lassen zu müssen. Dennoch bleibe die Kreuzfahrtbranche "auf fossilem Kurs", kritisierte der Nabu am Donnerstag.

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Die zentrale Herausforderung - der Ausstieg aus fossilen Kraftstoffen - bleibe ungelöst, erklärte der Naturschutzbund zur Vorstellung seines neuen Kreuzfahrtrankings. Viele Unternehmen setzten weiterhin auf fossile Energieträger, insbesondere Schweröl und "vermeintliche Übergangslösungen" wie etwa Flüssigerdgas (LNG). Die Investitionen in tatsächlich klimaneutrale Antriebe und E-Fuel-fähige Schiffe seien hingegen nach wie vor die Ausnahme - obwohl erste Konzepte für vollelektrische große Kreuzfahrtschiffe zeigten, "dass klimafreundliche Alternativen realisierbar sind".

Besonders problematisch sei, dass trotz jahrelanger Kritik die Mehrheit der Kreuzfahrtunternehmen weiterhin auf Schweröl setze. "Nur vier der zwölf untersuchten Reedereien schließen dessen Einsatz vollständig aus", erklärte der Nabu. "Die Unternehmen müssen jetzt verbindlich auf klimafreundliche Antriebe und saubere Kraftstoffe umsteigen und ihre Verantwortung für den Schutz von Meeren und Klima ernst nehmen", forderte Nabu-Schifffahrtsreferentin Raija Koch.

Fortschritte gibt es im Bereich der Energieeffizienz. "Durch Neubauten und technische Nachrüstungen sinken bei den meisten Unternehmen die Klimaemissionen pro Passagierkilometer", erklärte der Nabu. Insgesamt erreichten in dem Ranking der Naturschützer aber selbst die bestplatzierten Reedereien weniger als die Hälfte der möglichen Punkte.

Am besten schnitten demnach die norwegischen Unternehmen Havila und Hurtigruten ab, punktgleich gefolgt von den Anbietern Ponant aus Frankreich und Mein Schiff von Tui Cruises sowie Aida Cruises. Am schlechtesten bewertet wurden vom Nabu die Kreuzfahrtgesellschaft Royal Caribbean und als Schlusslicht Norwegian Cruise Line und Marella.

Im vergangenen Jahr reisten laut Nabu weltweit rund 37 Millionen Menschen per Kreuzfahrtschiff und ein weiterer Anstieg wird erwartet. Allein die Zahl der Menschen, die von einem deutschen Hafen aus eine Kreuzfahrtreise auf hoher See antraten, stieg laut Statistischem Bundesamt mit 1,51 Millionen Kreuzfahrtgästen 2025 auf ein neues Rekordhoch.

"Die Kreuzfahrtbranche erwirtschaftet hohe Gewinne und trägt damit eine besondere Verantwortung, beim Klima- und Umweltschutz voranzugehen", mahnte Nabu-Schifffahrtsexperte Sönke Diesener. Aus Konzepten für den klimaneutralen Betrieb von Kreuzfahrtschiffen müssten nun "konkrete Investitionsentscheidungen werden, damit die nächste Generation von Kreuzfahrtschiffen tatsächlich klimafreundlicher unterwegs ist".

F.M.Ferrentino--PV

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