Pallade Veneta - Vogelnachwuchs an deutscher Nordseeküste durch "Kükenflut" drastisch dezimiert

Vogelnachwuchs an deutscher Nordseeküste durch "Kükenflut" drastisch dezimiert


Vogelnachwuchs an deutscher Nordseeküste durch "Kükenflut" drastisch dezimiert
Vogelnachwuchs an deutscher Nordseeküste durch "Kükenflut" drastisch dezimiert / Foto: LUDOVIC MARIN - AFP/Archiv

Eine sogenannte Kükenflut hat den Seevogelnachwuchs an der deutschen Nordsee laut Naturschützern drastisch dezimiert. Halligen, Salzmarschen und Vorländer im Wattenmeer seien am Sonntag bei einem Sommerhochwasser mitten in der Brutsaison überflutet worden, erklärte der Verein Jordsand zum Schutz der Seevögel und der Natur am Dienstag im schleswig-holsteinischen Ahrensburg. Küken und bebrütete Eier seien weggespült worden oder hätten sich unterkühlt.

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Nach Angaben des Vereins waren zahlreiche von Seevögeln genutzte Flächen zwischen der Elbmündung und Nordfriesland teils bis zu zwei Stunden lang überflutet. "Der Zeitpunkt hätte nicht schlechter sein können", erklärte dessen Vorsitzender Veit Hennig. Es sei "äußerst fraglich", ob Elternvögel so spät in der diesjährigen Brutsaison noch mit einer Ersatzbrut begännen.

Sturmflutsaison an der Nordsee ist eigentlich zwischen September und März, aber auch im Sommer kann es zu Überflutungen aufgrund von Wetterlagen mit Starkwind kommen. Wegen der Auswirkungen auf die in der Region brütenden Vogelbestände werden diese auch als sogenannte Kükenfluten bezeichnet.

Nach Angaben von Jordsand gab es solche Hochwasserereignisse immer schon. Die Häufigkeit gerade im Juni habe in den vergangenen Jahren aber "signifikant" zugenommen, erklärte der Verein. Wetterlagen hätten sich "durch den Klimawandel stark verändert". Am Sonntag herrschte demnach eine sogenannte Springtide kurz nach Neumond, dazu kamen starke Winde. Es gab Fluthöhen von bis zu einem Meter, für Menschen bedeuteten diese allerdings keine Gefahr.

Viele Halligen standen demnach zu großen Teilen unter Wasser, überflutet wurden etwa Gelege von Lachmöwen, Flussseeschwalben, Säbelschnäblern und Austernfischern. Insgesamt besser davon kam die einzige Brutkolonie von Brandseeschwalben an der schleswig-holsteinischen Nordseeküste auf der Hallig Norderoog. Sie war laut Verein nicht voll betroffen, weil sie höher liegt.

Das Wattenmeer an der Nordseeküste ist ein wichtiges Rast- und Brutgebiet für Millionen Vögel, die teilweise stark gefährdet sind. Bekannt sind unter anderem die großen Schwärme von Zugvögeln aus den Familien der Enten und Gänse, die dort den Winter verbringen. Das Wattenmeer ist zugleich auch Lebensraum von Wat- und Stelzvögeln, die in Feuchtgebieten heimisch sind.

G.Riotto--PV

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