Pallade Veneta - Unesco fordert "dringende" Maßnahmen zum Schutz von Great Barrier Reef

Unesco fordert "dringende" Maßnahmen zum Schutz von Great Barrier Reef


Unesco fordert "dringende" Maßnahmen zum Schutz von Great Barrier Reef
Unesco fordert "dringende" Maßnahmen zum Schutz von Great Barrier Reef / Foto: DAVID GRAY - AFP/Archiv

Das einzigartige Great Barrier Reef vor der Küste Australiens kann nach Ansicht der Vereinten Nationen nur gerettet werden, wenn "dringende und nachhaltige Maßnahmen" ergriffen werden. Das größte Korallensystem der Welt sei "weiterhin ernsthaft bedroht", heißt es in einem Beschlussentwurf der Unesco. Dieser geht aber nicht so weit zu empfehlen, das Riff auf die Liste des gefährdeten Kulturerbes zu setzen, womit die Unesco ursprünglich gedroht hatte.

Textgröße ändern:

Der Beschlussentwurf soll die Grundlage für Beratungen des Welterbekomitees in Neu Delhi im kommenden Monat sein. In ihm wird die australische Regierung aufgefordert, Anfang kommenden Jahres einen aktuellen Bericht über die Schutzbemühungen für das Great Barrier Reef vorzulegen. "Dringende und nachhaltige Maßnahmen sind von höchster Priorität", heißt es.

Die australische Umweltministerin Tanya Plibersek bezeichnete die Empfehlung, das Riff nicht auf die Liste des gefährdeten Kulturerbes zu setzen, am Dienstag als "großen Erfolg" für ihr Land. "Wir ergreifen Maßnahmen gegen den Klimawandel, verbessern die lokale Wasserqualität, schützen unser Meeresleben, gehen gegen invasive Arten vor und investieren eine Rekordsumme in Riffprogramme", versicherte sie.

Das Great Barrier Reef besteht aus rund 2500 verschiedenen Riffen und mehr als 900 Inseln. Es beherbergt mehr als 600 Korallen- und über 1600 Fischarten. Seit Jahrzehnten leidet es immer wieder unter Korallenbleichen, die auf die Erwärmung des Ozeans im Zuge des Klimawandels zurückzuführen sind. Die Korallen stehen dann unter Stress und stoßen die in ihnen lebenden bunten Algen ab, die ihre wichtigste Nahrungsquelle sind.

Die Korallen verlieren in der Folge ihre Farbe und geraten in Lebensgefahr. Gebleichte Korallen können sich zwar wieder erholen, wenn die Temperaturen sinken und andere Faktoren wie Überfischung und Verschmutzung reduziert werden. Entscheidend ist aber das Ausmaß der Schäden.

Im April hatte die zuständige australische Meeresparkbehörde bekanntgegeben, dass das Great Barrier Reef von der schlimmsten jemals beobachteten Korallenbleiche betroffen sei. Zum ersten Mal sei es über die Sommersaison - die in Australien in die europäische Winterzeit fällt - überall zu einer extremen Korallenbleiche gekommen, bei der mehr als 90 Prozent der Korallen verblassten.

A.dCosmo--PV

Empfohlen

Sommer in Europa war so heiß und trocken wie nie zuvor

Was viele schon vermutet haben, ist nun auch offiziell bestätigt: Der Sommer in Europa war so heiß und trocken wie nie zuvor. Wie der EU-Klimadienst Copernicus am Freitag mitteilte, kletterten in mehr als der Hälfte Westeuropas die Temperaturen an 17 Tagen auf über 30 Grad. Zum Vergleich: Im Vorjahr wurden nur sieben solcher extremen Hitzetage gezählt, beim bisherigen Rekord im Jahr 2003 waren es elf Tage.

Inselparadies in Kenia fürchtet Folgen von gigantischem Raffinerieprojekt

Tourismus oder Industrie? Umwelt oder Öl? Der Startschuss für das größte Industrieprojekt aller Zeiten im ostafrikanischen Kenia bring die malerische Insel Lamu in eine Zwickmühle. Während sich die Bewohner des auch bei Prominenten beliebten Eilands durch die geplante Mega-Raffinerie teils überrumpelt fühlen, setzt die Regierung auf Fortschritt. Getrübt wird die Hoffnung auf Aufschwung und zehntausende Arbeitsplätze allerdings auch von der Sorge um wertvolle Ökosysteme.

"Katastrophales Jahr" für Schweizer Gletscher: 2026 Eisverlust von gut fünf Prozent

Ein "katastrophales Jahr" für die Gletscher in der Schweiz: Die Hitzewelle in Europa und ein schneearmer Winter haben die anhaltende Gletscherschmelze in dem Alpenland weiter beschleunigt. Die Schweizer Gletscher verloren in diesem Jahr 5,5 Prozent ihrer Masse, wie das Schweizerische Gletschermessnetz Glamos am Donnerstag mitteilte. Damit wurde 2026 der zweitstärkste Gletscherschwund seit Beginn der Aufzeichnungen verzeichnet.

Neuer Rekord: Erneuerbare decken 61 Prozent des Stromverbrauchs bis Ende September

Die Bedeutung erneuerbarer Energien in Deutschland steigt: Trotz eines wachsenden Stromverbrauchs - unter anderem für Klimatisierung während der Hitzewellen im Sommer - erreichte der Anteil der Erneuerbaren am gesamten Stromverbrauch in den ersten drei Quartalen des Jahres knapp 61 Prozent. Das geht aus vorläufigen Berechnungen des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) und des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) hervor und ist demnach "ein neuer Rekord".

Textgröße ändern: