Pallade Veneta - Artenschutzkonferenz in Cali geht in die entscheidende Phase

Artenschutzkonferenz in Cali geht in die entscheidende Phase


Artenschutzkonferenz in Cali geht in die entscheidende Phase
Artenschutzkonferenz in Cali geht in die entscheidende Phase / Foto: JOAQUIN SARMIENTO - AFP

UN-Generalsekretär António Guterres, sechs Staatsoberhäupter sowie rund hundert Minister: Bei den stockenden Verhandlungen der UN-Artenschutzkonferenz (COP16) im kolumbianischen Cali übernehmen nun die politischen Großkaliber. "Sie werden uns hoffentlich dabei helfen, bei einigen Themen voranzukommen", sagte David Ainsworth, Sprecher der Biodiversitätskonvention der UNO (CDB).

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Neben Guterres wurden am Dienstag (Ortszeit) die Staatschefs von Kolumbien, Armenien, Bolivien, Guinea-Bissau, Haiti und Surinam sowie 115 Minister und 44 Abgeordnete in Cali erwartet. Für Deutschland nimmt Bundesumweltministerin Steffi Lemke (Grüne) teil.

Wenn ein Thema "schwierig und hartnäckig ist", würden die Unterhändler normalerweise in ihre Länder zurückkehren, sagte Ainsworth. Wenn nun aber die Entscheidungsträger vor Ort seien, "können Entscheidungen relativ schnell getroffen werden".

Die noch bis Freitag dauernde Konferenz steht unter dem Motto "Peace with Nature" ("Frieden mit der Natur"). Ziel ist die Vereinbarung eines Plans zur Umsetzung der 23 UN-Ziele der COP15 zur Eindämmung von Umweltzerstörung und weltweitem Artensterben bis 2030. Im Zentrum steht unter anderem die Frage der Finanzierung von Maßnahmen.

Die Delegierten haben keine Zeit zu verlieren. Es bleiben nur noch fünf Jahre, um die 23 UN-Ziele zu erreichen. Sie sehen unter anderem vor, 30 Prozent der globalen Land-, Wasser- und Meeresflächen bis 2030 unter Schutz zu stellen.

Einem am Montag veröffentlichten Bericht der Datenbank Protected Planet zufolge liegen aktuell nur 17,6 Prozent der Land- und Binnengewässerflächen sowie 8,4 Prozent der Meeres- und Küstengebiete in ausgewiesenen Naturschutzgebieten. Dies bedeute, dass bis 2030 noch eine Landfläche von der Größe Brasiliens und Australiens zusammen sowie eine Meeresfläche, die größer als der Indische Ozean ist, ausgewiesen werden müssen, um das Ziel zu erreichen, hieß es in dem Bericht von Protected Planet.

Einer ebenfalls am Montag vorgelegten aktualisierten Roten Liste der Weltnaturschutzunion IUCN zufolge ist mehr als jede dritte Baumart vom Aussterben bedroht. Die Liste beleuchtet erstmals auch die Situation eines Großteils der Bäume. Demnach sind mehr als 16.000 der 47.000 untersuchten Arten gefährdet. Zu den bedrohten Arten gehören demnach die Rosskastanie, der Ginkgo, der großblättrige Mahagoni, sowie zahlreiche Eukalyptus- und Magnolienarten.

Mit einer Rekordzahl von 23.000 registrierten Teilnehmern und etwa 1200 Journalisten ist die UN-Artenschutzkonferenz in Cali die bisher größte. Kolumbiens Umweltministerin und COP16-Präsidentin Susana Muhamad erklärte, die Konferenz habe den Verlust der biologischen Vielfalt auf eine Stufe mit der Klimakrise gestellt. Gleichzeitig betonte sie, die Umsetzung der 23 UN-Ziele erfordere mehr finanzielle Mittel.

I.Saccomanno--PV

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