Pallade Veneta - Protestcamp gegen Tesla-Erweiterung in Brandenburg endgültig geräumt

Protestcamp gegen Tesla-Erweiterung in Brandenburg endgültig geräumt


Protestcamp gegen Tesla-Erweiterung in Brandenburg endgültig geräumt
Protestcamp gegen Tesla-Erweiterung in Brandenburg endgültig geräumt / Foto: Odd ANDERSEN - AFP

Ein Protestcamp gegen die Werkserweiterung des US-Elektroautobauers Tesla im brandenburgischen Grünheide ist endgültig geräumt. Seit Mittwochnachmittag befänden sich keine Menschen mehr auf dem Gelände, sagte ein Polizeisprecher. Alle Protestierenden seien von den Bäumen geholt worden. Die Initiative Wasserbesetzung Tesla stoppen kritisierte das Vorgehen der Behörden.

Textgröße ändern:

Das Camp war am Dienstag offiziell aufgelöst worden. Einige Aktivisten weigerten sich aber, die Baumkronen und Baumhäuser zu verlassen. Eigens für Höheneinsätze ausgebildete Teams der Polizei holten am Dienstag vier und am Mittwoch elf Menschen von den Bäumen, wie der Polizeisprecher sagte. Dafür wurde am Mittwoch auch eine Hebebühne eingesetzt. Bereits am Montag waren sechs Aktivisten auf den Boden "begleitet" worden.

Die aus den Bäumen geholten Menschen würden in Gewahrsam genommen, um ihre Identität festzustellen, sagte der Sprecher. Anschließend würden sie wieder entlassen. Zwischenfälle gab es seinen Angaben zufolge nicht, verletzt wurde niemand.

Bereits am Mittwoch sei mit dem Abriss der Baumhäuser begonnen worden, sagte der Polizeisprecher weiter. Zuvor sei der Bereich darunter auf mögliche Kampfmittel aus dem Zweiten Weltkrieg untersucht worden. Insgesamt gebe es etwa 20 Bauten in dem Waldstück.

Das Camp war von der Initiative Wasserbesetzung Tesla stoppen errichtet worden. Sie protestiert gegen die geplante Erweiterung des Tesla-Werks, weil dafür Bäume gefällt werden und aus ihrer Sicht das Trinkwasser gefährdet wird.

Der Polizeieinsatz in dem Waldstück lief bereits seit Montag. Zunächst hatte es von der Polizei geheißen, es handle sich nicht um eine Räumung, sondern lediglich um eine vorübergehende Freimachung des Geländes, um eine von der Gemeinde Grünheide geplante Kampfmittelsondierung vornehmen zu können.

Am Dienstag verkündete die Polizei dann unter Verweis auf Straftaten und Verstöße gegen die Auflagen durch die Campteilnehmer eine endgültige Auflösung der "Versammlung". Gleichzeitig erließ die Gemeinde Grünheide eine Allgemeinverfügung, wonach das Betreten des Geländes auf unbestimmte Zeit untersagt ist.

Die Initiative Wasserbesetzung Tesla stoppen kritisierte die Räumung. Die Sondierung sei als Begründung nur vorgeschoben, sagte eine Sprecherin. Kampfmittel aus dem Zweiten Weltkrieg stellten für eine normale Waldnutzung keine Gefahr dar. Erforderlich sei eine Beseitigung nur, wenn Baumaßnahmen folgen sollten.

Mit den Sondierungsmaßnahmen werde offensichtlich die Werkserweiterung von Tesla vorbereitet, obwohl diese nicht dem Willen der Bürgerinnen und Bürger von Grünheide entspreche. In vorauseilendem Gehorsam werde das Gebiet für Tesla vorbereitet, obwohl es dem Konzern noch nicht einmal gehöre, sagte die Sprecherin.

Die Mahnwache der Initiative in Sichtweite des Waldstücks war nach Angaben der Sprecherin nicht von der Räumung betroffen. Dort harrten noch zahlreiche Unterstützerinnen und Unterstützer des Protests aus, sagte sie. Am Samstag sei zudem ein "Waldspaziergang" geplant.

Tesla betreibt eine Fabrik in Grünheide und will die Produktionskapazität perspektivisch auf eine Million Fahrzeuge pro Jahr verdoppeln. Zudem baut der US-Konzern dort Batteriezellen für Elektrofahrzeuge. Die Kapazität in der Zellfertigung soll von derzeit 50 auf dann 100 Gigawattstunden pro Jahr steigen. Tesla teilte die Genehmigungen in mehrere Teilabschnitte auf. Am 15. Oktober erteilte das Brandenburger Umweltministerium eine erste Teilgenehmigung für die Erweiterung.

A.Graziadei--PV

Empfohlen

Hitzewelle in Frankreich: Atomkraftwerk Golfech heruntergefahren

Wegen der massiven Hitzewelle in Frankreich hat der Kraftwerkbetreiber EDF das südfranzösische Atomkraftwerk Golfech heruntergefahren. Grund seien "Umweltbedingungen", teilte EDF am Dienstag mit. Das Wasser im Fluss Garonne droht, den Grenzwert von 28 Grad zu überschreiten. Das Atomkraftwerk nutzt das Wasser des Flusses, um die Reaktoren zu kühlen und leitet es erwärmt in den Fluss zurück.

Verbände: Verzicht auf neue Autobahnen und Bundesstraßen bringt 20 Milliarden Euro

Ein Bündnis von BUND, Klima-Allianz Deutschland und Auto Club Europa (ACE) fordert von Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU), auf den Neubau zusätzlicher Autobahnen und Bundesstraßen zu verzichten und einen "klaren Fokus auf den Erhalt" zu setzen. Der Verzicht auf neue Autobahnen und Bundesstraßen berge ein Einsparpotenzial von 20 Milliarden Euro, erklärten die Verbände am Dienstag. Das zeige eine Untersuchung des Forums Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS).

Hitzewelle in Europa: Schulen geschlossen und Züge gestrichen

Die Hitzewelle hat Europa weiter fest im Griff - an mehreren Orten kletterte das Thermometer am Montag auf über 40 Grad. In Frankreich galt für mehr als die Hälfte des Landes die höchste Hitzewarnstufe Rot. Die französischen Behörden meldeten mehrere Hitzetote und mehr als ein Dutzend tödliche Badeunfälle. In Frankreich und Belgien wurden wegen der Hitze Züge gestrichen, auch für England galten Hitzewarnungen. Mit Abkühlung wird erst für Ende der Woche gerechnet.

Massive ukrainische Angriffe auf die Krim - Russische Behörden stellen Treibstoffverkauf ein

Nach massiven ukrainischen Angriffen auf die von Russland besetzte Halbinsel Krim ist der Verkauf von Treibstoff dort nach Angaben der von Moskau eingesetzten Behörden eingestellt worden. Seit 9.00 Uhr (Ortszeit, 8.00 Uhr MESZ) werde kein Treibstoff mehr verkauft, teilte Gouverneur Sergej Aksjonow am Sonntag mit. Bei den Angriffen wurden Aksjonow zufolge vier Menschen getötet und 28 weitere verletzt. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach von Angriffen auf beiden Seiten der Krim-Brücke, die das russische Festland und die Halbinsel verbindet.

Textgröße ändern: