Pallade Veneta - Frankreich bereitet sich auf Erwärmung um vier Grad vor

Frankreich bereitet sich auf Erwärmung um vier Grad vor


Frankreich bereitet sich auf Erwärmung um vier Grad vor
Frankreich bereitet sich auf Erwärmung um vier Grad vor / Foto: SEBASTIEN BOZON - AFP/Archiv

Frankreich will mit Blick auf eine mögliche Erderwärmung um vier Grad bis 2100 unter anderem die Landwirtschaft besser schützen. Hitzerekorde, Überschwemmungen und die Erosion von Küsten seien "keine Ausnahme, (...) sondern tragische Realität", sagte Umweltministerin Agnès Pannier-Runacher bei der Vorstellung des dritten nationalen Klimaplans am Montag in Paris. Der Plan enthält gut 50 Maßnahmen, ist nach Ansicht von Umweltorganisationen aber nicht ausreichend finanziert.

Textgröße ändern:

"Wir müssen zunächst die Auswirkungen des Klimawandels auf die Landwirtschaft besser verstehen und die Ausbildung der Landwirte entsprechend anpassen", sagte die Ministerin. Sie plane zudem, zivile Reservisten auszubilden, die bei extremen Wetterphänomenen eingesetzt werden könnten.

In Frankreich ist die Durchschnittstemperatur bereits heute um 1,7 Grad höher als im Jahr 1900. Der neue Klimaplan geht von der Annahme aus, dass die Durchschnittstemperatur im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter bis 2050 um 2,7 Grad und um vier Grad bis 2100 ansteigen könnte.

Zu den am stärksten betroffenen Bereichen zählen die Küstengebiete, die Gebirge, die Wälder und die Landwirtschaft. Der Plan sieht auch neue Vorschriften für das Renovieren von Häusern und Wohnungen vor. Zudem sollen die wichtigsten Sehenswürdigkeiten wie etwa der Eiffelturm oder die Klosterinsel Mont Saint Michel besser vor den Folgen des Klimawandels geschützt werden.

Zur Finanzierung sollen unter anderem 260 Millionen Euro eines bereits bestehenden Umweltfonds zur Verfügung gestellt werden. "Es ist wichtig, dass die Anpassungen an den Klimawandel angemessen finanziert werden", betonte die Ministerin. Mit einem Euro, der in die Anpassung investiert werde, könnten acht Euro vermieden werden, die sonst für die Beseitigung der Schäden ausgegeben werden müssten.

Die Organisation Oxfam kritisierte den Plan als "nicht umsetzbar", weil es ihrer Ansicht nach an der nötigen Koordination und Finanzierung fehle. Außerdem seien die Bedürfnisse der am stärksten betroffenen Menschen, nämlich Senioren und Kinder, nicht ausreichend berücksichtigt.

A.Tucciarone--PV

Empfohlen

Hitzewelle in Frankreich: Atomkraftwerk Golfech heruntergefahren

Wegen der massiven Hitzewelle in Frankreich hat der Kraftwerkbetreiber EDF das südfranzösische Atomkraftwerk Golfech heruntergefahren. Grund seien "Umweltbedingungen", teilte EDF am Dienstag mit. Das Wasser im Fluss Garonne droht, den Grenzwert von 28 Grad zu überschreiten. Das Atomkraftwerk nutzt das Wasser des Flusses, um die Reaktoren zu kühlen und leitet es erwärmt in den Fluss zurück.

Verbände: Verzicht auf neue Autobahnen und Bundesstraßen bringt 20 Milliarden Euro

Ein Bündnis von BUND, Klima-Allianz Deutschland und Auto Club Europa (ACE) fordert von Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU), auf den Neubau zusätzlicher Autobahnen und Bundesstraßen zu verzichten und einen "klaren Fokus auf den Erhalt" zu setzen. Der Verzicht auf neue Autobahnen und Bundesstraßen berge ein Einsparpotenzial von 20 Milliarden Euro, erklärten die Verbände am Dienstag. Das zeige eine Untersuchung des Forums Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS).

Hitzewelle in Europa: Schulen geschlossen und Züge gestrichen

Die Hitzewelle hat Europa weiter fest im Griff - an mehreren Orten kletterte das Thermometer am Montag auf über 40 Grad. In Frankreich galt für mehr als die Hälfte des Landes die höchste Hitzewarnstufe Rot. Die französischen Behörden meldeten mehrere Hitzetote und mehr als ein Dutzend tödliche Badeunfälle. In Frankreich und Belgien wurden wegen der Hitze Züge gestrichen, auch für England galten Hitzewarnungen. Mit Abkühlung wird erst für Ende der Woche gerechnet.

Massive ukrainische Angriffe auf die Krim - Russische Behörden stellen Treibstoffverkauf ein

Nach massiven ukrainischen Angriffen auf die von Russland besetzte Halbinsel Krim ist der Verkauf von Treibstoff dort nach Angaben der von Moskau eingesetzten Behörden eingestellt worden. Seit 9.00 Uhr (Ortszeit, 8.00 Uhr MESZ) werde kein Treibstoff mehr verkauft, teilte Gouverneur Sergej Aksjonow am Sonntag mit. Bei den Angriffen wurden Aksjonow zufolge vier Menschen getötet und 28 weitere verletzt. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach von Angriffen auf beiden Seiten der Krim-Brücke, die das russische Festland und die Halbinsel verbindet.

Textgröße ändern: