Pallade Veneta - Umweltverbände werfen Lindner Abrücken von Vereinbarung zu BVVG-Flächen vor

Umweltverbände werfen Lindner Abrücken von Vereinbarung zu BVVG-Flächen vor


Umweltverbände werfen Lindner Abrücken von Vereinbarung zu BVVG-Flächen vor
Umweltverbände werfen Lindner Abrücken von Vereinbarung zu BVVG-Flächen vor / Foto: Kirill KUDRYAVTSEV - AFP/Archiv

Umweltverbände werfen Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) vor, von einem in der Koalition vereinbarten Privatisierungsstopp für Flächen der bundeseigenen Bodenverwertungs- und -verwaltungs GmbH (BVVG) wieder abzurücken. Lindner blockiere damit die nachhaltige Nutzung der Flächen und stelle sich auch gegen die langfristige Sicherung wichtiger Naturschutzflächen, warf BUND-Geschäftsführerin Antje von Broock dem FDP-Chef am Donnerstag in Berlin vor.

Textgröße ändern:

"Die BVVG-Flächen werden für Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen sowie Klima- und Artenschutz genutzt", heißt es dazu im Koalitionsvertrag von SPD, Grünen und FDP. "Dabei werden landwirtschaftlich genutzte Flächen vorrangig an nachhaltig beziehungsweise ökologisch wirtschaftende Betriebe verpachtet und nicht veräußert." Zudem wird im Koalitionsvertrag die Übertragung von BVVG-Flächen in das Nationale Naturerbe bekräftigt.

Unter Berufung auf Angaben aus dem Finanzressort warf Broock Lindner vor, eine dazu im Mai geschlossene Vereinbarung in der Koalition wieder aufzukündigen. Bisher war demnach geplant, dass die Öko-Landwirtschaft eine echte Perspektive bekommt, indem 90.000 Hektar Agrarflächen nicht mehr vom Staat an das meistbietende Agarunternehmen verkauft werden. Lindner vergebe nun zudem "die große Chance, öffentliche Flächen auch im öffentlichen Interesse zu bewirtschaften", kritisierte der BUND.

Damit stelle sich die Frage "wie ernsthaft sich die FDP noch als konstruktiver Teil der Ampel-Koalition versteht", erklärte dazu der WWF-Agrarexperte Johann Rathke. Angesichts von Klima- und Artenschutzkrise sowie des Höfesterbens in der Landwirtschaft sei die Umsetzung der Koalitionsvereinbarungen dringend erforderlich. Die Flächen könnten einen Beitrag leisten, um Junglandwirtinnen und Junglandwirten oder Bäuerinnen und Bauern, die ökologischer wirtschaften wollen, eine Perspektive zu geben".

Von einem "beispiellosen Affront" sprach der Geschäftsführer des Deutschen Naturschutzrings (DNR), Florian Schöne. Er warf Lindner "unverantwortliche Klientelpolitik" vor. Hintergrund sind Berichte, wonach der Finanzminister die Koalitionseinigung nicht mehr mittragen will. Darüber hatte unter anderem das Portal agrarheute berichtet. Der Koalitionskompromiss gelte nicht mehr, denn es liege "keine finale Einigung" vor, zitierte das Portal Angaben aus dem Finanzressort.

E.Magrini--PV

Empfohlen

Sommer in Europa war so heiß und trocken wie nie zuvor

Was viele schon vermutet haben, ist nun auch offiziell bestätigt: Der Sommer in Europa war so heiß und trocken wie nie zuvor. Wie der EU-Klimadienst Copernicus am Freitag mitteilte, kletterten in mehr als der Hälfte Westeuropas die Temperaturen an 17 Tagen auf über 30 Grad. Zum Vergleich: Im Vorjahr wurden nur sieben solcher extremen Hitzetage gezählt, beim bisherigen Rekord im Jahr 2003 waren es elf Tage.

Inselparadies in Kenia fürchtet Folgen von gigantischem Raffinerieprojekt

Tourismus oder Industrie? Umwelt oder Öl? Der Startschuss für das größte Industrieprojekt aller Zeiten im ostafrikanischen Kenia bring die malerische Insel Lamu in eine Zwickmühle. Während sich die Bewohner des auch bei Prominenten beliebten Eilands durch die geplante Mega-Raffinerie teils überrumpelt fühlen, setzt die Regierung auf Fortschritt. Getrübt wird die Hoffnung auf Aufschwung und zehntausende Arbeitsplätze allerdings auch von der Sorge um wertvolle Ökosysteme.

"Katastrophales Jahr" für Schweizer Gletscher: 2026 Eisverlust von gut fünf Prozent

Ein "katastrophales Jahr" für die Gletscher in der Schweiz: Die Hitzewelle in Europa und ein schneearmer Winter haben die anhaltende Gletscherschmelze in dem Alpenland weiter beschleunigt. Die Schweizer Gletscher verloren in diesem Jahr 5,5 Prozent ihrer Masse, wie das Schweizerische Gletschermessnetz Glamos am Donnerstag mitteilte. Damit wurde 2026 der zweitstärkste Gletscherschwund seit Beginn der Aufzeichnungen verzeichnet.

Neuer Rekord: Erneuerbare decken 61 Prozent des Stromverbrauchs bis Ende September

Die Bedeutung erneuerbarer Energien in Deutschland steigt: Trotz eines wachsenden Stromverbrauchs - unter anderem für Klimatisierung während der Hitzewellen im Sommer - erreichte der Anteil der Erneuerbaren am gesamten Stromverbrauch in den ersten drei Quartalen des Jahres knapp 61 Prozent. Das geht aus vorläufigen Berechnungen des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) und des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) hervor und ist demnach "ein neuer Rekord".

Textgröße ändern: