Pallade Veneta - Studie: CO2-Preis in der EU macht Heizen nicht in allen Mitgliedsländern teurer

Studie: CO2-Preis in der EU macht Heizen nicht in allen Mitgliedsländern teurer


Studie: CO2-Preis in der EU macht Heizen nicht in allen Mitgliedsländern teurer
Studie: CO2-Preis in der EU macht Heizen nicht in allen Mitgliedsländern teurer / Foto: Ina FASSBENDER - AFP/Archiv

Das ab 2028 geltende einheitliche Preissystem für klimaschädliche Emissionen im Gebäudebereich wirkt sich einer Studie zufolge auf die Heizkosten in der EU aus - allerdings höchst unterschiedlich. Während in Deutschland die zusätzlichen Belastungen begrenzt seien und skandinavische Haushalte gar entlastet werden könnten, würden in einigen mittel- und osteuropäischen Regionen die Kosten "spürbar" steigen, teilte die Bertelsmann-Stiftung am Donnerstag mit. Dies lasse sich jedoch über die Einnahmen aus der CO2-Bepreisung abfedern.

Textgröße ändern:

Hintergrund ist, dass Wohngebäude rund ein Drittel des Treibhausgasausstoßes in der EU verursachen und die Emissionen im Gebäudebereich nicht schnell genug sinken, um die von der EU gesteckten Klimaziele zu erreichen. Deshalb soll das Emissionshandelssystem, das Anreize zur Verringerung des Ausstoßes schaffen soll, ab 2028 auch auf den Gebäudesektor ausgeweitet werden (ETS2).

Auswirken würde sich das der Bertelsmann-Stiftung zufolge auf die Heizkosten von 100 Millionen Haushalten in der Europäischen Union. In Deutschland und anderen west- und nordeuropäischen Mitgliedsstaaten, wo es bereits jetzt einen CO2-Preis im Gebäudebereich gibt, würden die Kosten bei einem zu erwartenden Einstiegspreis von etwa 60 Euro pro Tonne CO2 demnach um durchschnittlich 17 Euro pro Jahr und Haushalt steigen. In Portugal, Irland, Dänemark und Schweden könnte das Heizen sogar billiger werden, da der CO2-Preis dort schon jetzt oberhalb von 60 Euro je Tonne liegt.

In Polen, Ungarn, der Slowakei und weiteren osteuropäischen Staaten sieht es hingegen anders aus: Dort sei die Dekarbonisierung des Gebäudesektors noch nicht weit vorangeschritten, erklärte die Bertelsmann-Stiftung. Auch gebe es noch keinen CO2-Preis und die Haushalte verfügten über geringere Einkommen. Entsprechend größer wäre demnach der Effekt der EU-weiten Einführung: Bei 60 Euro pro Tonne CO2 werde sich das Heizen für einen Haushalt dort deutlich verteuern - im Durchschnitt zwischen 100 und rund 400 Euro im Jahr.

Damit stark betroffene Haushalte durch die Mehrkosten für fossiles Heizen nicht überlastet werden, sind den Studienautoren zufolge effektive Ausgleichsmechanismen nötig. "Mit den Einnahmen aus dem CO2-Preis ist allerdings genug Geld vorhanden, um diese Unterstützung zu leisten - wenn die Mitgliedstaaten das Geld treffsicher ausgeben", erklärte der Experte der Bertelsmann Stiftung für europäische Wirtschaftspolitik, Thomas Schwab. Die EU-Kommission müsse "sehr genau darauf achten, dass stark betroffene Haushalte tatsächlich unterstützt werden", mahnte er.

Studien-Co-Autorin Sara Hagemann wies zudem darauf hin, dass die Einnahmen aus der CO2-Bepreisung zwar ausreichen, um die unmittelbaren Mehrbelastungen für besonders betroffene Haushalte abzufedern. "Aber sie werden nicht reichen, um auch den Umstieg auf klimafreundliche Alternativen wie etwa Wärmepumpen oder den Anschluss an das Fernwärmenetz großflächig zu unterstützen", erklärte sie. "Dafür wird es zusätzliche Förderprogramme brauchen, die durch die Mitgliedstaaten finanziert werden."

In Deutschland lag nationale Preis pro Tonne ausgestoßenes CO2 durch die Verbrennung von Heizöl, Erdgas, Diesel und Benzin im Jahr 2025 bei 55 Euro pro Tonne. Seit Anfang dieses Jahres werden Zertifikate zu einem Preis zwischen 55 und 65 Euro pro Tonne CO2 versteigert.

I.Saccomanno--PV

Empfohlen

Rekord-Hitzewelle im Westen der USA zieht in Richtung Osten weiter

Hochsommertemperaturen mitten im März: Die historisch frühe Hitzewelle im Westen der USA ist weiter in Richtung Osten gezogen. Dutzende Bundesstaaten von Kalifornien bis zum zentraler gelegenen Colorado verzeichneten am Samstag laut dem Nationalen Wetterdienst NWS nie dagewesene Rekordwerte für den Monat März. Bis zu 35 Grad Celsius wurden laut Wetterexperten zudem in Missouri, Nebraska und Kansas verzeichnet - Bundesstaaten im Mittleren Westen, in denen wenige Tage zuvor teils noch Minusgrade herrschten. Für einige Regionen gab der Wetterdienst eine Hitzewarnung aus.

Rekord-Hitzewelle zieht vom Westen der USA weiter in Richtung Osten

Extremtemperaturen binnen weniger Tage: Die historisch frühe Hitzewelle im Westen der USA ist weiter in Richtung Osten gezogen. Dutzende Bundesstaaten von Kalifornien bis zum zentraler gelegenen Colorado verzeichneten am Samstag laut Nationalem Wetterdienstes NWS Rekordwerte für den Monat März. Bis zu 35 Grad Celsius wurden laut Wetterexperten zudem in Missouri, Nebraska und Kansas verzeichnet - Bundesstaaten im Mittleren Westen, in denen wenige Tage zuvor teils noch Minusgrade herrschten.

Deutschlands Gletscher schmelzen in Rekordtempo - Verschwinden absehbar

Deutschlands Gletscher schmelzen im Rekordtempo. Seit dem Jahr 2023 büßten die Eisflächen in den bayerischen Alpen mehr als ein Viertel ihrer Fläche ein, wie die Hochschule München und die Bayerische Akademie der Wissenschaften am Donnerstag unter Verweis auf neue Messungen vom Herbst mitteilten. Insgesamt verloren die Gletscher in nur zwei Jahren rund eine Million Kubikmeter Eis.

Trump erwartet von Japan mehr Einsatz im Iran-Krieg

US-Präsident Donald Trump erwartet von Japan mehr Engagement im Iran-Krieg. Trump sagte am Donnerstag bei einem Treffen mit der japanischen Regierungschefin Sanae Takaichi im Weißen Haus, er habe Zusicherungen erhalten, dass Japan "wirklich Verantwortung übernehme". Er fügte hinzu: "Im Gegensatz zur Nato".

Textgröße ändern: