Pallade Veneta - Fachleute im Bundesumweltministerium: Mini-Atomkraftwerke sind unwirtschaftlich

Fachleute im Bundesumweltministerium: Mini-Atomkraftwerke sind unwirtschaftlich


Fachleute im Bundesumweltministerium: Mini-Atomkraftwerke sind unwirtschaftlich
Fachleute im Bundesumweltministerium: Mini-Atomkraftwerke sind unwirtschaftlich / Foto: Ina FASSBENDER - AFP/Archiv

Fachleute im Bundesumweltministerium (BMUKN) halten sogenannte Mini-Atomkraftwerke für unwirtschaftlich. In einem internen Papier widersprechen sie laut einem Bericht des Senders SWR vom Montag gegensätzlichen Einschätzungen unter anderem von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Ein Ministeriumssprecher bestätigte dem SWR demnach die Existenz dieser fachlichen Bewertung.

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Eine Kernaussage des BMUKN-Papiers ist laut SWR, dass sich an den grundlegenden Risiken von Atomkraftwerken durch den Bau kleinerer Anlagen nichts ändere. Auch hätten "Mini-AKW" anders als vielfach dargestellt gegenüber herkömmlichen AKW keinen Kostenvorteil, eher im Gegenteil. Um die Leistung eines großen Reaktors zu erreichen, müssten etwa vier kleine Kernkraftwerke gebaut werden, von denen jedes einzelne die hohen Sicherheitsstandards erfüllen müsse.

Ohne massive staatliche Förderung gäbe es für die sogenannten "Small Modular Reactors" (SMR) auch bisher keinen Markt, denn ein Kostenvorteil durch die "modulare Bauweise", also industrielle Vorfertigung, würde erst bei einer Massenproduktion greifen. Diese sei derzeit jedoch nicht in Sicht. Wahrscheinlich seien am Ende "die Kosten pro Megawatt Leistung sogar höher" als bei konventionellen AKW.

Zudem würden durch die für SMR nötigen staatlichen Subventionen Mittel abgeschöpft, die an anderer Stelle für den Klimaschutz benötigt würden, heißt es laut SWR in dem Papier. Außerdem käme die noch nicht ausgereifte SMR-Technologie zu spät für die zeitnah erforderliche Energiewende. Insgesamt kommt das Bundesumweltministerium demnach zu dem Ergebnis, dass es "weder zum Durchbruch der SMR-Technologie kommen wird noch eine öffentliche Förderung derartiger Konzepte sinnvoll ist".

Die "Mini-Akw" werden von Atomkraftbefürwortern als Option beworben, um Atomkraft zu geringeren Risiken und Kosten anwenden zu können. Nach Einschätzung der EU-Kommission könnten sie künftig den europäischen Energiemix ergänzen, um Klimaziele zu erreichen und die Versorgungssicherheit zu gewährleisten.

Auf deutscher Seite gibt es dazu keine konkreten Pläne, allerdings auch Stimmen, die für ein solches Modell werben, unter anderem von CSU-Chef Markus Söder. Auch aus dem von Katherina Reiche (CDU) geführten Bundeswirtschaftsministerium wird gefordert, die SMR-Technologie zu prüfen. Reiche wird von Umweltverbänden vorgeworfen, zugleich den Ausbau erneuerbarer Energien ausbremsen zu wollen.

L.Bufalini--PV

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