Pallade Veneta - Deutschland will mit zwei neuen Fonds Wasserstoffwirtschaft voranbringen

Deutschland will mit zwei neuen Fonds Wasserstoffwirtschaft voranbringen


Deutschland will mit zwei neuen Fonds Wasserstoffwirtschaft voranbringen
Deutschland will mit zwei neuen Fonds Wasserstoffwirtschaft voranbringen / Foto: Ronny Hartmann - AFP/Archiv

Deutschland will den Aufbau einer grünen Wasserstoffwirtschaft gemeinsam mit Schwellen- und Entwicklungsländern vorantreiben. Dazu sollten zusätzlich 550 Millionen Euro bereitgestellt werden, kündigten der Parlamentarische Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, Stefan Wenzel (Grüne), und Entwicklungsministerin Svenja Schulze (SPD) am Dienstag auf der UN-Klimakonferenz in Sharm el-Scheich an.

Textgröße ändern:

Für eine zielgenaue Förderung sollen demnach zwei Wasserstoff-Fonds geschaffen werden: Ein Entwicklungsfonds mit einem Volumen von 250 Millionen Euro soll Wasserstoff-Investitionen in Entwicklungs- und Schwellenländern fördern. Ein Wachstumsfonds mit einem Volumen von 300 Millionen Euro soll den globalen Markthochlauf und Infrastruktur für grünen Wasserstoff insgesamt beschleunigen.

"Deutschland treibt national wie international den Aufbau klimaneutraler Energienetze voran, möglichst basierend auf grünem Wasserstoff", sagt Wenzel. "Denn überall da, wo wir die Energieversorgung nicht mit erneuerbarem, sauberem Strom und mit mehr Energieeffizienz kohlenstofffrei aufstellen können, brauchen wir grünen Wasserstoff oder seine Folgeprodukte." Durch die aktuelle Energiekrise wegen des russischen Angriffskriegs werde diese Entwicklung noch beschleunigt.

"Nicht nur der Klimawandel, auch die aktuelle Energiekrise lehrt uns auf der ganzen Welt, wie wichtig es ist, Alternativen zu Kohle, Öl und Gas aufzubauen", hob Schulze hervor. Grüner Wasserstoff sei dabei "eine Schlüsseltechnologie". Die Ministerin wies darauf hin, dass viele Entwicklungsländer beste Bedingungen für die Produktion von grünem Wasserstoff bieten würden. Es müsse aber dafür gesorgt werden, dass diese nicht "aus den Wertschöpfungsketten der Zukunft ausgeschlossen werden".

"Die neue grüne Wasserstoffwirtschaft muss gerechter werden als die alte fossile Wirtschaft", verlangte Schulze. Es solle nicht nur die Produktion, sondern auch den Einsatz von grünem Wasserstoff in Entwicklungsländern gefördert werden. Eines der Partnerländer soll demnach Südafrika sein.

Der Wachstumsfonds wendet sich auch an deutsche und europäische Unternehmen, die eigenes Kapital in die Initiative einbringen sollen. Verwaltet werden sollen die neuen Fonds und Förderangebote von der bundeseigenen Förderbank KfW. Die Mittel sollen, abhängig von der Lage im Empfängerland, teilweise als Kredite vergeben werden. Wenzel sagte, unter Einsatz auch von KfW-Mitteln könne für Entwicklungsprojekte insgesamt ein Volumen von 2,5 Milliarden Euro generiert werden.

Die beteiligten Ministerien verwiesen auf das breite Spektrum von Anwendungen für grünen Wasserstoff. Er könne als Erdgas-Ersatz für eine CO2-freie Stahl- und Metallerzeugung oder als E-Kerosin für den Flugverkehr, die Schifffahrt oder Schwerlast-Lkw genutzt werden. Möglich sei auch die Produktion von Düngemitteln aus grünem Ammoniak.

Grüner Wasserstoff oder Ammoniak werden unter Nutzung erneuerbarer Energien hergestellt (PtX). Als Rohstoff dafür sind Wasser beziehungsweise für Ammoniak auch Stickstoff praktisch unbegrenzt verfügbar. CO2-Emissionen entstehen bei dem Prozess selbst nicht. Mit den neuen Fonds soll auch der Aufbau von Transportinfrastruktur und Speicherung gefördert werden.

A.dCosmo--PV

Empfohlen

Hitzewelle in Frankreich: Atomkraftwerk Golfech heruntergefahren

Wegen der massiven Hitzewelle in Frankreich hat der Kraftwerkbetreiber EDF das südfranzösische Atomkraftwerk Golfech heruntergefahren. Grund seien "Umweltbedingungen", teilte EDF am Dienstag mit. Das Wasser im Fluss Garonne droht, den Grenzwert von 28 Grad zu überschreiten. Das Atomkraftwerk nutzt das Wasser des Flusses, um die Reaktoren zu kühlen und leitet es erwärmt in den Fluss zurück.

Verbände: Verzicht auf neue Autobahnen und Bundesstraßen bringt 20 Milliarden Euro

Ein Bündnis von BUND, Klima-Allianz Deutschland und Auto Club Europa (ACE) fordert von Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU), auf den Neubau zusätzlicher Autobahnen und Bundesstraßen zu verzichten und einen "klaren Fokus auf den Erhalt" zu setzen. Der Verzicht auf neue Autobahnen und Bundesstraßen berge ein Einsparpotenzial von 20 Milliarden Euro, erklärten die Verbände am Dienstag. Das zeige eine Untersuchung des Forums Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS).

Hitzewelle in Europa: Schulen geschlossen und Züge gestrichen

Die Hitzewelle hat Europa weiter fest im Griff - an mehreren Orten kletterte das Thermometer am Montag auf über 40 Grad. In Frankreich galt für mehr als die Hälfte des Landes die höchste Hitzewarnstufe Rot. Die französischen Behörden meldeten mehrere Hitzetote und mehr als ein Dutzend tödliche Badeunfälle. In Frankreich und Belgien wurden wegen der Hitze Züge gestrichen, auch für England galten Hitzewarnungen. Mit Abkühlung wird erst für Ende der Woche gerechnet.

Massive ukrainische Angriffe auf die Krim - Russische Behörden stellen Treibstoffverkauf ein

Nach massiven ukrainischen Angriffen auf die von Russland besetzte Halbinsel Krim ist der Verkauf von Treibstoff dort nach Angaben der von Moskau eingesetzten Behörden eingestellt worden. Seit 9.00 Uhr (Ortszeit, 8.00 Uhr MESZ) werde kein Treibstoff mehr verkauft, teilte Gouverneur Sergej Aksjonow am Sonntag mit. Bei den Angriffen wurden Aksjonow zufolge vier Menschen getötet und 28 weitere verletzt. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach von Angriffen auf beiden Seiten der Krim-Brücke, die das russische Festland und die Halbinsel verbindet.

Textgröße ändern: