Pallade Veneta - Zehntausende protestieren in etlichen französischen Städten gegen Polizeigewalt

Zehntausende protestieren in etlichen französischen Städten gegen Polizeigewalt


Zehntausende protestieren in etlichen französischen Städten gegen Polizeigewalt
Zehntausende protestieren in etlichen französischen Städten gegen Polizeigewalt / Foto: Bertrand GUAY - AFP

In zahlreichen französischen Städten sind am Samstag Menschen gegen Polizeigewalt und Rassismus auf die Straße gegangen. An den mehr als hundert Demonstrationen, zu denen ein breites Bündnis aus Gewerkschaften, linkspolitischen und zivilgesellschaftlichen Gruppen aufgerufen hatte, nahmen nach Angaben der Organisatoren rund 80.000 Menschen teil, 15.000 von ihnen allein in Paris. Begleitet wurden die Proteste von einem massiven Sicherheitsaufgebot.

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Schätzungen der Polizei zufolge nahmen an den rund 120 weitgehend friedlichen Protesten im ganzen Land rund 13.800 Menschen teil. Das Innenministerium sprach von landesweit 31.300 Teilnehmern, darunter 9000 in der Hauptstadt.

In Toulouse, wo die Demonstrationen bereits am Vormittag starteten, versammelten sich laut der Stadtverwaltung etwa 600 Menschen. Sie trugen Banner mit der Aufschrift "Gegen systematischen Rassismus" und "Die Polizei verstümmelt, die Polizei mordet".

Im südfranzösischen Perpignan kamen laut einem Reporter der Nachrichtenagentur AFP 150 Demonstranten zusammen. Zwischen Villeurbanne und Lyon beteiligten sich rund 1700 Menschen an den Protesten. Einige von ihnen trugen Transparente und Schilder mit Aufschriften wie "In Trauer und Wut" und "Hände weg von unseren Kindern".

Am Nachmittag startete dann ein großer Protestzug in Paris. Demonstranten aller Altersgruppen hielten Schilder hoch, auf denen Forderungen zu lesen waren wie "Stoppt die staatliche Gewalt", "Weder Vergessen noch Verzeihen" oder "Das Gesetz tötet".

Später spaltete sich von dem Pariser Protestzug eine kleine Gruppe linksextremer Demonstranten ab, wie ein AFP-Korrespondent berichtete. Hunderte schwarz gekleidete und vermummte Protestteilnehmer schlugen demnach die Fensterscheiben einer Bank ein. Wie die Pariser Polizeipräfektur mitteilte, attackierten sie zudem ein im Verkehr feststeckendes Polizeiauto mit Eisenstangen.

Einer der Polizisten sei daraufhin kurzzeitig mit einer Waffe in der Hand aus dem Fahrzeug gestiegen, um die Demonstranten auf Distanz zu halten, hieß es. Ein später vom Sender BFMTV veröffentlichtes und im Internet verbreitetes Video zeigt, wie eine Gruppe maskierter Demonstranten hinter dem Auto her läuft und wiederholt dagegen tritt, während ein Mann mit einem Brecheisen ein Schaufenster einschlägt.

Innenminister Gérald Darmanin bezeichnete die "Gewalttätigkeiten gegen die Ordnungskräfte" im Onlinedienst X, vormals Twitter, als "inakzeptabel". "Man sieht, wohin der Hass gegen die Polizei führt", erklärte er. Laut dem Pariser Polizeichef Laurent Nunez wurden drei Verdächtige im Zusammenhang mit dem Vorfall festgenommen. Dem Innenministerium zufolge gab es darüber hinaus landesweit weitere drei Festnahmen. Insgesamt hatte das Innenministerium rund 30.000 Polizisten mobilisiert.

Im Juni hatte der Tod des 17-jährigen Nahel, der bei einer Verkehrskontrolle im Pariser Vorort Nanterre von einem Polizisten erschossen wurde, eine Welle von Protesten gegen Polizeigewalt und Rassismus ausgelöst. Am Rand von Unruhen in Marseille wiederum war ein 22-Jähriger durch einen Gummigeschoss der Polizei schwer verletzt worden. Daraufhin wurden Ermittlungen gegen vier Polizisten eingeleitet.

C.Grillo--PV

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