Pallade Veneta - Biber fluten Wald: Bundesverwaltungsgericht stärkt Rechte von Eigentümern

Biber fluten Wald: Bundesverwaltungsgericht stärkt Rechte von Eigentümern


Biber fluten Wald: Bundesverwaltungsgericht stärkt Rechte von Eigentümern
Biber fluten Wald: Bundesverwaltungsgericht stärkt Rechte von Eigentümern / Foto: KOCA SULEJMANOVIC - AFP/Archiv

In einem seit mehr als 20 Jahren dauernden Streit um die Flutung eines Waldstücks in Brandenburg wegen Biberdämmen macht ein neues Urteil des Bundesverwaltungsgerichts der Witwe des ursprünglichen Klägers Hoffnung. Das Gericht in Leipzig hob am Donnerstag ein vorheriges Urteil auf, mit dem eine Entschädigung abgelehnt worden war. Über den Fall muss nun neu verhandelt werden. (Az. 10 C 3.25 und 10 C 4.25)

Textgröße ändern:

Der inzwischen verstorbene Ehemann der Klägerin hatte 1998 ein Forstrevier gekauft, das zum großen Teil in einem Naturschutzgebiet liegt. Ab 2003 siedelten sich dort Elbebiber an, die ihre Bauten errichteten. Dadurch kam es in dem Waldstück zu Überflutungen, welche die Holzproduktion zum Teil unmöglich gemacht haben sollen.

Der Mann klagte, um zu erreichen, dass er die Biberdämme beseitigen durfte, hatte damit aber keinen Erfolg. Die Klägerin gibt an, dass mehr als 60 Hektar Holzbodenfläche vernässt wurden. Sie fordert Entschädigung vom Land und die Feststellung, dass die Stadt Brandenburg an der Havel grundsätzlich für Schäden zahlen müsse.

Vor dem Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg hatten die Klagen keinen Erfolg. Es erklärte, dass die Schäden keine unzumutbare Belastung im Sinne des Naturschutzgesetzes seien. Es seien nur etwa 28 Prozent der Waldfläche betroffen, die Bewirtschaftung des Forstreviers sei nicht sinnlos geworden.

Die Klägerin wandte sich an das Bundesverwaltungsgericht und hatte dort nun mit ihrer Revision Erfolg. Eine Beschränkung des Eigentums ist unzumutbar, wenn auf den betroffenen Flächen nicht mehr genug Raum für die private Nutzung übrig sei oder darüber nicht mehr verfügt werden könne, erklärten die Richterinnen und Richter in Leipzig.

Wenn die bisherige Nutzung von Teilflächen nicht mehr möglich ist, wird das demnach nicht deshalb zumutbar, weil der Rest noch genutzt werden kann. Das Oberverwaltungsgericht habe den Umfang der Schäden aber noch nicht ganz aufgeklärt, weshalb es erneut über den Fall verhandeln muss.

T.Galgano--PV

Empfohlen

"Ruinöse Importschwemme": Thyssenkrupp fährt Spezialstahlproduktion weiter zurück

Der Stahlhersteller Thyssenkrupp hat angekündigt, die Produktion von sogenanntem kornorientiertem Elektroband, das für Stromnetze benötigt wird, weiter zurückzufahren. Das Werk in Isbergues in Frankreich werde über den Sommer erneut stillgelegt, erklärte das Duisburger Unternehmen am Donnerstag. Grund sei eine "ruinöse Importschwemme". 1200 qualifizierte Arbeitsplätze in Isbergues sowie in Gelsenkirchen stünden auf dem Spiel.

Jugendschutz: Brüssel sieht Mängel bei Porno-Seiten und geht gegen Snapchat vor

Die EU-Kommission hat ihr Vorgehen für mehr Jugendschutz im Netz verschärft. Brüssel stellte bei den Porno-Seiten Pornhub, Stripchat, XNXX und XVideos am Donnerstag Mängel fest, weil sie durch eine lasche Altersüberprüfung zulassen, dass auch Minderjährige ihre Inhalte sehen können. Darüber hinaus geht die Kommission wegen einer Reihe von Vorwürfen gegen die App Snapchat vor. Am Ende der Verfahren drohen den Unternehmen Bußgelder.

Mehr Transparenz an den Zapfsäulen: Bundestag stimmt für neue Spritpreisregeln

Die Spritpreise sind durch den Iran-Krieg stark gestiegen - an den Zapfsäulen soll es deshalb künftig mehr Berechenbarkeit und Transparenz geben. Der Bundestag stimmte am Donnerstag mehrheitlich für ein Maßnahmenpaket der Koalitionsfraktionen von Union und SPD, das Tankstellen nur noch eine Preiserhöhung pro Tag erlaubt. Ob die Maßnahmen ausreichen, sorgt allerdings weiterhin für Debatten.

Ökonomen senken Wachstumsprognosen für Deutschland und die EU

Der Iran-Krieg bremst die Wirtschaft in Deutschland und der EU. Das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung senkte seine Prognose für das deutsche Wirtschaftswachstum für das laufende Jahr um 0,3 Prozentpunkte auf nun 0,9 Prozent. Die Ökonomen warnten darüber hinaus, dass auch dieses Plus nur erreichbar sei, wenn der Iran-Krieg nicht über den Sommer hinaus andauert.

Textgröße ändern: