Pallade Veneta - Jeder Zehnte der 20- bis 24-Jährigen ohne Job und ohne Ausbildung

Jeder Zehnte der 20- bis 24-Jährigen ohne Job und ohne Ausbildung


Jeder Zehnte der 20- bis 24-Jährigen ohne Job und ohne Ausbildung
Jeder Zehnte der 20- bis 24-Jährigen ohne Job und ohne Ausbildung / Foto: PHILIPPE HUGUEN - AFP/Archiv

In Deutschland sind zehn Prozent der 20- bis 24-Jährigen im vergangenen Jahr nicht in einer Ausbildung oder Beschäftigung gewesen - im EU-Vergleich ist das eine niedrige Quote, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Montag mitteilte. Allerdings ist der Anteil in den vergangenen Jahren leicht gestiegen: Im Jahr 2022 etwa waren noch 8,8 Prozent der 20- bis 24-Jährigen nicht in einer Ausbildung oder im Job.

Textgröße ändern:

"Das deutsche Ausbildungssystem, insbesondere das duale System, ist international dafür geschätzt, dass es sichere Übergänge zwischen Ausbildung und Arbeitsmarkt schafft", erklärte die wissenschaftliche Direktorin des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung, Bettina Kohlrausch. "Die Tatsache, dass die Zahl der Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die weder in Ausbildung noch in Arbeit sind, unter dem EU-Durchschnitt liegt, reflektiert diese Stärke."

Laut Statistik lag der EU-Durchschnitt im vergangenen Jahr bei 13,9 Prozent. Am niedrigsten war der Anteil demnach in den Niederlanden mit 5,6 Prozent, Schweden mit 7,3 Prozent und Tschechien mit 7,6 Prozent. Am höchsten war er in Rumänien mit 22,8 Prozent, Bulgarien mit 17,3 Prozent und in Frankreich mit 16,2 Prozent.

WSI-Direktorin Kohlrausch nannte es aber "besorgniserregend", dass die Zahl in Deutschland im Vergleich zum Jahr 2022 gestiegen ist. "Dies zeigt, dass sich die Ausbildungsplatzsituation für Jugendliche und junge Erwachsene verschlechtert hat." Einem wachsenden Teil der Jugendlichen gelinge der Übergang von Schule in Ausbildung und von Ausbildung in Arbeit nicht mehr.

Das Statistikamt liefert unter Berufung auf den nationalen Bildungsbericht von 2024 verschiedene mögliche Gründe: 20 Prozent der 20- bis 24-jährigen Nichterwerbspersonen nannten demnach Betreuungsgründe, 18 Prozent gesundheitliche Einschränkungen und 17 Prozent bildungsbezogene Gründe - etwa dass sie auf einen Studien- oder Ausbildungsplatz warteten. Sechs Prozent standen kurz vor einer Ausbildung oder einem neuen Job. 25 Prozent sagten, sie suchten aktuell einen Job.

Kohlrausch forderte "dringend mehr gute Ausbildungsangebote und Unterstützung für Jugendliche und junge Erwachsene, damit sie den Weg in die Ausbildung und dann in den Arbeitsmarkt erfolgreich meistern können". Ein wichtiger Schritt sei "eine echte Ausbildungsgarantie", die allen Jugendlichen ein Recht auf einen Ausbildungsplatz garantiere. Dafür müssten die bestehenden Regelungen allerdings ausgebaut und weiterentwickelt werden.

E.M.Filippelli--PV

Empfohlen

"Falsche Schlussfolgerungen": Frei warnt SPD vor Aufschnüren des Rentenpakets

Unionsfraktionschef Thorsten Frei (CDU) hat Forderungen der SPD nach Änderungen bei den geplanten Reformen zurückgewiesen. Er sei überzeugt, dass die Koalition aus dem Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt "keine falschen Schlussfolgerungen ziehen darf", sagte Frei vor einer Sitzung der Unionsfraktion am Montag in Berlin. "Eine falsche Schlussfolgerung wäre, dass man die vielfachen Reformen, die wir in Angriff genommen haben, nicht mit einem hohen Tempo weiter fortsetzte."

Bas kündigt nach Landtagswahl Konsequenzen an: "Ein 'Weiter so' geht nicht"

SPD-Chefin Bärbel Bas hat nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt inhaltliche Konsequenzen angekündigt. "Ich finde, ein 'Weiter so' geht nicht", sagte Bas am Montag in Berlin. Zwar sei der Reformkurs der Bundesregierung richtig und notwendig, aber "wir dürfen die Sozialreformen nicht gegen die Menschen machen", betonte die Bundesarbeitsministerin.

Raketenabwehr statt Autos: VW verkauft Werk Osnabrück an israelischen Investor

Im Volkswagen-Werk in Osnabrück sollen künftig keine Autos mehr, dafür Luftverteidigungssysteme gebaut werden. Das Land Niedersachsen, der VW-Konzern, der Investor Aurelius Capital aus Tel Aviv und der israelische Rafael-Rüstungskonzern schlossen am Montag eine entsprechende Vereinbarung. VW zieht sich demnach vollständig vom Standort Osnabrück zurück.

UN-Menschenrechtskommissar: KI könnte zur "existenziellen Gefahr für Menschheit" werden

UN-Menschenrechtskommissar Volker Türk hat eine Regulierung der Künstlichen Intelligenz (KI) dringend angemahnt. Die KI "könnte zu einer existenziellen Gefahr für die Menschheit" werden, sagte Türk am Montag zur Eröffnung der 63. Sitzung des UN-Menschenrechtsrats in Genf. Er rief dazu auf, "verbindliche Garantien für die Sicherheit und den Schutz im Zusammenhang mit KI zu schaffen, bevor es zu spät ist".

Textgröße ändern: