Pallade Veneta - EU-Posten für CDU-Politiker: Von der Leyen weiter unter Druck

EU-Posten für CDU-Politiker: Von der Leyen weiter unter Druck


EU-Posten für CDU-Politiker: Von der Leyen weiter unter Druck
EU-Posten für CDU-Politiker: Von der Leyen weiter unter Druck / Foto: KENZO TRIBOUILLARD - AFP

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen steht wegen der Vergabe eines gut bezahlten Brüsseler Postens an einen CDU-Politiker weiter unter Druck. Vier Kommissare pochten vor der Sitzung unter von der Leyens Leitung am Mittwoch auf Aufklärung über die Ernennung von Markus Pieper zum Mittelstandsbeauftragten. Die deutsche Kommissionschefin zeigte sich einem Sprecher zufolge diskussionsbereit. Auch im Europaparlament sorgt der Fall für Kritik.

Textgröße ändern:

Es sei "wichtig, sich in der Kommission sehr bald über diese Angelegenheit auszutauschen", drängten der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell und die Kommissare Thierry Breton, Paolo Gentiloni und Nicolas Schmit in einem neuen Brief an von der Leyen. Die vier hatten bereits vergangene Woche Bedenken über die "Transparenz und Unvoreingenommenheit" der Postenvergabe geäußert.

Kommissionssprecher Eric Mamer bekräftigte dagegen, alles sei regelgemäß gelaufen. Er kündigte eine interne Kommissionsdebatte mit von der Leyen "über das Ernennungsverfahren für hohe Beamte" an. Dieses laufe wie ein Fußballmatch - der Bessere setze sich durch, sagte Mamer. Das allerdings bezweifeln die Kritiker.

Die EU-Kommission hatte den bisherigen CDU-Europaabgeordneten Pieper Ende Januar zum Beauftragten für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) ernannt. Piepers Ernennung erfolgte gut einen Monat bevor die Europäische Volkspartei (EVP) um CDU und CSU von der Leyen zu ihrer Spitzenkandidatin für die Europawahlen im Juni ernannte.

Die Besetzung sei möglicherweise eine "Gefälligkeit" von der Leyens an einen kritischen Parteikollegen, vermutet der Grünen-Europaabgeordnete Daniel Freund. Das Parlament wird sich voraussichtlich ab Mittwochabend mit dem Fall befassen. In einem Antrag von Sozialdemokraten, Liberalen, Grünen und Linken wird die Kommission aufgerufen, die Ernennung Piepers rückgängig zu machen und "ein wirklich transparentes und offenes Verfahren" einzuleiten.

Pieper ist laut Kommissionssprecher Mamer auf vier Jahre ernannt. Seine Besoldungsstufe ist laut der Stellenausschreibung AD15 - das entspricht einem Monatsgehalt von mehr als 18.000 Euro.

L.Barone--PV

Empfohlen

Teheran dementiert Raketenangriff auf Emirate - Abu Dhabi stoppt Handel mit Iran

Inmitten neuer Spannungen zwischen dem Iran und den Vereinigten Arabischen Emiraten hat Teheran Vorwürfe eines Raketenangriffs auf den Golfstaat "kategorisch" zurückgewiesen. Die Vorwürfe seien falsch und schadeten der Stabilität in der Region, erklärte am Dienstabend der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmaeil Bakaei. Die Emirate hatten zuvor erklärt, dass der Iran erstmals seit Monaten wieder Raketen auf das Land abgefeuert habe.

Dobrindt: Merz ist der Richtige zum richtigen Zeitpunkt

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) rät zu einem Ende der Debatten über Kanzler Friedrich Merz (CDU). "Es braucht Durchhaltevermögen", sagte er dem "Münchner Merkur" vom Mittwoch. "Friedrich Merz ist die richtige Person zum richtigen Zeitpunkt – mit seiner Erfahrung, seinem außenpolitischen Fokus und der Bereitschaft, Entscheidungen auch mal gegen Widerspruch im eigenen Laden durchzusetzen."

Ecuadorianische Diplomatin A-Baki will UN-Generalsekretärin werden

Die ecuadorianische Diplomatin Ivonne A-Baki bewirbt sich um das Amt der UN-Generalsekretärin. Die vom pazifischen Inselstaat Tonga nominierte 75-Jährige erklärte am Dienstag, sie sei bereit, "zur Erneuerung des Grundversprechens der UN-Charta beizutragen: künftige Generationen vor der Geißel des Krieges zu bewahren".

IAEA findet "einige Tonnen Nuklearmaterial" in Syrien

Mitarbeiter der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) haben bei einem Inspektionsbesuch in Syrien nach eigenen Angaben "einige Tonnen Nuklearmaterial" an einem Ort gefunden, den die Organisation bislang nicht auf dem Schirm hatte. Der Fund gehe auf Hinweise der syrischen Regierung zurück, erklärte Interims-Außenminister Assad al-Schaibani am Dienstag. Das Material, von dem keine Gefahr ausgehe, solle in Syrien bleiben und IAEA-Kontrollen unterliegen.

Textgröße ändern: