Pallade Veneta - Argentinisches Gericht: Iran hat Anschläge gegen Juden und Israel in 1990er Jahren angeordnet

Argentinisches Gericht: Iran hat Anschläge gegen Juden und Israel in 1990er Jahren angeordnet


Argentinisches Gericht: Iran hat Anschläge gegen Juden und Israel in 1990er Jahren angeordnet
Argentinisches Gericht: Iran hat Anschläge gegen Juden und Israel in 1990er Jahren angeordnet / Foto: DANIEL GARCIA - AFP/Archiv

Ein argentinisches Gericht hat Medienberichten zufolge den Iran für zwei tödliche Anschläge gegen Juden und gegen Israel in den 1990er Jahren in dem südamerikanischen Land verantwortlich gemacht. Das Gericht habe befunden, dass der Iran den Anschlag auf die israelische Botschaft in Buenos Aires 1992 und den Anschlag auf das jüdische Zentrum in der Stadt 1994 angeordnet habe, berichteten argentinische Medien am Donnerstag (Ortszeit).

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Bei den beiden Anschlägen waren insgesamt mehr als hundert Menschen ums Leben gekommen und Hunderte verletzt worden. Die jüdische Gemeinde in Argentinien bezeichnete die Entscheidung des Gerichts als "historisch".

Das Gericht nannte die pro-iranische Hisbollah-Miliz als die Gruppe, die die Anschläge ausführte. Der Iran wird als "Terrorstaat" bezeichnet. Der Anschlag auf das jüdische Zentrum wird in den Gerichtsdokumenten nach Angaben von örtlichen Medien zudem als "Verbrechen gegen die Menschlichkeit" eingestuft. Es handelte sich um den Anschlag mit den meisten Toten in der Geschichte Argentiniens.

Bei dem Anschlag auf die israelische Botschaft 1992 in Buenos Aires waren 29 Menschen getötet und 200 weitere verletzt worden. 1994 wurden bei dem Bombenanschlag auf das jüdische Zentrum in der Stadt 85 Menschen getötet und 300 weitere verletzt.

Das Urteil des Bundesberufungsgerichts vom Donnerstag sei "historisch, einmalig in Argentinien" - es sei nicht nur Argentinien, sondern auch den Opfern geschuldet gewesen, sagte der Vorsitzende der jüdischen Vereinigungen in Argentinien, Jorge Knoblovitz, dem Fernsehsender LN+. Es eröffne nun auch die Möglichkeit einer Klage beim Internationalen Strafgerichtshof, "denn es wurde klar festgestellt, dass der iranische Staat ein terroristischer Staat ist", sagte er.

Der Anschlag gegen das jüdische Zentrum war nie aufgeklärt worden, niemand bekannte sich dazu. Aber die argentinische Justiz und Israel hatten den Iran schon lange als Auftraggeber im Verdacht und Mitglieder der libanesischen Hisbollah als ausführende Attentäter. Nach wie vor sind Haftbefehle von 2006 gegen acht Iraner in Kraft. 2023 hatte die Justiz in Argentinien auch internationale Haftbefehle gegen vier Libanesen beantragt. Der Iran hat jede Verwicklung in die Anschläge stets bestritten.

Die jüdische Gemeinde in Argentinien ist mit über 250.000 Mitgliedern die größte in Lateinamerika.

T.Galgano--PV

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