Pallade Veneta - SPD: Zeitplan für Wehrdienstgesetz bleibt - Pistorius: "Kein Schaden eingetreten"

SPD: Zeitplan für Wehrdienstgesetz bleibt - Pistorius: "Kein Schaden eingetreten"


SPD: Zeitplan für Wehrdienstgesetz bleibt - Pistorius: "Kein Schaden eingetreten"
SPD: Zeitplan für Wehrdienstgesetz bleibt - Pistorius: "Kein Schaden eingetreten" / Foto: Tobias SCHWARZ - AFP

Ungeachtet des Eklats um das Wehrdienstgesetz hält die SPD an dem geplanten Zeitplan für die Neuregelung fest. Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) bemühte sich am Mittwoch, die Wogen zu glätten: Dass es bei Fragen zu Inhalten oder Verfahren "mal rumpelt, ist doch völlig normal", sagte Pistorius am Mittwoch nach einer Sitzung des Verteidigungsausschusses des Bundestags.

Textgröße ändern:

Entscheidend sei, dass es bis zur Schlussberatung im Bundestag eine Einigung gebe, damit das Gesetz wie geplant Anfang 2026 in Kraft treten könne, sagte auch SPD-Parlamentsgeschäftsführer Dirk Wiese. Fachleute von Union und SPD hatten sich diese Woche in Absprache mit den Fraktionsspitzen auf Änderungen an Pistorius' Gesetzentwurf für den neuen Wehrdienst geeinigt. Der Verteidigungsminister äußerte danach aber Bedenken, auch in der Fraktion gab es Widerstand. Daraufhin wurde eine bereits angekündigte Pressekonferenz der Koalition abgesagt.

Das Gesetz soll nun dennoch an diesem Donnerstag in erster Lesung im Bundestag besprochen werden, und zwar in der ursprünglich vom Kabinett beschlossenen Fassung. Zuvor war diese Beratung auf Wunsch der Union bereits einmal verschoben worden, die auf mehr Verbindlichkeit für auch verpflichtende Einberufungen im Bedarfsfall beharrte. Vereinbart wurde dann in Gesprächen unter anderem der Fraktionsvize Siemtje Möller (SPD) und Norbert Röttgen (CDU), dass ein Losverfahren darüber entscheiden sollte, wer zur Musterung muss, wenn sich nicht genügend Freiwillige melden.

Pistorius bestätigte, dass er in der Fraktionssitzung der SPD am Dienstagnachmittag an bestimmten Punkten der Änderungen "erhebliche Bedenken" geäußert habe. "Ja, ich habe von einem faulen Kompromiss gesprochen", sagte der SPD-Minister. Er finde das aber "alles weit weniger dramatisch, als es gerade gemacht wird".

Auch ändere die Debatte aus seiner Sicht "nichts an dem guten Arbeitsklima" in der Koalition, sagte Pistorius, denn der Zeitplan für den Gesetzentwurf stehe weiter: "Das Ziel bleibt, dass das Gesetz zum 1. Januar in Kraft tritt", betonte der Minister. "Von daher ist bislang überhaupt kein Schaden eingetreten."

Seine Kritik habe sich auch nicht per se an dem von der Union vorgeschlagenen Losverfahren entzündet. Der wesentliche Punkt sei gewesen, dass die Änderungen nicht mehr zu einer flächendeckenden Musterung geführt hätten. Diese brauche er aber für die Einsatzfähigkeit der Bundeswehr im Ernstfall, stellte Pistorius weiter klar. Er mache sich auch Gedanken darüber, ob bei dem vorgeschlagenen Verfahren "wir dadurch nicht zu viel Zeit verlieren".

SPD-Parlamentsgeschäftsführer Wiese bemühte sich am Mittwoch in Berlin, die Bedeutung der in der SPD-Fraktionssitzung am Vortag deutlich gewordenen Differenzen zu relativieren. Es habe "bei acht bis zehn Gegenstimmen" letztlich eine deutliche Mehrheit dafür gegeben, den Gesetzentwurf im Bundestag einzubringen. Das sei für ihn das Entscheidende.

In der ersten Beratung der Vorlage am Donnerstag sollten nun sowohl Pistorius als auch Möller für die SPD sprechen, sagte Wiese weiter. Geplant sei, danach "im Rahmen des Gesetzgebungsverfahrens unterschiedliche Ansätze zu klären". Dabei gehe es in erster Linie um geäußerte "Rechtsunsicherheiten" hinsichtlich des Losverfahrens.

Wiese betonte die Bedeutung des Gesetzes. "Die Bedrohungslage ist wirklich ernst zu nehmen", sagte er mit Blick auf die aggressive Politik Russlands. Es sei dringlich, "Fähigkeitslücken bei der Bundeswehr zu schließen und dieses Land verteidigungsfähig zu machen". Dazu gehöre die Neuregelung des Wehrdienstes. Am 10. November soll es laut Wiese eine parlamentarische Anhörung zu dem Gesetzentwurf geben.

E.Magrini--PV

Empfohlen

Macron hält neue russische Mobilmachung für Ukraine-Krieg für "glaubwürdig"

Der französische Präsident Emmanuel Macron hält eine neue russische Mobilmachung für den Krieg in der Ukraine für "glaubwürdig". "Das heute glaubwürdige Szenario, das häufig geteilt wird, ist eines mit rund 300.000 Mann", sagte Macron am Donnerstagabend den französischen Sendern TF1 und France 2. Moskau sende ein Signal: "Wir sind bereit, noch größere Opfer zu bringen, um den gesamten Donbass einzunehmen", fügte Frankreichs Staatschef hinzu.

Frankreich will Soldaten zum Schutz des saudiarabischen Hafen Janbu entsenden

Frankreich will Soldaten und Militärgerät entsenden, um den saudiarabischen Öl-Hafen Janbu gegen Angriffe der Huthi-Miliz zu schützen. Frankreich habe sich mit Saudi-Arabien darauf verständigt, Radaranlagen und Verteidigungssysteme nach Janbu zu schicken, "nicht um uns an irgendeinem Konflikt zu beteiligen, sondern um diesen Ort zu schützen", sagte Präsident Emmanuel Macron am Donnerstag im französischen Fernsehen.

Newsom: Trumps Präsidentschaft nach den Kongresswahlen in bisheriger Form vorbei

Nach Ansicht des Gouverneurs des US-Bundesstaates Kalifornien, Gavin Newsom, wird die Präsidentschaft von Donald Trump nach den Kongresswahlen im November in ihrer bisherigen Form vorbei sein. "Wir holen uns das Repräsentantenhaus zurück", sagte der Hoffnungsträger der oppositionellen Demokraten der Nachrichtenagentur AFP und zwei anderen Medien nach einem UN-Klimagipfel in New York. "Trumps Präsidentschaft, so wie wir sie kennen, endet im November".

Nach Berlin-Wahl: Evers zu neuem CDU-Fraktionschef gewählt

Nach der Abgeordnetenhauswahl in Berlin hat sich die CDU-Fraktion neu aufgestellt und ihren Spitzenkandidaten Stefan Evers zum neuen Vorsitzenden gewählt. Der 46-Jährige trat am Donnerstag ohne Gegenkandidaten an und erhielt knapp 94 Prozent der Stimmen, wie ein Fraktionssprecher mitteilte. Evers löste den bisherigen CDU-Fraktionschef Dirk Stettner ab.

Textgröße ändern: