Pallade Veneta - Verfassungsschutz und Wirtschaft warnen vor zunehmenden Risiken durch Spionage

Verfassungsschutz und Wirtschaft warnen vor zunehmenden Risiken durch Spionage


Verfassungsschutz und Wirtschaft warnen vor zunehmenden Risiken durch Spionage
Verfassungsschutz und Wirtschaft warnen vor zunehmenden Risiken durch Spionage / Foto: NICOLAS ASFOURI - AFP/Archiv

Der Verfassungsschutz und die Allianz für Sicherheit in der Wirtschaft (ASW) haben vor den zunehmenden Risiken durch Wirtschafts- und Industriespionage gewarnt. Es bestehe "dringender Handlungsbedarf für Wirtschaft, Politik und Gesellschaft", erklärte am Donnerstag der ASW-Vorsitzende Volker Wagner. Auch der Vizepräsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV), Sinan Selen, riet Unternehmen und Wissenschaft auf, die eigenen "Kronjuwelen" besser zu schützen.

Textgröße ändern:

In den vergangenen zwölf Monaten seit Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine habe es in Deutschland ein "signifikantes Umdenken" gegeben, sagte Wagner. Der Anschlag auf die Nord-Stream-Pipelines in der Ostsee habe zudem gezeigt, dass mit weiteren Angriffen zu rechnen sei. Schienen- und Pipelinenetz in Deutschland seien nicht mit "physischem Schutz" ausgerüstet. Insbesondere mittelständische Unternehmen müssten aber mehr zu ihrem Schutz tun, vor allem vor Cyberangriffen.

Auch China werde nun anders diskutiert als zuvor, sagte Wagner weiter. Aus dem Land zurückziehen müsse sich die deutsche Wirtschaft zwar nicht, aber sie dürfe auch nicht "blauäugig" sein, riet er.

Verfassungsschutz-Vizepräsident Selen erklärte: "Autoritäre Staaten lehnen unsere liberale Ordnung ab und untergraben sie mit offenen und verdeckten Methoden." Diese Staaten sprächen zwar von freiem Wettbewerb, in Wirklichkeit verzerrten sie aber die Spielregeln. Im Ringen um politische und ökonomische Dominanz setzten diese Akteure staatliche und nicht-staatliche Instrumente ein – auch nachrichtendienstliche.

Konkret zur umstrittenen Video-App Tiktok sagte Selen, der Umfang an Metadaten und die Einflussmöglichkeiten staatlicher Stellen auf den chinesischen Mutterkonzern "können nur Bauchschmerzen auslösen". Und diese Bauchschmerzen "habe ich". Tiktok sei nicht imstande, sich des staatlichen Einflusses zu entziehen.

Zum Einbau von Teilen des chinesischen Netzwerkausrüsters Huawei in deutsche Infrastruktur sagte der Verfassungsschützer, es sei "schwierig", sich in Abhängigkeit von Unternehmen zu begeben, die unter staatlichem Einfluss stünden. Er sprach von einem "Störgefühl".

Wagner und Selen sprachen auf der jährlichen Sicherheitskonferenz von BfV und ASW in Berlin. Titel in diesem Jahr war "Eine Welt in Aufruhr - Herausforderungen für unsere Lieferketten, Forschung und Kritische Infrastruktur".

O.Mucciarone--PV

Empfohlen

Italo-Einstieg: Erfolg für DB in Gerichtsstreit gegen Beschluss von Netzagentur

Erfolg für die Deutsche Bahn im Ringen um den Markteinstieg der italienischen Bahngesellschaft Italo: Die DB muss ihren Zugverkehr auf besonders belasteten Strecken nicht zugunsten von Konkurrenten einschränken. Das Verwaltungsgericht Köln stufte am Donnerstag eine Wettbewerbsklausel für Fernverkehrsstrecken mit Kapazitätsobergrenzen per Eilbeschluss als rechtswidrig ein. Auch die Vorgabe, Konkurrenten an Bahnhöfen Platz für Lounges anbieten zu müssen, lehnte das Gericht ab. Die Bahn erklärte, das Urteil schaffe Klarheit.

Vaterschaftsanerkennung durch Transmann vor einigen Jahren kann unwirksam sein

Die Anerkennung der Vaterschaft für ein Kind durch einen Transmann ist unter Umständen unwirksam. Das betrifft die Zeit vor dem Selbstbestimmungsgesetz 2024, wenn er zum Zeitpunkt der Geburt des Babys rechtlich noch als Frau galt, wie der Bundesgerichtshof (BGH) in einem am Donnerstag in Karlsruhe veröffentlichten Beschluss entschied. Die Anerkennung werde auch nicht dadurch wirksam, dass schon mehr als fünf Jahre vergingen. (Az. XII ZB 456/25)

Experten: Bundesregierung beim Bürokratieabbau auf gutem Weg

Die Bundesregierung ist nach Ansicht von Experten beim Abbau der Bürokratie auf einem guten Weg - entscheidend ist nun die konkrete Umsetzung. Mit den Modernisierungsprogrammen sowie dem Zukunftspakt von Bund, Ländern und Kommunen habe die Bundesregierung wichtige Reformprogramme auf den Weg gebracht, stellte der sogenannte Normenkontrollrat (NKR) in seinem am Donnerstag vorgelegten Jahresbericht fest. "Die Richtung stimmt." Jetzt müssten aus Strategien aber konkrete Ergebnisse werden. Gleiches gelte für die geplanten, tiefgreifenden Strukturreformen.

Wirtschaftsministerium hebt Regierungsprognose 2026 auf 1,3 Prozent an

Das Bundeswirtschaftsministerium hat seine Wachstumsprognose für das laufende Jahr stark nach oben korrigiert. Für 2026 werde nun 1,3 Prozent Wachstum erwartet, wie das Ministerium von Katherina Reiche (CDU) am Donnerstag mitteilte. In der Frühjahrsprojektion war das Ministerium noch von 0,5 Prozent ausgegangen.

Textgröße ändern: