Pallade Veneta - Union weist SPD-Vorschlag für höhere Beitragsbemessungsgrenze zurück

Union weist SPD-Vorschlag für höhere Beitragsbemessungsgrenze zurück


Union weist SPD-Vorschlag für höhere Beitragsbemessungsgrenze zurück
Union weist SPD-Vorschlag für höhere Beitragsbemessungsgrenze zurück / Foto: LENNART PREISS - AFP/Archiv

Der Vorstoß der SPD für eine deutliche Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Krankenversicherung stößt beim Koalitionspartner CDU/CSU auf Widerstand. "Wir müssen als Koalition darauf achten, dass niemand über Gebühr belastet wird – auch nicht der gutverdienende Facharbeiter", sagte Unions-Fraktionsvize Albert Stegemann dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Stattdessen müsse das System "effizienter werden".

Textgröße ändern:

Der gesundheitspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Christos Pantazis, hatte in der "Bild"-Zeitung vom Samstag vorgeschlagen, die Beitragsbemessungsgrenze etwa auf das Niveau der Rentenversicherung anzuheben. Dies könne "ein Beitrag zur finanziellen Entlastung der Krankenkassen sein, ohne die Versicherten über Gebühr zu belasten". Aktuell liegt die Beitragsbemessungsgrenze in der Krankenversicherung bei 5512,50 Euro, die der Rentenversicherung bei 8050 Euro.

Unterstützung erhielt Pantazis von dem Grünen-Gesundheitsexperten Janosch Dahmen sowie vom Sozialverband Deutschland (SoVD). Kritik kam hingegen außer von der Union auch vom Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV) sowie dem AfD-Politiker René Springer.

Für eine Anhebung der Beitragsbemessungsgrenzen sprach sich in den RND-Zeitungen auch der Linken-Gesundheitsexperte Ates Gürpinar aus. Er forderte sogar eine Erhöhung auf 15.000 Euro monatlich, wobei auch Miet- und Kapitaleinkünfte berücksichtigt werden sollten. Zudem warb Gürpinar unabhängig davon für eine Anhebung der Versicherungspflichtgrenze, bis zu der die Mitgliedschaft in einer gesetzlichen Krankenversicherung vorgeschrieben ist.

Zurückhaltend äußerten sich die gesetzlichen Kassen selbst. "Ob Gutverdiener oder auch Privatversicherte stärker an der solidarischen Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung beteiligt werden sollten, ist eine politische Entscheidung, bei der zuerst der Bundestag gefordert ist", sagte der Sprecher des GKV-Spitzenverbands, Florian Lanz, den RND-Zeitungen. Die Krankenkassen würden die politischen Vorgaben dann umsetzen.

Die Präsidentin des Sozialverbands VdK, Verena Bentele, wandte sich unterdessen dagegen, im Rahmen des von der Regierung geplanten Primärarztsystems auch die freie Wahl des Hausarztes oder der Hausärztin einzuschränken. Patientinnen und Patienten müssten "die Wahlmöglichkeit für den passenden Hausarzt als ihre Hauptvertrauensperson behalten" und dürften nicht einfach zugeteilt werden, stellte sie klar. Grundsätzlich befürwortete Bentele aber das Primärarztsystem, das vor einem Facharztbesuch die Konsultation von Hausarzt oder Hausärztin vorsieht.

R.Zarlengo--PV

Empfohlen

Zehntausende Menschen feiern Versammlungsfreiheit bei Pride Parade in Budapest

Bunt, fröhlich und stolz: In Budapest haben zehntausende Menschen der Hitze getrotzt und an der diesjährigen Pride Parade teilgenommen - der ersten seit der Abwahl des rechtsnationalistischen Regierungschefs Viktor Orban. Viele der Teilnehmenden, darunter vor allem junge Menschen, schwenkten am Samstag kleine Fähnchen oder große Regenbogenbanner. Viele äußerten sich hoffnungsvoll, dass die LGBTQ-Rechte unter der neuen Regierung von Peter Magyar gestärkt werden könnten.

Bahn rät wegen Hitze von "allen nicht dringend notwendigen Reisen" ab

Die Deutsche Bahn und weitere Eisenbahnverkehrsunternehmen haben ihre Fahrgäste wegen der Hitze aufgerufen, zu Hause zu bleiben. "Bitte vermeiden Sie heute und morgen alle nicht dringend notwendigen Reisen im Fern- und Regionalverkehr", erklärten die Bahn und der Bundesverband Schienennachverkehr (BSN) am Samstag. Gebuchte Tickets können kostenlos storniert werden.

Zuspruch für Abschaffung von Minijobs - Gastronomie will für Erhalt "kämpfen"

Die weitgehende Abschaffung sogenannter Minijobs trifft bei Ökonomen und Gewerkschaften auf Zustimmung. Die Vorsitzende der Wirtschaftsweisen, Monika Schnitzer, begrüßte den Vorschlag der Rentenkommission. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) erklärte, der Vorschlag decke sich mit ihrer langjährigen Haltung. Der Gaststättenverband Dehoga kündigte hingegen Widerstand an: "Wir werden mit aller Kraft für den Erhalt der Minijobs kämpfen", sagte Hauptgeschäftsführerin Jana Schimke den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Samstag).

US-Tech-Aktien sacken ab - Anleger befürchten Blase

Die Aktien großer US-Tech-Unternehmen sind zum Wochenende hin abgesackt. Der Tech-Index Nasdaq gab zum Handelsbeginn in den USA am Freitag um ein Prozent nach. Hintergrund sind Sorgen, dass die hohen Kurse im Zuge der Entwicklung Künstlicher Intelligenz sich als Blase entpuppen könnten.

Textgröße ändern: